Nattheim Andreas Stoch bei der Schäferei Wiedenmann

Nattheim / HZ 11.08.2018
Abgeordneter Andreas Stoch sprach mit Karin Wiedenmann-Riek über die aktuelle Lage und Probleme der Betriebe.

Der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete und Fraktionschef im Stuttgarter Landtag, Andreas Stoch, war bei der Wanderschäferei Wiedenmann zu Besuch und erkundigte sich über die derzeit vieldiskutierten Probleme der Schäfer im Land. Entsprechend der Landschaftspflegerichtlinie wurde eine Förderpalette für den Landschaftserhalt von speziellen Grünlandbiotopen, wie zum Beispiel die Wacholderheiden, aufgelegt. Für die Förderperiode 2014 bis 2020 wurden die Mittel gegenüber der vorherigen Förderperiode um zwei Drittel auf 49 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt. „Das war ein Meilenstein und hat uns Schäfern endlich die Wertschätzung entgegengebracht, die wir mit unserer Arbeit für den Naturschutz und damit auch für das Gemeinwohl verdienen“, so Karin Wiedenmann-Riek, die mit 1000 Mutterschafen und 100 angehenden Mutterschafen etwa 300 Hektar Heiden im Kreis beweidet.

Trotzdem gebe es noch Problemfelder: Eines der wichtigsten sei, den Generationenwechsel zu schaffen. Für viele Betriebe sieht Wiedenmann-Riek kaum Zukunft. Es müssten Perspektiven für junge Schäfer geschaffen werden. Dabei gehe es neben der auskömmlichen finanziellen Unterstützung für die Dienstleistung in der Landschaftspflege auch um den Abbau unnötiger Bürokratie und von Überregulierungen im Tierschutz sowie um die Verbesserung von Kranken- und Rentenversicherung.

Kritik an Flächenverbrauch

Sorge mache ihr auch der subventionierte Verdrängungswettbewerb in der Landwirtschaft. „Für uns Schäfer wird es immer schwerer, Weideflächen zu bekommen, vor allem für die Winterbeweidung. Müssen die Schafe über den Winter in den Stall, wird das für uns unwirtschaftlich.“ Auch den zunehmenden Flächenverbrauch sieht Wiedenmann-Riek kritisch. Bei der Förderung müsse beachtet werden, ob die Weideflächen groß und zusammenhängend und damit einfach zu beweiden sind, oder ob sie – so wie für die Schäferei Wiedenmann – zerrissen und schwer zugänglich sind. „Hier sollte es einen Obolus geben“, schlägt Wiedenmann-Riek vor. Die Wolfsdiskussion dagegen hält sie für überdramatisiert.

Für bedenklich hält sie die wachsende Entfremdung von der Landwirtschaft. Gerade den Kindern müsse wieder vermittelt werden, wo Lebensmittel herkommen. Hier sieht auch Stoch eine Chance in der Ganztagesschule. Dafür könnte es Kooperationen mit Betrieben und Vereinen geben. Glücklich ist Wiedenmann-Riek, dass ihre Tochter den Schäferberuf erlernt und den Familienbetrieb übernehmen wird.

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