Sontheim/Brenz / Klaus-Dieter Kirschner  Uhr
Am Sonntag feiern die Sontheimer den 300. Geburtstag ihrer Georgskirche. Zur Feier des Tages hat sich auch der Landesbischof angekündigt.

Vier Wochen früher als nach dem von Architekt Elmar Weber (Langenau) vorgegebenen Bauzeitenplan haben die Handwerker das Feld geräumt – und damit den Sontheimern den Weg zurück in die Georgskirche freigemacht. Pünktlich zum 300. Geburtstag des evangelischen Gotteshauses. Gefeiert wird am kommenden Sonntag, 12. Mai, ab 10 Uhr mit einem Festgottesdienst und einer Kirchenweihe.

Als Festprediger wird Landesbischof Dr. hc. Frank Otfried July erwartet. Kirchenmusikdirektorin Dörte Maria Packeiser spielt Orgel und leitet zudem den Kirchenchor. Ansagt haben sich auch die Vorgänger von Gemeindepfarrer Steffen Palmers: Ulrich Warth und Gerd Georgas.

Was wurde saniert?

Elf Monate hat die Sanierung der Barockkirche gedauert, die 1719 geweiht und auf dem Gemäuer einer Vorgängerkirche errichtet wurde. Zuletzt war die Kirche in die Jahre gekommen. Massive Schäden waren im Laufe der Jahrzehnte im Dachstuhl über dem Kirchenschiff entstanden, vor allem dort, wo das Gebälk auf sogenannten Fünfkantschwellen aufgelegt war. Vieles war weggefault oder sogar von Käfern befallen. Hinzu kamen eindringender Flugschnee im Winter und Regen im Sommer, die Spuren unter dem undichten Dach hinterlassen haben.

Am 12. Mai kommt Landesbischof Otfried July zum 300. Geburtstag der Sontheimer Georgskirche. Was ist bis dahin noch zu tun? Und was ist bereits geschafft?

Im Kirchengebäude selbst bedurfte die Elektroinstallation der Erneuerung, Stuckdecke, Fresken und Gemälde wurden behutsam gereinigt und erstrahlen im neuen Glanz. Unter großen Eigenleistungen der Gemeindemitglieder wurden die Kirchenbänke auf Vordermann gebracht, teils die Knäufe an den Frontseiten neu gedrechselt.

Was sonst noch geschah? Das Podest, auf dem der Altar stand, wurde zurückgebaut. Aus Balken einer anderen Kirche stammt das neue Kruzifix, von dessen Korpus gesagt wird, dass es in etwa so alt wie die Georgskirche sei und dort schon seit 1961 die Blicke der Gläubigen auf sich zog.

Noch keine Antwort vom Landesdenkmalamt

Vier Wochen nach Ende der umfangreichen Bauarbeiten, in deren Verlauf auch die Kanzel holzwurmfrei gemacht wurde, liege natürlich noch keine Endabrechnungen vor, sagt Pfarrer Steffen Palmer. Er gehe von Kosten in einer Größenordnung zwischen 800.000 und 850.000 Euro aus und wartet noch immer gespannt auf Rückmeldung vom Landesdenkmalamt, das bis jetzt noch nicht über die Höhe eines Zuschusses entschieden hat.

Seit der Reformation evangelisch

Seit 1536, also mit der Einführung der Reformation, ist Sontheim evangelisch. Von der Dorfkirche damals ist heute nur noch der markante, wie wuchtige Kirchturm übrig. Zwischen 1716 und 1722 wurde dann das jetzige Gotteshaus errichtet, dessen Temperabilder an der Decke des Kirchenschiffs der Heidenheimer Künstler Johann Gottfried Enßlin der Jüngere gestaltet haben soll: Christi Auferstehung und seine Himmelfahrt sind das Thema. An den Emporen sind neben anderem die Taufe Jesu, die Einsetzung des Abendmahls, Jesu Kreuzigung, die Verklärung Christi und Pfingsten dargestellt. Die barocke Kanzel ist aus Nussbaumholz gefertigt; über dem Schalldeckel steht ein Posaunenengel. Die vier Evangelisten zieren den Kanzelkorb.