Geschichte Ältestes Heimatmuseum im Ländle ist wieder da

Brenz / Klaus-Dieter Kirschner 14.05.2013
Erst wurde das Brenzer Schloss in seinen wesentlichen Teilen für teures Geld grundlegend saniert, jetzt wurde die Modernisierung des Heimatmuseums abgeschlossen und am Muttertag wieder eröffnet.

Am vergangenen Sonntag wurde der internationale Museumstag begangen. Den gibt es noch nicht so lange wie das Heimatmuseum auf Schloss Brenz. Es gilt als das älteste Heimatmuseum in Baden-Württemberg und war anno 1906 durch den ehrenwerten Schulmeister und Oberlehrer Hans Wagner (1858 – 1938) begründet. Er folgte damit einer Anregung des Kunstmalers Heinrich Eberhard, der auf Wunsch des damaligen Schultheißen von Brenz im Rittersaal im Jahre 1906 seine Studien ausstellte.

Hans Wagner brachte seine Steinsammlung ein, die wunderschöne Fossilien aus dem Schwäbischen Jura enthielt und heute noch das Herzstück der geologisch-paläontologischen Ausstellung darstellt. Seit 2011 ist im Schloss auch eine Geo-Park-Info-Stelle untergebracht.

Nach der Schloss-Sanierung, die zu einer zeitlichen Schließung des Museums zwang, wurde das Heimatmuseum aufgemöbelt. Nach 107 Jahren war halt vieles nicht mehr zeitgemäß: Antiquierte Beschreibungen wurden durch neuere ersetzt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse eingearbeitet. Manch anderes wurde auf Vordermann gebracht, das früher nicht einmal ein Schattendasein geführt hatte und eher als Rumpelkammer genutzt wurde.

Im Kreis von geladenen Gästen, die französischen Freunde waren nach dem großen Partnerschaftsfest schon wieder auf der Heimfahrt, hatte Bürgermeister Matthias Kraut am Sonntag in kurzer Rede auch Grund zum Dank an das Land, an die Leader-Geschäftsstelle. Ohne Zuschüsse (34 875 Euro aus Leader) hätte die Gemeinde nicht auch noch die Wiedereinrichtung des Heimatmuseums stemmen können. Die gewährten Fördergelder habe man gut und im Sinne der Zuschusskriterien eingesetzt. Geld kam auch aus dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Kraut erinnerte an den vormaligen Leiter des Landesdenkmalamtes, Prof. Dr. Peter Gößler, der über das Heimatmuseum niedergeschrieben hatte: „Unter den Sehenswürdigkeiten von Brenz gebührt, wenn auch diese Schönheit leider für Einheimische und Fremde allzu sehr im Verborgenen blüht, dem im Schloss vorhandenen Heimatmuseum ein ganz besonderer Rang.“

Ehedem sei die Sammlung im Rittersaal untergebracht gewesen und dann auf andere Räume im Schloss verteilt worden, erinnerte Kraut an die Vergangenheit. Die Schaffung eines Zimmers, in dem die Geschichte der Weberei aufgezeigt wird, ein Trachtenzimmer, eine Brunnenstube und der Knast sind neue Attraktionen. Von großer Eindrücklichkeit ist die Darstellung der Erdgeschichte. Und schließlich freut man sich über Ernst Fetzer, „der mit viel Fachwissen, Liebe zum Detail und unter Einbeziehung von Fachleuten eine interessante wie aufschlussreiche Ausstellung inszenierte“, lobte Kraut: „Wir sind Ernst Fetzer für dieses hervorragende Engagement sehr dankbar. Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir tatkräftige und heimatverbundene Menschen unter uns haben, die sich um die Geschichte unserer Heimat kümmern und sich mit ihrem lebendigen ehrenamtlichen Einsatz für den Erhalt unserer Geschichte einsetzen.“

Das Gemeindeoberhaupt dankte allen, die an der Neugestaltung des Museums unter Federführung von Hauptamtsleiter Martin Hofman aktiv gewesen sind, wünschte den Museumsführern stets genug und aufmerksames Publikum. Der Dank galt auch der fachlichen Beratung durch das Trachtenmuseum Pfullingen.

Kraut schloss die Rede zur Wiedereröffnung mit der Erkenntnis: „Das Museum ist ein Ort des Gedächtnisses. Es ist das Gedächtnis mit Hilfe von Objekten. Vergangenheit soll nicht vergessen werden, denn die Zukunft ist ohne Vergangenheit nicht vorstellbar.“

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