Herbrechtingen Kulturprogramm im Kloster: Ende Januar kommt Sigmar Gabriel

Herbrechtingen / Joelle Reimer 10.01.2019
Thomas Jentsch hat für das kommende Halbjahr eine Mischung aus Lesungen, Vorträgen und Dialogen geplant – unter anderem ein Gespräch mit Sigmar Gabriel im Januar.

Trödelhändler, Politiker, Journalist und deutsch-türkischer Schauspieler: Nein, dabei handelt es sich natürlich nicht um ein und dieselbe Person. Vielmehr soll es ein Ausblick sein auf das, was im nächsten halben Jahr in der Stadtbücherei Herbrechtingen geboten wird – oder zumindest ein Teil davon.

Der wohl eindrucksvollste, zumindest aber publikumswirksamste Teil wurde dabei gleich vorweggenommen: Der Politiker. Es handelt sich nämlich um keinen Geringeren als Ex-Wirtschafts- und Außenminister und den langjährigen SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel, der nach Herbrechtingen ins Kloster kommt.

Doch von vorn, denn erst einmal ist am Freitag, 11. Januar, um 19 Uhr Wolfgang Pauritsch zu Gast – bekannt als Händler aus der TV-Show „Bares für Rares“. Der gelernte Handwerker und vereidigte Auktionator mit eigenem Auktionshaus im Allgäu liest im Karl-Saal aus seinem Buch „Der Auktionator: Mein Leben zwischen Trödel, Kunst und Leidenschaft“ und bietet dabei Einblicke in skurrile und besondere Erlebnisse, die er als Geschäftsmann und in seiner TV-Show erlebt hat.

Weltpolitik im Kloster

Und nun zu Gabriel. Auch er liest, und zwar aus seinem aktuellen Buch „Zeitenwende in der Weltpolitik“. Wenn er am Donnerstag, 24. Januar, um 19 Uhr ins Kloster Herbrechtingen kommt, dreht sich also alles um die große Politik, um die Rolle der USA und China, um Russland und die Herausforderungen, mit denen Europa konfrontiert wird – darüber und über noch viel mehr spricht Gabriel an diesem Abend mit Dr. Wolfgang Niess vom „SWR“. „Dass ein Sigmar Gabriel nach Herbrechtingen kommt, passiert auch nicht alle Tage“, so Thomas Jentsch, Leiter der Stadtbücherei.

Am 6. Februar geht es politisch weiter, wenn Journalist und Buchautor Rainer Nübel um 19 Uhr im Parlatorium über den großen NSU-Prozess und das Urteil für Beate Zschäpe spricht. Mit seinem Buch „Ende der Aufklärung: Die offene Wunde NSU“ will er ein Zeichen setzen: für die Aufklärung und dafür, dass die Gesellschaft mit den Opfern, die in ihr leben, das Recht bekommen muss, Wahrheiten zu erfahren.

Weniger politisch und auch nicht ganz so literarisch wie gewohnt geht es am Freitag, 15. Februar, von 19 bis 23 Uhr in der zweiten langen Büchereinacht zu. „Im vorigen Jahr haben wir die zum ersten Mal veranstaltet und es war ein voller Erfolg. Nur, dass es damals mittwochs war und sich einige beschwert haben, weil sie am nächsten Tag wieder arbeiten mussten – deswegen nun also freitags“, sagt Jentsch. Im Mittelpunkt steht die Bücherei als Ort; Besucher können bis in die Nacht schmökern, sich in Ruhe umschauen, an einer Führung teilnehmen und dazu Livemusik von „Konrads Spezialorchester“ und eine Lesung des in Gerstetten aufgewachsenen Jungautoren Bernd Jooß aus seinem Debütroman „Verfall – eine Odyssee“ genießen.

Ein Stück bittere Schokolade

Bitter wird es im März: „Ich persönlich finde die Bücher von Tom Hillenbrand super, aber ich musste doch erst kurz überlegen, ob ich das wirklich wissen will“, scherzt Jentsch – und meint damit den kulinarischen Krimi „Bittere Schokolade“, aus dem der Autor am 21. März um 19 Uhr lesen wird und in dem er einige Infos über die Lebensmittelindustrie preis gibt.

Am 9. April um 19 Uhr kommt ein Schauspieler mit Entertainer-Fähigkeiten ins Kloster: Adnan Maral, bekannt aus Kino und TV (unter anderem „Türkisch für Anfänger“ oder „Einmal Hans mit scharfer Soße“), liest aus „Süperopa“. Nach einem Literaturfrühstück am 24. April ab 10 Uhr im Lesesaal der Stadtbücherei folgt am 6. Mai um 19 Uhr eine Lesung mit Vea Kaiser und ihrem Roman „Rückwärtswalzer oder die Manen der Familie Prischinger“ – „eine Autorin aus Österreich, die nun ihr drittes Buch herausbringt und die ich nur empfehlen kann“, so Jentsch.

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule stellt Barbara Fischer-Reineke am 6. Juni um 19 Uhr das Sachbuch „Arschbombe ins Glück“ vor und referiert zum Thema „Mut zur Angst – oder wie man die eigene Angst als Wachstums-Turbo nutzt“. Im Juli folgt das Kino-Open-Air im Klostergarten – am Samstag, 20. Juli, werden ab etwa 22 Uhr kleine, feine europäische Filme gezeigt, ganz abseits des Mainstreams. „In Heidenheim gibt's die Blockbuster, wir bringen ein ganz anderes Programm – und bislang hat es sich bewährt.“

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