Herbrechtingen Osram und Continental starten Zusammenarbeit

Seit 2. Juli operiert Osram Continental am Markt. Zu den 16 Standorten des Joint Venture gehört auch Herbrechtingen.
Seit 2. Juli operiert Osram Continental am Markt. Zu den 16 Standorten des Joint Venture gehört auch Herbrechtingen. © Foto: Sabrina Balzer
Herbrechtingen / Günter Trittner 05.07.2018
16 Standorte, darunter auch das Herbrechtinger Werk, sind beim Joint Venture mit dem Technologiekonzern Continental dabei. Hauptaugenmerk liegt auf intelligenter Lichttechnik im Automobilbereich.

Seit 1954 fertigt Osram Autolampen in Herbrechtingen. In Zukunft wird das Werk noch einen zweiten Namen tragen, denn konzernweit hat Osram mit Continental ein neues Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Seit 2. Juli operiert Osram Continental mit 1600 Mitarbeitern am Markt. Zu den 16 Standorten des Joint Venture gehört auch Herbrechtingen. Rund 50 der 880 Mitarbeiter wechseln in das neue Unternehmen, das der intelligenten Lichttechnik im Automobilbereich einen Wachstumsschub geben soll.

Trennlinie im Werk

Damit ist auch schon die Trennlinie bezeichnet, die zwischen Osram und Osram Continental in Herbrechtingen liegt. Bei Osram bleibt die traditionelle Fertigung von Halogenlampen. 300 Millionen Stück liefert Herbrechtingen jährlich an die Hersteller von Scheinwerfern . Bei Osram Continental sind die intelligenten Lichtsystem wie Laser- und Matrix-Module angesiedelt und die dafür eingerichtete Forschung. Continental speist in das Gemeinschaftsunternehmen sein Wissen in Elektronik und Steuerungstechnik ein. Der Technologiekonzern hat 2017 mit 44 Milliarden Euro den zehnfachen Jahresumsatz von Osram erzielt.

Mit dem Joint Venture reagieren beide Unternehmen auf die Umbruchsphase in der Kraftfahrzeugbeleuchtun. Der Trend geht zu halbleiterbasierten Technologien, Software und Elektronik gewinnen an Einfluss. Osram und Continental wollen deshalb ihre Stärken in den jeweiligen Bereichen kombinieren und hochmoderne Scheinwerfermodule für Fahrzeuglicht und Innenbeleuchtung für die Automobilindustrie und Zulieferer bauen. Da geht es um blendfreies Abblend- und Fernlicht, da geht es aber auch um neue Funktionen von Licht etwa in Form von Warnhinweisen, welche Scheinwerfer auf die Fahrbahn zeichnen können.

Wachstum soll angekurbelt werden

Osram Continental plant zweistellige Wachstumsraten jährlich für die nächsten fünf Jahre. Erste entwickelte Produkte sollen 2021 serienreif sein. Werkleiter in Herbrechtingen bleibt Frank Illenberger. Der Hauptsitz in München soll mittelfristig nach Garching verlegt werden.

Für Osram ist das Joint-Venture die zweite Umstrukturierung binnen Kurzem. 2016 hatte das Unternehmen sein komplettes Lampengeschäft mit Neonröhren, Halogen- und Energiesparlampen verkauft. Finanziert wurde mit dem Erlös der Strategiewechsel hin zu LED-Technik. Herbrechtingen als auf Autolampen spezialisiertes Werk war davon nicht betroffen.

Vom Reifenhersteller zur Automotive Group

Im Jahr 1871 wurde die Firma Continental in Hannover gegründet. Seither steht dieser Name für die Produktion von Reifen. 1882 hat Continental als erstes deutsches Unternehmen Fahrrad-Luftreifen hergestellt, um 1900 begann die Produktion von profillosen Automobil-Luftreifen und 1904 kann Continental als erste Firma weltweit Profilreifen für Automobile herstellen.

Dass Continental heute der drittgrößte Autozulieferer weltweit ist, hat mit dem Eintreten der Schaeffler KG als Großaktionär zu tun. Denn mit ihr kam der Ausbau zur Automotive Group. Heute gehören zum Geschäftsfeld des Reifenherstellers (Rubber Group) ebenso selbstverständlich die Bereiche Elektromobilität, Fahrzeugsicherheit, Vernetzung, Infotainment und automatisiertes Fahren.

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