Warnstreik Angebot zur Lohnerhöhung „unter der Gürtellinie“

„Wir wollen ein Stück vom Kuchen.“ Hunderte Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie demonstrierten gestern vor dem Varta-Werksgelände in Dischingen für mehr Lohn.
„Wir wollen ein Stück vom Kuchen.“ Hunderte Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie demonstrierten gestern vor dem Varta-Werksgelände in Dischingen für mehr Lohn. © Foto: Timo Landenberger
Dischingen / Timo Landenberger 13.05.2013
Erneut konnte in den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie keine Einigung erzielt werden. Grund genug für einige Hundert Beschäftigte im Landkreis, am Montag ihre Arbeit niederzulegen und vor dem Dischinger Varta-Gelände ihren Unmut laut kundzutun.

„Wenn das mal kein optimales Streikwetter ist“, begrüßte der Chef der Heidenheimer IG Metall, Ralf Willeck, mit leicht ironischem Unterton am Montag die Demonstranten zur Kundgebung vor dem Varta-Werksgelände. Im Regen stehend und mit Transparenten, Streikwesten und Trillerpfeifen ausgestattet machten die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie aus dem Kreis Heidenheim ihrem Ärger über die laufenden Tarifverhandlungen lautstark Luft.

Auch nach der dritten Verhandlungsrunde konnte zwischen Arbeitgebern und der IG Metall keine Einigung erzielt werden. Das vorliegende Angebot zur Lohnerhöhung liege unterhalb der Teuerungsrate von zwei Prozent. Dies sei „eine Zumutung und unter der Gürtellinie“, sagte Ewald Löffler, der Varta-Betriebsratsvorsitzende. „Wir sind hier um zu zeigen, was wir von diesem Angebot halten – nämlich gar nichts. Das letzte Jahr war ein Rekordjahr. Von diesem Kuchen wollen wir ein Stück abhaben und die Forderungen nach 5,5 Prozent sind dabei mehr als berechtigt.“

Bisher habe der Druck offensichtlich nicht gereicht, bekräftigte auch Willeck den erneuten Warnstreik. „Deshalb setzen wir noch einen drauf. 52 Milliarden Umsatz bundesweit und wir sollen nur einen Krümel davon abbekommen. Haben die eine Schraube locker?“ Am Mittwoch sei Ultimo. Kommen die Arbeitgeber bis dahin den Forderungen nicht nach, so werde ab Juni zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder gestreikt. „Auch hier in Dischingen. Wir wollen ernst genommen werden. Und wenn wir dazu eine Kette um die Tore machen müssen.“

Die Teilnehmer der Kundgebung waren von den Firmen Voith, Osram, Bosch Epcos und anderen mehr mit Bussen aufs Härtsfeld gekommen. „Bei dem Wetter fahren natürlich auch viele heim“, sagte Hans-Jörg Napravnik, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Heidenheim. „Das ist zwar weniger schön für die Optik, aber die Betriebe sind dicht. Das ist das Wesentliche.“

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