Rennen Am Wochenende flitzen die Seifenkisten

Gründungsmitglied Max Öchsle sitzt schon mal Probe, während der Vorsitzende Leo Hahn die Organisation im Blick hat: Der Rennsportverein Bissingen ist für das Seifenkistenrennen am Wochenende gerüstet.
Gründungsmitglied Max Öchsle sitzt schon mal Probe, während der Vorsitzende Leo Hahn die Organisation im Blick hat: Der Rennsportverein Bissingen ist für das Seifenkistenrennen am Wochenende gerüstet. © Foto: Jennifer Räpple
Bissingen / MICHAEL BRENDEL 11.06.2014
Der Rennsportverein Bissingen bringt Menschen zusammen, die Spaß an Geschwindigkeit haben. Mit und ohne Motor. Am Wochenende ist Letzteres der Fall. Dann rollen wieder Seifenkisten durch den Ort. Und im September steht zum zehnten Mal ein Stoppelcross auf dem Programm.

Länge: 610 Meter. Höhenunterschied: 28 Meter. Höchstgeschwindigkeit: 50 Stundenkilometer. Die Bissinger Seifenkistenstrecke, die zwischen den beiden Sportplätzen hinunter Richtung Katzental führt, hat sich in den vergangenen Jahren bestens bewährt. Am kommenden Wochenende wird das halbe Dutzend voll gemacht, wenn es wieder einmal in mehreren Klassen um Siegerehren geht.

Nichts ist freilich so gut, dass es nicht noch verbessert werden könnte, und so hat das Starterfeld im Laufe der Zeit sein Aussehen verändert. Waren anfangs praktisch nur Bissinger am Start und die Gefährte aus Holz, so hat der sportliche Ehrgeiz das Streben nach Perfektionismus mit sich gebracht.

Die Teilnehmerzahl ist gesunken

Es wurde an der Verkleidung getüftelt, an der Bereifung, an Kugellagern, an der Gewichtsverteilung. Mancher wollte da nicht mitziehen und zog es stattdessen vor, in die Rolle des Zuschauers zu schlüpfen. „Das ist schade, denn die Teilnehmerzahl ist dadurch von rund 30 auf zuletzt nur noch 18 gesunken“, sagt Leo Hahn, seit Gründung des heute 92 Mitglieder zählenden Rennsportvereins dessen Vorsitzender.

Allerdings weiß der 44-Jährige auch, dass sich Entwicklungen nicht aufhalten lassen, so sie sich denn innerhalb des vorgegebenen Reglements bewegen. Also wird's diesmal eine neue Wertung geben: neben Ein-, Zwei- und Mehrsitzern eine Bobbycar-Klasse. „Vielleicht ist ja dann der eine oder andere wieder mit dabei, der sich keine Chance mehr ausgerechnet hatte“, so Hahn. Damit sich in den Ehrgeiz kein gefährlicher Leichtsinn mischt, ist Übrigens Schutzkleidung verbindlich vorgeschrieben: Ohne Helm, festes Schuhwerk, Handschuhe und Protektoren kommt keiner an den prüfenden Augen der Rennleitung vorbei.

Wer mehr Wert auf Originalität und ausgefallenes Design legt kann sich derweil in einer separaten Kategorie messen. Bei „Pimp my Seifenkiste“ wartet eine Auszeichnung auf das verrückteste Gefährt.“

Stoppelcross am 13. und 14. September

Weitaus spektakulärer wird's am 13. und 14. September zugehen. Dann organisiert der RSV zum zehnten Mal ein Stoppelcross und stellt aus diesem Anlass ein zweitägiges Spektakel auf die Beine, das weit mehr bieten soll, als die ohnehin schon bestens besuchten Veranstaltungen der vergangenen Jahre.

Gehörten bisher schon Wettbewerbe in zahlreichen unterschiedlichen Klassen, Gespanne und Quads zum Programm, so ist diesmal auch ein Acht-Stunden-Enduro-Rennen für bis zu vierköpfige Teams geplant. Doch damit nicht genug: Eine international besetzte Truppe von 16 Profi-Motocrossern wird dann zeigen, welche Kunststücke sich mit leicht modifizierten Maschinen auf einer Rampe bewerkstelligen lassen – Backflip, also Rückwärtssalto, inklusive.

Bereits seit drei Jahren bewegt sich der Rennsportverein, was die Teilnehmerzahl beim Stoppelcross angeht, am absoluten Limit. „140 Starter, mehr geht beim besten Willen nicht mehr“, sagt Hahn. Die stetig angewachsene Nachfrage erklärt er sich mit dem Umstand, „dass bei uns jüngere Fahrer, die sich noch nicht auf große und anspruchsvolle Strecken wagen, genauso zum Zug kommen, wie reine Hobby-Piloten und auch ehemalige Aktive, die jetzt einfach keine Lust mehr auf Sprünge haben und lieber im Flachen unterwegs sind“. Wie breit gefächert das Starterfeld ist, zeigt sich beim Blicks aufs Alter: Der Jüngste ist wohl gerade mal sechs, der Älteste immerhin schon 82.

Suche nach Trainingsgelände schwierig

Ist Hahn praktischerweise Eigentümer der Stoppelcross-Strecke, so gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Trainingsgelände bereits seit einiger Zeit recht schwierig. Ein unmittelbar nebenan gelegenes Grundstück scheidet aus, weil die Naturschutzbehörde ihre Zustimmung verweigert: Das Areal liegt im Landschaftsschutzgebiet.

Hahn will sich deshalb gemeinsam mit den Motorsportclubs Burgberg und Brenztal auf die Suche nach einer allen dienenden Alternative machen. Bis Herbst soll eine Lösung auf dem Tisch liegen.

Info Details zum Rennsportverein und seinen Aktivitäten sowie die Reglements fürs Seifenkistenrennen und das Stoppelcross gibt's unter www.rsv-bissingen07.de