Atom Atomkraftwerk tauscht Brennelemente am 11. Dezember

Für den Wechsel der Brennelemente ist der Reaktor von Block C geflutet worden. Der auf einer mobilen Kranbrücke montierte computergesteuerte Teleskopgreifer nimmt ein ausgedientes Element und transportiert es ins Abklingbecken.
Für den Wechsel der Brennelemente ist der Reaktor von Block C geflutet worden. Der auf einer mobilen Kranbrücke montierte computergesteuerte Teleskopgreifer nimmt ein ausgedientes Element und transportiert es ins Abklingbecken. © Foto: Mathia Kessler
Gundremmingen / hz 10.12.2016
Ein umstrittener Brennelementwechsel im Grundremminger Atomkraftwerk wird früher erledigt als ursprünglich geplant.

Am Sonntag, 11. Dezember, geht Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen für einen Brennelementwechsel vom Netz. Dadurch könne man die „Einsatzplanung für die letzten fünf Betriebsjahre von Block C auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimieren und den Brennstoff bis zum Laufzeitende bestmöglich ausnutzen“, begründet Michael Trobitz, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks, in einer Pressemitteilung. Zusätzlich zum Einsatz bereits genutzter Brennelemente aus dem Lagerbecken sei geplant, 72 frische Brennelemente in den Reaktor von Block C einzusetzen.

Damit werden die Elemente dieses Jahr nicht nur einmal gewechselt, sondern bereits zum zweiten Mal – ein Vorgang, der bei Atomkraft-Gegnern Kopfschütteln verursacht. Der erneute Wechsel erfolge aus Steuergründen, kritisierte etwa Raimund Kamm, Vorsitzender der Initiative „Forum – Gemeinsam gegen das Zwischenlager“, in einem früheren Artikel der Heidenheimer Zeitung. Ab Ende 2016 falle nämlich die Kernbrennstoffsteuer weg, die bisher auf neu eingesetzte Spaltelemente erhoben wurde.

Wie Kraftwerkssprecher Tobias Schmidt ebenfalls in einem früheren HZ-Artikel bestätigte, liegt der erneute Wechsel tatsächlich in der Steuerfrage begründet. Allerdings entstehe dadurch keinerlei Gefahr im Hinblick auf die Freisetzung von Radioaktivität.

Ursprünglich war der zweite Wechsel Ende Dezember geplant gewesen. Dass man den Termin nun vorverlegt habe, liegt laut Pressemitteilung daran, dass neben dem Brennelementwechsel noch weitere Arbeiten anstehen. So werde die Revisionsmannschaft eine der acht Kühlmittelumwälzpumpen von Block C instandsetzen, die nach einem Defekt im September vorsorglich außer Betrieb genommen worden war. Zudem hätten sich aus den Daten der Betriebsüberwachung Hinweise auf einen Brennelementdefekt ergeben, so dass zu Beginn des Brennelementwechsels zunächst alle 784 bisher eingesetzten Brennelemente zu überprüfen seien. Wie das Kraftwerk mitteilt, werden Sachverständige des TÜV die anstehenden Arbeiten im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums überwachen. Anfang Januar soll Block C wieder in Betrieb genommen werden.