Achterbahnfahrt bei Kosten für Kita und Mensa in Dischingen

Die Erdarbeiten für die Neubauten von Kindertagesstätte und Mensa bei der Dischinger Egauschule (im Bildhintergrund) sind im Gange. Jetzt wurden im Gemeinderat zahlreiche Gewerke vergeben.
Die Erdarbeiten für die Neubauten von Kindertagesstätte und Mensa bei der Dischinger Egauschule (im Bildhintergrund) sind im Gange. Jetzt wurden im Gemeinderat zahlreiche Gewerke vergeben. © Foto: Foto: olv
KLAUS DAMMANN 20.03.2012
Die Bauarbeiten für die neue Kindertagesstätte und die Mensa in Dischingen haben Anfang des Monats begonnen. Bei den Angeboten gab es deutliche Abweichungen gegenüber der Kostenberechnung – nach oben wie nach unten.

Eingangs der Beratung zu den Ausschreibungsergebnissen betonte Bürgermeister Alfons Jakl, dass insgesamt für diesen ersten Block an Vergaben ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden konnte. Architektin Beate Kayser erläuterte die einzelnen eingegangenen Angebote.

Bei den Zimmermannsarbeiten für Kita und Mensa stammte das günstigste Angebot von der Ballmertshofener Firma Karlheinz Klug mit 236 276 Euro. In der Kostenberechnung der Planer waren 257 200 Euro verzeichnet. Dies bedeutete eine Einsparung von 20 923 Euro.

Um 37 004 Euro höher fielen die Kosten bei den Dachabdichtungs- und Flaschnerarbeiten aus. Das Angebot der Firma Rampp Kunststoffe aus Erkheim belief sich auf 134 804 Euro. „Hier schlägt das Pendel deutlich in die andere Richtung aus“, so die Architektin. Gründe dafür sah sie in höheren Materialpreisen sowie in ursprünglich nicht berechneten, jetzt aber mit ausgeschriebenen Aluverkleidungen.

Mit 113 207 Euro wurde die Berechnung für die Glaserarbeiten wiederum um 76 792 Euro unterschritten. Die günstigste Bieterin, die Firma Grund Fensterbau aus Essingen, hatte hier auch bereits die Ausführung dreier Schiebetüren in Aluminium statt Kunststoff als Mehrpreis berücksichtigt.

Eine leichte Einsparung von 1762 Euro ergab sich bei den Estricharbeiten. Bei 25 637 Euro lag das Angebot der Firma SP Estrichtechnik aus Lauchheim.

Jürgen Jelli vom Giengener Planungsbüro Jelli und Burkhard ging auf die folgenden technischen Gewerke ein. Im Bereich Heizung hätten fünf Firmen die Unterlagen angefordert, nur eine aber rechtzeitig abgegeben. Dies war die Dischinger Firma Aufheimer, deren Angebot bei 151 880 Euro lag – 55 192 Euro unter der Kostenberechnung der Planer.

Die Gemeinderäte zeigten sich hier überrascht, dass nur eine Firma ein Angebot abgab. Manfred Zwick wunderte sich über die deutliche Einsparung: „Da muss die Anlage vorher vergoldet gewesen sein.“ Jelli antwortete, dass in der Kalkulation ein mittlerer Preis angesetzt worden sei.

Auch im Sanitärbereich und bei den Lüftungsarbeiten stammte das jeweils günstigste Angebot von der Firma Aufheimer. Mit 107 279 Euro fiel die Summe bei Sanitär um 4722 Euro höher aus, mit 91 619 Euro bei der Lüftung um 8790 Euro niedriger.

Eine deutliche Abweichung nach oben wiederum war bei den Elektroarbeiten zu verzeichnen. Michael Weißkopf vom Bopfinger Ingenieurbüro Kummich und Weißkopf stellte dieses Ausschreibungsergebnis vor. Das günstigste Angebot stammte von der Sontheimer Firma Elektro Ströhle mit 194 058 Euro. Dies bedeutete eine Steigerung um 49 988 Euro. Begründet wurde das Ergebnis damit, dass die Kostenberechnung drei Jahre alt und es zu Kostensteigerungen gekommen sei. Zum anderen seien die Materialpreise deutlich gestiegen.

Alle Vergaben durch den Gemeinderat erfolgten einstimmig an die vorgeschlagenen Unternehmen.

Architektin Kayser fasste die Ergebnisse abschließend zusammen. Bei einer Vergabesumme von 705 320 Euro und einer Kostenberechnung von 764 749 Euro für die Kindertagesstätte ergäben sich Einsparungen von 59 429 Euro. Die Vergabesumme bei der Mensa lag mit 318 535 Euro um 775 Euro über der Kalkulation. Insgesamt betrage die Einsparung somit 58 653 Euro, unter Berücksichtigung des Anschlusses an das Nahwärmenetz gar 71 747 Euro. Beate Kayser mahnte jedoch zur Vorsicht, da es bei nachfolgenden Vergaben aufgrund von Materialpreissteigerungen im Frühjahr auch zu Verschiebungen kommen könne. Der Bürgermeister hob hervor, dass es gut sei, wenn zwei Drittel der Arbeiten vergeben seien und man immer noch im Kostenrahmen liege.

Nach dem Spatenstich kurz vor Weihnachten sei Ende Februar bis Anfang März der Schmutzwasserkanal im Baufeld der geplanten Mensa verlegt worden, so die Architektin. Kurz darauf hätten die Aushubarbeiten und die Baustelleneinrichtung für den Rohbau begonnen. Sie gehe davon aus, dass der Rohbau Kita Mitte Mai stehen könne, mit der Mensa werde zeitversetzt ein paar Wochen später begonnen. Im Januar 2013 könne dann die Kita fertig werden, im März die Mensa.