Bildergalerie Rundgang im AKW: Wo die Castoren beladen werden

Bevor es ins Innere des Kontrollbereichs im AKW Gundremmingen geht, müssen auch Besucher einen Overall anziehen und einen Helm aufsetzen. Mitarbeiterin Simone Rusch zeigt, wo's langgeht.
© Foto: Catrin Weykopf
Durch eine dicke Stahltür geht's ins Innere des Reaktorgebäudes.
© Foto: Catrin Weykopf
AKW-Sprecher Tobias Schmidt erklärt den Besuchern, wo sie sich jetzt befinden. Die Wand links ist Teil des Containments, also des Sicherheitsbehälters, der den eigentlichen Reaktor umschließt.
© Foto: Catrin Weykopf
Wichtig: Nichts anfassen und nicht den Anschluss an die Gruppe verlieren. Besucher tragen blaue Overalls, so kann die Belegschaft sofort erkennen, um was für eine Person es sich handelt, die (möglichst in Begleitung anderer blauer Overallträger) im Gebäude unterwegs ist.
© Foto: Catrin Weykopf
Gerhard Hackel (vorne rechts in orange) ist stellvertretender technischer Leiter des Kraftwerks. Er führt die Besucher an den Ort, an dem die Castoren abgefertigt werden.
© Foto: Catrin Weykopf
Oberhalb des Reaktors befindet sich eine große Halle im Gebäude. Dort ist das Brennelementelagerbecken und dort werden die Castoren nach ihrer Beladung mit abgebrannten Elementen (dies geschieht unter Wasser neben dem Brennelementelagerbecken) verschlossen, getrocknet und für den Abtransport fertiggemacht.
© Foto: Catrin Weykopf
Am Rand ist schweres Gerät aufgestellt, das bei Revisionen zum Einsatz kommt. Dann nämlich wird der Reaktordeckel geöffnet.
© Foto: Catrin Weykopf
Die Öffnung des Reaktordeckels geschieht mit Hilfe dieser Schraubvorrichtung.
© Foto: Catrin Weykopf
Das Lagerbecken: Besucher dürfen nicht direkt hineinsehen. Doch auch von weiter weg erkennt man den Inhalt des Beckens.
© Foto: Catrin Weykopf
Das Wasser schimmert leicht bläulich, dies kommt durch die sogenannte Tscherenkow-Strahlung. Bei abgebrannten Brennelementen tritt kaum noch ein blauer Schein auf, bei frischen Elementen ist dieser deutlich zu sehen.
© Foto: Catrin Weykopf
Neben dem Abklingbecken lagern die Deckel für die Catsorbehälter. Jeder Castor wird mit zwei Deckeln und einer Schutzplatte veschlosen. Im Inneren des Behälters herrschen nach Verschluss 700 Millibar Unterdruck. Zwischen dem ersten und dem zweiten Deckel wird dann ein Überdruck von 6 Bar erzeugt. Zuletzt bekommt der Castor eine Schutzplatte aufgeschraubt. Die Druckverhältnisse am Castor werden ständig überwacht. Auch im Zwischenlager.
© Foto: Catrin Weykopf
Die Lademaschine. Mit dem großen roten Kran werden Brennelemente aus dem Reaktor ins Lagerbecken umgehoben. Die Lademaschine kommt auch bei der Castorbeladung zum Einsatz. Dann hebt sie pro Castor maximal 52 abgebrannte Brennelemente aus dem Lagerbecken in den Castor. Zuvor wird berechnet, welches Brennelement an welche Stelle gesetzt wird - je nachdem wie lange es bereits abgeklungen ist.
© Foto: Catrin Weykopf
Der Castor (blauer Rundbehälter in der Bildmitte). Nach der Beladung unter Wasser wird er aus dem Becken geholt und kommt in diese Station. Dort wird er luftleer gemacht und das Innere getrocknet. Außerdem wird Helium ins Innere geleitet. Der Trocknungsvorgang dauert rund 40 Stunden.
© Foto: Catrin Weykopf
Ein Castor darf mit maximal 40 KW Wäremleistung beladen werden. Die Castoren in Gundremmingen haben in der Regeln jedoch nicht mehr als rund 26 KW, wenn sie beladen werden. Dennoch produziert ein frisch beladener Castor erhebliche Abwärme. In der Wärmebildkamera ist der Unterschied zur Umgebungstemperatur zu erkennen. Wenn die Castoren ins Zwischenlager kommen, haben sie eine Außentemperatur von etwa 40 bis 60 Grad. Erst nach zehn Jahren sind sie auf rund 20 Grad abgekühlt.
© Foto: Catrin Weykopf
Die Strahlengrenze für Besucher im Kraftwerk beträgt 9 Mikrosievert. Nach etwa 10 Minuten in der Halle oberhalb des Raktors springt das Dosimeter, das jeder Besucher tragen muss, auf 1 Mikrosievert.
© Foto: Catrin Weykopf
Näher dran an den Castor dürfen Besucher nicht. Der Grund: Ab diesem Abstand etwa macht sich Neutronenstrahlung bemerkbar. Dieser darf nur ausgesetzt werden, wer zuvor einen ärztlichen Check des Kraftwerksarztes durchlaufen hat. Besucher sollten also Abstand halten.
© Foto: Catrin Weykopf
Die große Turbinenhalle: Hier wird der Strom hergestellt. Und hier schnellt das Dosimeter am schnellsten in die Höhe. In Gundremmingen läuft der radioaktive Wasserdampf direkt über die Turbine. Es gibt keinen zweiten Kreislauf und die Turbine ist nicht eigens abgeschirmt (nur im Eingangsbereich der Halle). Deswegen ist die Radioaktivität hier höher als anderswo Kraftwerk. Nach nur wenigen Minuten zeigt das Dosimeter der Besucher 5 oder mehr Mikrosievert an.
© Foto: Catrin Weykopf
Deswegen: Nur einen schnellen Blick auf die Anlage werfen. Ohnehin ist der Lärm ohrenbetäubend und die Temperatur in der Halle liegt deutlich über 30 Grad.
© Foto: Catrin Weykopf
Die Reaktorgebäude von außen: Unter der Decke der weißen Rundgebäude befindet sich die große Halle mit dem Abklingbecken. Dort werden die befüllten Castoren abgefertigt. Alles in allem dauert es etwa 9 Tage, bis ein leerer Castor beladen, getrocknet und so weit ist, dass er ins Zwischenlager nebenan auf dem Gelände gebracht werden kann. Derzeit werden in Block B drei Castoren befüllt. Ende des Jahres sollen drei weitere in Block C folgen.
© Foto: Catrin Weykopf
Das Gundremminger Zwischenlager befindet sich etwa 150 Meter entfernt von Block C auf dem Gelände des Kraftwerks.
© Foto: Catrin Weykopf
Das Gebäude wurde 2006 in Betrieb genommen, 2014 wurden seitlich zusätzliche Betonmauern errichtet. Das Lager ist genehmigt für 196 Castoren. Es wird damit gerechnet, dass am Standort Gundremmingen insgesamt etwa 180 Castoren anfallen werden. Stand September 2018 sind aktuell 58 mit abgebrannten Brennelementen befüllte Castoren im Lager eingestellt.
© Foto: Catrin Weykopf
Gundremmingen / 12. Mai 2017, 16:57 Uhr
Atomausstieg

Mittags wird der Knopf gedrückt: Block B geht am Sonntag für immer vom Netz

Block B des AKW Gundremmingen geht am Silvestertag für immer vom Netz. Zu tun gibt es dort trotzdem noch genug