Immo Altes Rathaus: kein Käufer in Sicht

Das alte Rathaus in Sontheim an der Brenz ist ortsbildprägend: Die Verwaltung ist in dem Gebäude schon lange nicht mehr zu finden. Dafür aber wird das Bauwerk anderweitig unter anderem durch eine Praxis genutzt. Das Anwesen steht zum Verkauf. Keiner will es haben. Über eine Teilsanierung des Mauerwerks wurde im Gemeinderat geredet.
Das alte Rathaus in Sontheim an der Brenz ist ortsbildprägend: Die Verwaltung ist in dem Gebäude schon lange nicht mehr zu finden. Dafür aber wird das Bauwerk anderweitig unter anderem durch eine Praxis genutzt. Das Anwesen steht zum Verkauf. Keiner will es haben. Über eine Teilsanierung des Mauerwerks wurde im Gemeinderat geredet. © Foto: Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Sontheim/Brenz / Klaus-Dieter Kirschner 13.02.2014
Irgendwie traurig: Für das alte Rathaus findet sich kein Käufer. Rein äußerlich verkommt dieses Bauwerk, weil die Fundamente Wasser ziehen.

Im Gemeinderat sieht man Handlungsbedarf und beklagte bei der Debatte über den im Entwurf vorliegenden Haushaltsplan 2014, dass im abgelaufenen Jahr noch nichts in puncto Trockenlegung unternommen worden war.

Die Debatte eröffnete Gemeinderat Manfred Heli (SPD) mit der sinngemäßen Frage: Was ist eigentlich für die 15 000 Euro Planungskosten am alten Rathaus vorgesehen? Bürgermeister Matthias Kraut erinnerte zunächst an die Probleme: Die Fundamente würden die Feuchtigkeit nach oben ins Mauerwerk ziehen. Folglich platze der Putz ab. Dazu komme im Winter das Spritzwasser, das Streusalz enthalte. Interessenten für das Gebäude würden nicht Schlange stehen. Eine energetische Sanierung würde ins Geld gehen. Das alte Rathaus liege im Sanierungsgebiet. Man sollte die 25 000 Euro, die 2013 in den Etat eingestellt wurden, jetzt für die Trockenlegung der Fundamente einsetzen.

Dass die Probleme im Grunde erkannt seien und man daher keine 15 000 Euro an Planungskosten vorsehen müsse, warf Walter Unseld (FWV) in die Debatte. Man brauche nicht noch einen Spezialisten um Rat fragen. Lieber sollte man die Summe für die Trockenlegung einsetzen.

Bernd Moser (CDU) hielt die Substanz-Erhaltung für wichtig. Das alte Rathaus sollte soweit auf Vordermann gebracht werden, dass man es wieder ansehen könne und es für etwaige Käufer attraktiv sei. Die 25 000 Euro aus dem Vorjahr sollten dafür im jetzigen Etatentwurf (wieder) eingestellt werden.

Jeder gute Handwerker könne einem sagen, wie man die Trockenlegung erfolgreich bewerkstellen könne, betonte Manfred Heli (SPD) und lehnte eine abermalige Expertenbefragung ab.

„Wir standen alle um das alte Rathaus herum und waren uns einig: Abgraben, auffüllen und einschottern,“ erinnerte sich Reiner Lindenmayer (SPD). „Was wir 2013 vor hatten, sollte dieses Jahr geschehen,“ wünschte sich Walter Unseld (FWV). Im Klartext: Die 25 000 Euro gehören in den Etat, die 15 000 Euro Planungskosten dagegen ersatzlos gestrichen. „Für wen richten wir eigentlich dieses Gebäude?“ fragte Christian Kröner (SPD) seine Ratskollegen und hörte Bernd Moser (CDU) antworten: „Eigentum verpflichtet.“

Der Rotstift durchkreuzte daraufhin die 15 000 Euro Planungskosten. Die erwähnten 25 000 Euro gelten als Haushaltseinnahmerest.

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