Herbrechtingen Draufgeblickt (9): Am Jurawell wandelte sich ein Viertel

Viel Freiraum war im Jahr 2003 noch um das im Bau befindliche Jurawell und den Festplatz. Oben zeichnet sich schon das Baugebiet Beim Kloster ab.
Viel Freiraum war im Jahr 2003 noch um das im Bau befindliche Jurawell und den Festplatz. Oben zeichnet sich schon das Baugebiet Beim Kloster ab. © Foto: Luftbild Geyer
Herbrechtingen / Günter Trittner 09.08.2018
Das Kloster war auch die Keimzelle für das weltliche Herbrechtingen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich das Quartier hier stark verändert.

In dieser Ecke am Eingang zum Eselsburger Tal liegen die historischen Wurzeln von Herbrechtingen. Das Kloster, das erstmals für das Jahr 774 dokumentiert ist, war auch Keimzelle für die weltliche Gemeinde.

Heute sind im Bibris, am Baumschulenweg und an der Eselsburger Straße die Bereiche Wohnen, Freizeit und Bildung sind zentriert. Wie beide Fotos im Vergleich zeigen, hat sich innerhalb der beiden vergangenen Jahrzehnte, das Gesicht des Viertels deutlich verändert. Dabei ist auf den Luftbildern die Sanierung des Klosters und der Abriss der Spinnerei Merz noch nicht einmal dokumentiert.

Man schreibt das Jahr 2003. Die Bauarbeiten für das Jurawell gehen dem Ende entgegen. Im September 2004 wird die Einweihung sein. Nur eine knappe Mehrheit im Gemeinderat hatte den Namen Freizeitbad Jurawell gewollt. Ob das der Knaller wird? Die Zweifel waren rasch verflogen. Das Jurawell hat eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die Saunalandschaft wurde noch mehrfach erweitert. Die Baustelle Jurawell lag 2003 noch allein im grünen Umfeld. Doch die graue Fläche um das Wasserkraftwerk an der Brenz lässt schon ahnen, dass es nicht so bleiben wird. Projektiert ist hier seit 2003 das Wohngebiet Beim Kloster, dass sich – wie sich zeigt gut verkaufen lässt.

Über 70 Wohneinheiten sind zwischen Kloster und Brenz vorgesehen. Bereits 2005 wird die Fläche nochmals erweitert. „Es gibt nichts schöneres für einen Bürgermeister als den Lärm von Baustellen zu hören“, lässt sich Bürgermeister Dr. Bernd Sipple vernehmen, der sich nicht nur über das Wachstum der Stadt freut, sondern auch über die Aufträge für die heimische Bauwirtschaft. Spekuliert wird in dieser Zeit bereits auf eine Einwohnerzahl von 15000 für Herbrechtingen.

Der Baumboom in diese Ecke Herbrechtingens hält auch an. 2006 ist ein Knopf am Bebauungsplan für das Wohngebiet Am Stockbrunnen dran. Zwölf Bauplätze sind vorgesehen. Man spricht von einem exklusiven Wohngebiet. Verlegt werden muss eine Obstbaumanlage des Obst- und Gartenbauvereins. Dieser findet auf der anderen Straßenseite eine neue Heimat. Archäologen finden hier die Spuren einer Villa Rustica aus der Römerzeit.

Neuer Kindergarten neben dem Schwimmbad

2013 bekommt das Jurawell einen direkten Nachbarn: das Kinderhaus am Stockbrunnen. Dieses vom Architekten Roland Hüll entworfene Gebäude gefällt schon äußerlich durch seine bunte Fassade. Innen hat es Platz für drei Kindergartengruppe und 20 Hortkinder.

Bei Badenden beliebt

Zehn Jahre nach der Eröffnung konnte man im Jurawell bereits im Herbst 2014 den millionsten Badegast begrüßen. Seit dieser umfassenden Sanierung des Bades ist der Zuspruch gleichbleibend hoch. Es hat sich nur eine leichte Verschiebung zu den Saunagästen ergeben. Gerade in den vergangenen Jahren war die Saunalandschaft wesentlich ausgebaut worden. 2007 zählte man 80 000 Badegäste und 17 500 Sauna-Geher. Im vergangenen Jahr kamen ins Jurawell 21 153 Saunierer und knapp 70 000 Badegäste.

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