Herbrechtingen Die Bibrishalle wird dick eingepackt in Mineralwolle

Auf dem Gerüst rund um die neue Bibrishalle steht das Dämmmaterial bereit, um verarbeitet zu werden.
Auf dem Gerüst rund um die neue Bibrishalle steht das Dämmmaterial bereit, um verarbeitet zu werden. © Foto: Elena Kretschmer
Herbrechtingen / Günter Trittner 10.08.2018
Ab September wird ein Kratzputz im Farbton der Jura-Kalk an der neuen Bibrishalle aufgetragen. Die spezielle Technik soll Verschmutzungen vermeiden helfen.

Derzeit wird die neue Bibrishalle eingepackt. Aber es sind keine Künstler am Werk, sondern Handwerker. Damit die neue Sport- und Mehrzweckhalle dicht ist, wird mit Dämmmaterial nicht gespart. Verwendet wird Mineralwolle, die nicht brennbar ist. Dieter Frank, der Fachbereichsleiter Bau, erinnert an den verheerenden Hochhausbrand in London im Juni vergangenen Jahres, wo das Dämmmaterial als Brandbeschleuniger gewirkt habe. Das könne so in Herbrechtingen nicht geschehen.

1800 Quadratmeter misst die Außenhülle der Halle. Auf 1200 Quadratmeter liegt eine Dämmschicht von 20 Zentimeter, auf 300 von zehn Zentimeter und auf weiteren 300 eine Dämmschicht von vier Zentimeter. Bei letztgenannter Fläche handelt es sich um die Schürze des Vordachs. So könne auch das Eindringen von Tauwasser vermieden werden, weiß Frank.

Auf die Dämmung kommt dann ein Putz. Ein ganz spezieller. Ein silikatfreier Edelkratzputz. Dieser wird in einer Stärke von 1,5 Zentimeter aufgetragen und dann mit einem groben Rechen durchkämmt. So komme es zu einer etwas raueren Struktur, welche Feuchtigkeit gut auf abnehmen, aber auch gut abgeben könne, erläutert Frank.

Keine Schimmelbildung

Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal des Kratzputzes sieht der Fachbereichsleiter auch darin, dass sich in den Vertiefungen nichts ansammle, dass es nicht zur Bildung von Schimmel und Flecken komme. Für die neue Bibrishalle fällt diese Eigenschaft umso mehr ins Gewicht, als sie in der hellen Farbe des Jurakalks gehalten ist. „Auch das neue Gebäude der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik sei in dieser Technik verputzt, weiß Frank ein nahes Beispiel für den althergebrachten, aber doch eher selten gewordene Putzart zu nennen.

Frank weiß dies auch deswegen, weil das Unternehmen, das die Fachschule verputzt hat, auch den Auftrag für die neue Bibrishalle erhalten hat. Ab Anfang September soll der Putz aufgetragen werden. Das Wetter darf nicht zu heiß sein und es sollte auch nicht windig sein. „Sonst trocknet der Putz zu schnell.“ Dämmung, Putz und weitere Nebenleistungen summieren sich auf einen Betrag von 290000 Euro.

Pluspunkt Fernwärme

Was die Energieeffizienz angeht, erfüllt laut Fachbereichsleiter Dieter Frank, die neue Bibrishalle die Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2014. Dies sei der aktuelle Wert gewesen, als die Ausschreibungen geplant wurden. Mittlerweile gebe es eine EnEV 2016.

Diese Vorgabe könne die Halle aber zumindest rechnerisch einhalten, da sie mit Fernwärme beliefert werde. Diese Art der energetischen Versorgung stelle einen Vorteil für die Energiebilanz dar. Für den Bezug von Fernwärme hätten sich auch alle Bauherren im neuen Baugebiet an der Eselsburger Straße entschieden. Auf diese Weise, werde wie vom Gesetzgeber gewünscht, weniger Primärenergie benötigt.

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