Ärger Anwohner in Bolheim: Ausschlafen? Unvorstellbar!

Bolheim / Ricarda Flämig 17.05.2013
Der Ärger ist groß. Seit Beginn der B19-Sanierung vor zwei Wochen wird der Verkehr über Bolheim umgeleitet. Den Bewohnern macht das zu schaffen. Ein Aufenthalt im Garten? Nicht möglich.

Fahrzeug an Fahrzeug drängt sich seit Beginn der Sanierung der B19 auf der Heidenheimer Straße durch Bolheim. Insbesondere zu Stoßzeiten. „Im Feierabendverkehr fahren die Autos dicht an dicht. Mehrere Lkw durchfahren Bolheim dann pro Minute“, berichtet eine Anwohnerin der Karl-Götz-Straße, die seit drei Jahren in dem parallel zur Hauptstraße liegenden Neubaugebiet wohnt.

Die Hausbesitzer dort sind sauer. „Morgens um vier Uhr geht es los und erst gegen 23 Uhr normalisiert sich der Verkehr wieder“, so die Bolheimerin weiter. Grillen, spielende Kinder im Garten oder gar Ausschlafen? „Unvorstellbar.“ Auch am Wochenende. Zehn Minuten, teilweise sogar noch mehr Zeit, müssten die Anwohner einplanen, wollten sie aus dem Wohngebiet heraus auf die Landesstraße Richtung Dettingen einbiegen. „Ein Abbiegen ist schlichtweg unmöglich. Ohne Drängeln geht da gar nichts.“

Lapidare Antwort vom Regierungspräsidium

Ihrem Ärger haben die Anwohner bereits in einem Brief an die Herbrechtinger Rathausspitze Luft gemacht, auch ein Schreiben an das Regierungspräsidium ging raus. „Dort hat man uns lapidar mitgeteilt, dass es keine andere Möglichkeit für eine Umleitung gibt“, so die Initiatorin des Schreibens.

Die Bolheimer betonen, dass sie eine Sanierung der B19 durchaus begrüßen, doch finden sie es eine Zumutung, den ganzen Verkehr über Bolheim umzuleiten. „Wir haben erst zwei Wochen hinter uns, und das soll noch eineinhalb Jahre so weiter gehen. Vom Gestank mal abgesehen“, wirft ein weiterer Anwohner ein. Die Autos seien dabei noch das kleinste Problem, viel mehr machten die Lkw, die Bolheim in beide Richtungen passieren, den Aufenthalt im Garten zu einer Tortur.

Die Bolheimer fühlen sich im Stich gelassen: „Warum müssen die LKW, die aus Richtung Dettingen kommen, auch noch durch Bolheim fahren? Die B19 ist doch in Richtung Heidenheim einseitig befahrbar.“ Die Häuser hätten sie gebaut, um aus der Stadt herauszukommen – und der Ruhe wegen. Weit gefehlt. Die Gärten im Neubaugebiet jedenfalls sind leergefegt, die Abende werden bei verschlossenen Türen und heruntergelassenen Rollläden verbracht – der Lärm aber sei auch durch die dreifach verglasten Fensterscheiben zu hören.

Warum jetzt sperren, wenn keine Arbeiter am Bau sind?

Und was die Bolheimer am meisten ärgert: „Wenn wir auf der B19 fahren, sehen wir fünf Bauarbeiter, am Freitag nach Christi Himmelfahrt wurde gar nicht gearbeitet. Warum wird die Straße schon jetzt gesperrt, wenn am Belag noch gar nichts gemacht wird? Das kann man einfach nicht nachvollziehen.“

Das Regierungspräsidium und die Stadt Herbrechtingen verstehen den Ärger der Anwohner, ob sich was ändert, ist offen. Den Bolheimern bleibt wohl vorerst nur eins: Möglichst viel außerhalb des Grundstücks aufhalten und die Fenster tagsüber geschlossen halten. Aber die warmen Sommerabende, die man auf der Terrasse genießen könnte, kommen erst noch . . .

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