Kreis Heidenheim Jugend forscht: Ausgezeichneter Nachwuchs

Kreis Heidenheim / Philipp Hruschka 12.02.2019
Schüler aus dem Landkreis Heidenheim waren erneut erfolgreich beim Regionalwettbewerb in Oberkochen dabei. Fünf der Arbeiten aus dem Kreis sind für den Landesentscheid qualifiziert.

Da sage noch einer, die „Jugend von heute“ würde nichts mehr voranbringen. Ob praktischer Getränkekühler, die Messung von Feinstaub auf der Ostalb oder die Entwicklung künstlicher Intelligenz: Mit diesen und vielen weiteren Ideen haben auch Teilnehmer aus dem Landkreis Heidenheim beim Regionalwettbewerb Ostwürttemberg von „Jugend forscht“ ihren wissenschaftlichen Eifer unter Beweis gestellt. Bei Zeiss in Oberkochen stellten 118 Jugendliche den rund 45 Juroren aus Schulen, Hochschulen, Universitäten sowie von Zeiss selbst insgesamt 63 Arbeiten vor.

Die Teilnehmer mussten sich dabei nicht nur mit einer schlüssigen Dokumentation ihrer Forschungen beweisen, wie Wettbewerbsleiterin Sonja Fick weiß: „Bei der Bewertung im Rahmen des Wettbewerbs stellen die Juroren außerdem noch offengebliebene Fragen.“ So werde geprüft, ob sich die Schüler gründlich mit ihrem Thema beschäftigt haben.

Fünf von zwölf Regionalsiegern stammen aus dem Kreis Heidenheim und dürfen nun beim Landeswettbewerb mitmachen, der Ende März in Fellbach beziehungsweise Mitte Mai in Balingen stattfindet.

Die Regionalsieger aus dem Kreis

Vom Hellenstein-Gymnasium konnte Wieland Bach die Juroren mit seiner Konstruktion eines LED-Würfels für Audiovisualisierung überzeugen. „Es geht dabei letztlich darum, Töne sichtbar zu machen“, erklärt der 17-Jährige. Der Würfel besteht aus einer dreidimensionalen Anordnung von kleinen Lampen.

Ein Programm übersetzt beispielsweise ein Lied, das man auf dem Computer abspielt, in Lichtsignale. Unterschiedliche Farben und Positionen entsprechen unterschiedlichen Tonhöhen. Im vorigen Jahr war Wieland schon mit einer kleineren und einfacheren Version des Würfels angetreten, dieses Jahr wurde er mit dem Regionalsieg sowie dem ersten Sonderpreis des Vereins Deutscher Ingenieure belohnt.

Auch Tim Palm, der aus Heidenheim kommt und das Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd besucht, hatte Erfolg, dazu gab es zudem den ersten Sonderpreis der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit „Tims Trio Tracker 2.0“ hat der 16-Jährige ein Programm entwickelt, das mit künstlicher Intelligenz ein Mathematikspiel löst.

Dazu musste er dem Computer beibringen, erst Ziffern und schließlich ganze Zahlenmuster erkennen zu können. „Wir haben das Spiel im Unterricht öfter gespielt. Wenn wir selbst nicht sicher waren, ob es überhaupt eine Lösung gibt, musste unsere Lehrerin zum Prüfen erst mühsam alles in den Computer tippen.“ Mit seinem Programm geht das jetzt wesentlich schneller.

Der fünfte Sieg für Silvan Laidler

Mit seinem Getränkekühler „Frosty“ konnte sich auch Silvan Laidler in diesem Jahr erneut einen Regionalsieg sowie den ersten Sonderpreis eines Fonds der Chemischen Industrie sichern. Bei seiner Erfindung handelt es sich um einen Zylinder, in den man beispielsweise eine Getränkedose steckt. Anschließend füllt man den Kühler mit Wasser und gibt etwas Harnstoff in Pulverform hinzu.

Durch eine chemische Reaktion wird das Getränk binnen weniger Minuten gekühlt. Der 16-Jährige, der bei seinen insgesamt fünf Teilnahmen schon einige Preise mit nach Hause genommen hat, kam nach einer längeren Wanderung ohne kühle Getränke auf die Idee. „Im Chemieunterricht hatten wir einen Stoff behandelt, der Wasser erwärmen kann.“ Schließlich habe er seinen Lehrer nach Stoffen mit einer gegenteiligen Wirkung gefragt und begonnen, mit diesen zu experimentieren.

Für erhöhte Verkehrssicherheit sorgt die Erfindung von Lukas Ignatzi und Mark Jung. Die beiden Schüler (16 und 15) vom Hellenstein-Gymnasium haben eine Fahrradlampe entwickelt, die bei entgegenkommendem Verkehr automatisch abblendet. Somit könnte die Lampe, sofern sie auch durch den TÜV abgenommen wird, wesentlich heller als herkömmliche Lichter leuchten.

Der Kniff ist ein Sensor, der beispielsweise das Licht entgegenkommender Autos erkennt. Für die Zukunft planen die beiden Tüftler den Einsatz einer Kamera, die auch unbeleuchtete Objekte, beispielsweise Fußgänger, erkennt. „Wir wollen damit auch für eine vermehrte Nutzung des Fahrrads werben“, erklären die beiden Jungforscher, die damit neben dem Regionalsieg auch einen Sonderpreis des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gewinnen konnten.

Ebenfalls ökologisch motiviert zeigt sich die Idee von Eleni Stegmaier vom Max-Planck-Gymnasium und Katja Winkelmann von der Realschule Gerstetten: Die beiden Schülerinnen (14 und 13) haben in ihren Heimatorten Gerstetten und Weidenstetten die Feinstaubwerte an Silvester gemessen.

Das Ergebnis war eine rund 35-fach erhöhte Konzentration. „Auf der Suche nach Themen sind wir auf eine Reportage gestoßen, in der es um die erhöhte Feinstaubbelastung an Weihnachten und Silvester ging“, berichtet Eleni. Eine mögliche Weiterentwicklung ihrer Arbeit könnte sein, automatische Messstationen an mehrere Personen zu verteilen, um so in Echtzeit Feinstaubwerte an verschiedenen Orten zu erhalten. Neben dem Regionalsieg gab es dafür auch einen Sonderpreis des Magazins „Stern“.

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