Medizin Ärztemangel wirkt sich auf Notdienst aus

Auf dem Land gibt es zu wenig Hausärzte und die Zahl wird weiter sinken.
Auf dem Land gibt es zu wenig Hausärzte und die Zahl wird weiter sinken. © Foto: Jennifer Räpple
Kreis Heidenheim / 13.05.2013
Weil es immer weniger Hausärzte gibt, ist auch die Versorgung an Wochenenden und in Akutfällen oft nicht mehr in der bisherigen Form möglich. Die Kassenärztliche Vereinigung sieht die Lösung in Bereitschaftspraxen. Die AOK mahnt: Die Praxen müssen zeitnah erreichbar sein.

In seiner ersten Sitzung im Jahr 2013 hat sich der Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg in Heidenheim mit der vorgesehenen Neustrukturierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes beschäftigt. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg KVBW sieht sich durch den drohenden Ärztemangel in der Fläche gezwungen, neue Strukturen zu schaffen, damit diese Versorgung auch in Zukunft sichergestellt werden kann.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst hat zur Aufgabe, die Bürger nachts, an Wochenenden sowie an Feiertagen bei Akutfällen medizinisch zu versorgen. Bisher war dieser Bereitschaftsdienst kleinräumig organisiert und damit waren die Praxen für die Menschen gut erreichbar. Doch diese kleinräumige Organisation macht laut KVBW unter anderem aufgrund des Mangels bei den Hausärzten zunehmend Probleme, so die AOK in einer Pressemitteilung. Es solle deshalb in Zukunft zentrale Bereitschaftspraxen geben, die, wenn möglich, an den Kliniken angesiedelt werden. Im Ostalbkreis sind drei Bereitschaftsdienstbereiche vorgesehen, im Landkreis Heidenheim einer. An den Kliniken in Mutlangen, Ellwangen und Heidenheim sind solche Bereitschaftspraxen schon verwirklicht, in Aalen ist diese in Planung.

„Eine Optimierung der Strukturen ist unerlässlich, um den ärztlichen Bereitschaftsdienst wirtschaftlich und stabil betreiben zu können“, sagt Jörn P. Makko, alternierender Vorsitzender des Bezirksrates der AOK Ostwürttemberg, Arbeitgeberseite und Geschäftsführer Südwestmetall. Der drohende Ärztemangel erschwere das.

Roland Hamm, Vorsitzender des Bezirksrats der AOK Ostwürttemberg und 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd, erwartet, dass die Situation der Versicherten ausreichend berücksichtigt wird. „Vor allem Menschen, die nicht mehr eigenständig mobil sind, müssen im Akutfall einen Arzt zeitnah erreichen können.“

Die KVBW hat eine Fahrtzeit von maximal 30 Autominuten als Kriterium für die Entfernungsbestimmung der nächsten Bereitschaftspraxis festgelegt. Josef Bühler, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, erläutert, dass es bei der geplanten Neustrukturierung in erster Linie um die Organisation innerhalb der Ärzteschaft gehe. Versicherte haben, so Bühler, unabhängig von der Neuordnung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes das Recht, ihre Bereitschaftspraxis frei zu wählen. Für die AOK sei es wichtig, die Versorgung gerade auch in ländlichen Regionen abzusichern. „Die Menschen können auch eine Bereitschaftpraxis jenseits der Landes- oder Kreisgrenze aufsuchen“, betont Josef Bühler.

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