Ab Herbst schnelles Internet für Zang

Ab Herbst soll in Zang schnelles Internet verfügbar sein, bis zu 50 000 Kilobit pro Sekunde verspricht die Telekom. Lange Wartezeiten und die altbekannte Sanduhr auf dem Bildschirm haben dann ausgedient, hoffen die Zanger.
Ab Herbst soll in Zang schnelles Internet verfügbar sein, bis zu 50 000 Kilobit pro Sekunde verspricht die Telekom. Lange Wartezeiten und die altbekannte Sanduhr auf dem Bildschirm haben dann ausgedient, hoffen die Zanger. © Foto: Foto: jus
Julia Schollbach 22.03.2012
Es war ein langer Weg, doch nun ist das Ende in Sicht: Ab September soll in Zang Highspeed-Internet mit einer Übertragungsrate von bis zu 50 000 kbit/s möglich sein. Wie viel davon wirklich ankommt, wird sich allerdings erst im Herbst zeigen.

Die anlässlich der Bürgerversammlung voll besetzte Turnhalle am Mittwochabend machte es deutlich: Das Thema Internet beschäftigt die Zanger schon seit Langem – zu lang, würden viele sagen, doch scheint das Ziel nun erreicht: Im Rahmen einer Bürgerversammlung informierten Mitarbeiter der Telekom über das „Highspeed-DSL“, das ab September nun endlich auch in Zang verfügbar sein soll.

Ist es in dem Königsbronner Teilort derzeit vielfach kaum möglich, eine Übertragungsrate von vollen 1000 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) zu erreichen (300 bis 400 kbit/s sind realistischer), soll ab Herbst eine Datenübertragungsrate von bis zu 50 000 kbit/s, also 50 Megabit pro Sekunde (mbit/s) möglich sein – womit sich Zang dann über eine der schnellsten Internetverbindungen überhaupt in ganz Baden-Württemberg freuen kann. Nicht nur die Königsbronner oder die Bewohner der Waldsiedlung werden dann vermutlich neidisch nach Zang schielen.

Doch haben die Zanger auch lang genug darauf gewartet und auch beispielsweise mittels Unterschriftenaktionen dafür gekämpft. Königsbronns Bürgermeister Michael Stütz gab zu: „Für Außenstehende war es nicht immer nachvollziehbar, warum der Prozess so lang gedauert hat“. Nachdem die Gemeinde in Eigenregie Leerrohre für 81 000 Euro von Königsbronn nach Zang verlegt hatte, war es lange Zeit schwierig, einen Anbieter zu finden. Am Ende konnte die Gemeinde dank Eigenbeteiligung die Telekom als Anbieter gewinnen, diese legte in die vorhandenen Leerrohre Glasfaserkabel ein, die nun die alten Kupferkabel ersetzen und somit eine schnellere Datenübertragung ermöglichen.

Von Königsbronn nach Zang führen die Kabel durch die Leerrohre bis zu drei Verteilerstationen in Zang. Von diesen aus werden dann im letzten Schritt die Daten per Kupferleitung zu den einzelnen Haushalten übertragen.

Ob sich der Einzelne dann letztendlich tatsächlich über Highspeed-Internet freuen kann, wird sich erst im September zeigen. Denn eine theoretische Übertragungsrate von bis zu 50 Megabit pro Sekunde heißt nicht, dass auch jeder diese automatisch empfängt. Dieter Romul von der Telekom sagt: „Wir wissen letztendlich noch nicht, welche Geschwindigkeit der Einzelne bekommt“. Denn je nach Kupferleitung kommt es zu einer Dämpfung der Datenrate, weshalb auch das Kupfernetz „neu durchstrukturiert werden müsse“.

Vor allem aber auch die Entfernung vom Haus bis zur Verteilerstation bestimmt maßgeblich mit, wie hoch die Datenübertragungsmenge ist, was heißt: Je länger die Leitung, desto geringer sind die realisierbaren Datenraten. Im Radius von rund 200 Metern um die Verteilerstation sei es möglich, die volle Leistung zu empfangen, so Telekom-Mitarbeiter Peter Bohnacker, der für die technische Infrastruktur zuständig ist.

Ein Ende, so Dieter Romul, sei zudem noch nicht in Sicht. In Japan gibt es bereits Internetverbindungen, die 14 Millionen kbit/s erreichen. Für die Zanger wäre schon alles jenseits der 1000-Kilobit-Grenze ein Fortschritt.