Forst Ausbleibender Winter erschwert Holzernte

Buchenholz liegt beiderseits dieses Waldwegs zum Abtransport bereit. Aufgrund des meist frostlosen Winters ist die Holzernte in diesen Wochen schwierig und schädigt Waldböden und Waldwege. Waldläufer ärgern sich über den vielen Dreck.
Buchenholz liegt beiderseits dieses Waldwegs zum Abtransport bereit. Aufgrund des meist frostlosen Winters ist die Holzernte in diesen Wochen schwierig und schädigt Waldböden und Waldwege. Waldläufer ärgern sich über den vielen Dreck. © Foto: Werner Kieser
Kreis Heidenheim / 08.02.2014
Die meisten Waldbesucher haben es schon selbst erlebt. Da will man am Wochenende die gewohnte Spazier- oder Jogging-Runde im Wald drehen und trifft auf einen Waldweg, der voll Schlamm und mit tiefen Fahrspuren kaum nutzbar ist.

„Der Winter ist die Hauptsaison im Wald. Normalerweise ist es bei durchgefrorenem Boden möglich, schwere Baumstämme über Wege oder sogar Wiesen am Waldrand zu transportieren, ohne dass diese Schaden nehmen. Doch dieses Jahr ist der Winter bisher praktisch ausgeblieben mit zum Teil fatalen Folgen für die Waldwege“, sagt Dr. Hans Untheim, Leiter des Fachbereichs Wald und Naturschutz im Landratsamt Heidenheim.

Pro Jahr werden in den Wäldern des Kreises über 200 000 Kubikmeter Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung eingeschlagen. Diese Menge wird mit schweren Schleppern aus den Beständen an die Waldwege gezogen, dort verkaufsfertig aufgestapelt und schließlich mit Lastwagen abtransportiert. Im Schnitt sind das jeden Tag 30 Fuhren. Das ist eine enorme Belastung für die Waldwege.

Anhaltender Frost oder Trockenheit sind hilfreich, um Fuhrwerks-Schäden an Böden und Wegen bei der Holzernte zu vermeiden. Im aktuellten „Winter“ warten die Forstleute und Waldarbeiter jedoch vergeblich auf günstige Witterungsverhältnisse.

Dabei gibt es viele gewichtige Gründe für den Holzeinschlag in der Winterzeit: Einer der wichtigsten ist, dass die Vegetation in der Wachstumsruhe ist und Störungen für Flora und Fauna minimiert werden können. Für den Transport ist es hilfreich, dass die Bäume im Winter weniger Wasser enthalten und deutlich leichter sind als im Sommer.

Aus Sicht der Arbeitssicherheit ist bedeutsam, dass mögliche Gefahren zum Beispiel durch abgestorbene Äste in den laubfreien Baumkronen besser sichtbar sind.

Nicht zuletzt ist Holz ein schnell verderblicher Rohstoff. Bei milden Temperaturen kann es rasch durch Pilze und Insekten befallen werden.

Angesichts der ungewöhnlich feuchten Witterung der vergangenen Monate und des ausbleibenden Frostes kommen immer mehr Forstmaschinen mit sogenannten Tragbändern zum Einsatz. Diese werden wie Ketten über die Räder der Maschinen gespannt und verhindern starke Bodenschäden auf unbefestigten Rückegassen. Allerdings führen diese auf den geschotterten Waldwegen zu einer verstärkten Verschmutzung und Abnutzung.

„Aus Gründen des Bodenschutzes im Wald ist für die Waldbesucher eine Beeinträchtigung auf den Forstwegen nicht zu vermeiden“, so Dr. Untheim. „Aber die Wege können nach Abschluss der Forstarbeiten wieder instandgesetzt werden, während dies beim Waldboden nicht möglich ist.“

Nachdem auch aus anderen, stark von Besuchern frequentierten Wäldern im Landkreis, wie zum Beispiel dem Eselsburger Tal, in den vergangenen Wochen Beschwerden über den Zustand der Wege an den Fachbereich Wald und Naturschutz herangetragen worden sind, bittet Dr. Untheim die Bevölkerung um Nachsicht: „Es ist doch auch in unserem eigenen Interesse, die verschmutzten und beschädigten Wege zum Ende der Holzeinschlagssaison so zu richten, dass sich auch Spaziergänger und Sportler wieder sauberen Fußes fortbewegen können.“

Info Im Landkreis Heidenheim misst das mit Lastwagen befahrbare Waldwegnetz rund 1350 Kilometer. Das Waldwegnetz ist also um einiges länger als das Netz an Kreis-, Landes- und Bundesstraßen im Landkreis mit einer Gesamtlänge von 335 Kilometern.
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