Kreis Heidenheim IHK-Untersuchung: Aufwärtstrend bei kommunalen Finanzen ungebrochen

Auch die Große Kreisstadt Giengen wurde im Rahmen der IHK-Untersuchung genau unter die Lupe genommen.
Auch die Große Kreisstadt Giengen wurde im Rahmen der IHK-Untersuchung genau unter die Lupe genommen. © Foto: Geyer Luftbild
Kreis Heidenheim / HZ 04.10.2018
Bei der Haushaltsanalyse 2018 wurden die Großen Kreisstädte Aalen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd, Giengen und Heidenheim finanziell unter die Lupe genommen.

Die IHK Ostwürttemberg hat auch in diesem Jahr die Haushaltspläne der Großen Kreisstädte Aalen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd, Giengen und Heidenheim einander gegenübergestellt und analysiert. Im Ergebnis zeigt sich; der Aufwärtstrend bei den kommunalen Finanzen ist ungebrochen. Rekordsteuereinnahmen eröffnen neue Handlungsspielräume.

„Grundlage für diese Analyse sind die Haushaltspläne der Kommunen mit den Haushaltsdaten von 2015 bis 2018“, erläutert Erhard Zwettler, IHK-Steuerreferent und Verfasser der Analyse. „Wesentliches Ergebnis ist, dass die hohen Steuereinnahmen sowie die anhaltend niedrigen Zinsen, verbunden mit rückläufigen Zinsaufwendungen, zu spürbaren Fortschritten bei der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte führen.“

Neue Spielräume

Dank der guten Konjunktur und Rekordsteuereinnahmen gewinnen die Kommunen damit neue Handlungsspielräume.“ Die Gesamtsteuererträge nehmen in allen fünf Großen Kreisstädten deutlich zu. Aalen (102,9 Mio. Euro), Ellwangen (36,4 Mio. Euro) und Giengen (23,0 Mio. Euro) weisen Rekordwerte aus. In Aalen steigt der Wert im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent, in Giengen um mehr als 22 Prozent. In Ellwangen, Heidenheim (69,6 Mio. Euro) und Schwäbisch Gmünd (81,6 Mio. Euro) liegt die Zunahme gegenüber 2017 zwischen rund 5 und 9 Prozent.

Zwettler: „Eckpfeiler der kommunalen Finanzierung sind die Gewerbesteuer, die Einkommensteuer sowie die Finanzzuweisungen des Landes. Bei der Gewerbesteuer steigt die Gesamtsumme der fünf Großen Kreisstädte in Ostwürttemberg im Vergleich zu 2017 laut Planzahlen zu Jahresbeginn um knapp vier Prozent auf 124,8 Mio. Euro.“ Ellwangen geht zunächst von 15,5 Mio. Euro (plus zwei Prozent) aus und erhöht diesen Planwert zur Jahresmitte dann sogar auf den Rekordwert von 22,2 Mio. Euro. Auch in Aalen (42,3 Mio. Euro) und Giengen (7,5 Mio. Euro) ist laut Planzahlen zu Jahresbeginn ein starker Anstieg zu verzeichnen. Nur in Schwäbisch Gmünd (32,0 Mio. Euro) wird von einem Rückgang ausgegangen. Heidenheim hingegen bringt 27,5 Mio. Euro in Ansatz. Dies sind rund zwei Prozent mehr als 2017. Die Einnahmen aus Einkommensteuer und die Finanzzuweisungen des Landes steigen in allen fünf Kommunen deutlich. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer nimmt im Vergleich zu 2017 durchschnittlich um rund 10 Prozent zu und die Finanzzuweisungen des Landes steigen um ca. 17 Prozent.

Die Zinsaufwendungen je Einwohner sind in allen Kommunen im Vergleich zum Vorjahr deutlich rückläufig, außer in Ellwangen (19,99 Euro je Einwohner, plus sieben Prozent). Der höchste Wert wird in Schwäbisch Gmünd (43,39 Euro je Einwohner, minus neun Prozent) ausgewiesen, der niedrigste in Giengen (14,25 Euro je Einwohner, minus 14 Prozent). Aalen bringt 20,56 Euro je Einwohner (minus sechs Prozent) und Heidenheim 24,25 Euro je Einwohner (minus acht Prozent) in Ansatz.

Investitionen unterschiedlich

Bei den Investitionen zeigt sich ein unterschiedliches Bild. Starke Anstiege gegenüber 2017 sind in Aalen (704,08 Euro je Einwohner, plus 38 Prozent), in Giengen (446,45 Euro je Einwohner, plus 48 Prozent) und in Schwäbisch Gmünd (469,02 Euro je Einwohner, plus 25 Prozent) festzustellen. In Ellwangen (831,85 Euro je Einwohner, minus acht Prozent) und in Heidenheim (604,48 Euro je Einwohner, minus elf Prozent) dagegen sind die Kennwerte rückläufig. Schwerpunkte der kommunalen Investitionen liegen vor allem beim Erwerb von Grundstücken, im Bereich der Stadtplanung und -entwicklung, etwa in Sanierungsgebieten. Stark investiert wird auch in Schulgebäude, Sport- und Spielplätze sowie in Sport-, Gemeinde- und Stadthallen. Weitere wichtige Investitionsschwerpunkte sind der Bereich Bildung und Betreuung, wie z. B. die Betreuungsangebote und die Ausstattung von Schulen, Kindergärten und Kindertageseinrichtungen, aber auch der Breitbandausbau, die Erschließung von Baugebieten sowie die Sanierung und der Bau von Straßen und Brücken.

IHK-Präsident Markus Maier fasst zusammen: „Die gute Konjunktur sorgt für Rekordsteuereinnahmen und neue Handlungsspielräume bei den Kommunen. „Die Kommunen sollten die guten Zeiten aber auch zur weiteren Konsolidierung der Haushalte nutzen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der Risiken für die konjunkturelle Entwicklung und angesichts des niedrigen Zinsniveaus.“

Gesamtschulden und Zinsaufwendungen überwiegend rückläufig

Die Gesamtschulden je Einwohner, also die Summe der Kredite im Kernhaushalt und in den Eigenbetrieben pro Kopf, sind auch dieses Jahr in Schwäbisch Gmünd (2.718 Euro je Einwohner) am höchsten. Den niedrigsten Wert weist Heidenheim (950 Euro je Einwohner) aus. Aalen weist laut Planzahlen 1.375 Euro je Einwohner, Ellwangen 2.585 Euro je Einwohner und Giengen 1.589 Euro je Einwohner aus.

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