Kreis Heidenheim Feuer in einer Biogasanlage: Was kann passieren?

Das Feuer in einer Halle auf dem Rüblinger Hof hatten die Einsatzkräfte am Samstagabend schnell unter Kontrolle. Auf die danebenliegende Biogasanlage hat es nicht übergegriffen.
Das Feuer in einer Halle auf dem Rüblinger Hof hatten die Einsatzkräfte am Samstagabend schnell unter Kontrolle. Auf die danebenliegende Biogasanlage hat es nicht übergegriffen. © Foto: Michael Salwik
Kreis Heidenheim / Carolin Wöhrle 03.07.2018
Nach dem Brand auf dem Rüblinger Hof bei Heldenfingen stellt sich die Frage: Wie gefährlich ist ein Feuer, das auf eine Biogasanlage übergreift?

Der Brand auf dem Rüblinger Hof bei Heldenfingen am vergangenen Samstagabend hat zwar einen großen Sachschaden (etwa 200 000 Euro) verursacht, ging aber dann doch noch vergleichsweise glimpflich aus. Verletzt wurde nämlich niemand, und: Die Flammen haben nicht auf die angrenzende Biogasanlage des Betriebs übergegriffen. In einem solchen Fall nämlich hätte es durchaus gefährlich werden können.

Der schlimmste Fall, sagt Kreisfeuerwehrsprecher Dennis Straub, wäre die Explosion einer Biogasanlage: „Biogas enthält unter anderem Methan und das ist hoch entzündlich.“ Das klingt zunächst einmal besorgniserregend, Straub kann aber dennoch beruhigen: „In Deutschland sind die Sicherheitsvorkehrungen, die der Betreiber einer solchen Anlage treffen muss, enorm hoch.“ Eine solcher Ernstfall ist damit also sehr unwahrscheinlich. Straub selbst ist zum Beispiel kein Fall aus der Region bekannt, bei dem eine Biogasanlage explodiert ist.

Feuerwehren kennen die Anlagen

Brände – auch schwerere – kommen hingegen durchaus vor, zuletzt etwa im Juni in Deisenhofen-Höchstädt (Bayern), wo das Feuer in einer Maschinenhalle auf die Biogasanlage des Betriebs übergegriffen hatte. Sachschaden: rund eine Million Euro.

Dass diese Brände meistens aber doch noch glimpflich verlaufen, liegt auch daran, dass viele Feuerwehren in Deutschland mit den Biogasanlagen in ihrem Einsatzgebiet vertraut sind – auch im Landkreis Heidenheim, wo derzeit 32 Biogasanlagen in Betrieb sind. „Die Feuerwehren, speziell in den ländlichen Gebieten, sind angehalten, die Anlagen regelmäßig zu begehen und eventuell auch direkt vor Ort den Ernstfall zu üben“, erklärt Straub.

Baut ein Betreiber, der zuvor noch keine Anlage hatte, eine neue Biogasanlage, mache sich die Feuerwehr so oder so mit dem Betrieb vor Ort vertraut. Das wiederum tun sie nicht nur, um die Bevölkerung im Brandfall schützen zu können, sondern auch sich selber. Letztendlich sind es nämlich allen voran die Feuerwehrleute, die sich in Gefahr bringen: Brennt eine Biogasanlage, können gefährliche Atemgifte austreten. Für die Feuerwehr ist Atemschutz Pflicht. „Die Bevölkerung gefährden diese Gifte weniger, weil Biogasanlagen nur in einem entsprechend großen Abstand zu Wohngebieten errichtet werden dürfen“, erklärt Straub.

„Müsste mit dem Teufel zugehen“

Also alles in allem kein Grund zur Sorge? „Die Erfahrungswerte in Deutschland zeigen, dass wir so gut abgesichert sind, dass es schon mit dem Teufel zugehen müsste, damit es zu einem Ernstfall wie einer Explosion kommt“, kann Straub beruhigen. Aber: „Dennoch müssen wir als Feuerwehr natürlich immer vorsichtig und auf alles vorbereitet sein.“

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