Heldenfingen „Trina Orchestra“ begeistert in Heldenfingen

Voll bei der Sache in Heldenfingen: das „Trina Orchestra“ in der Kliffhalle.
Voll bei der Sache in Heldenfingen: das „Trina Orchestra“ in der Kliffhalle. © Foto: Sabrina Balzer
Heldenfingen / Marita Kasischke 30.07.2018
100 Musiker, drei Nationen: das „Trina Orchestra“ begeisterte sein Publikum.

Vom vielgerühmten Blutmond erlebten die rund 300 Zuhörer am Freitagabend in der Kliffhalle Heldenfingen rein gar nichts. Aber wie wurden sie entschädigt: In dem über drei Stunden dauernden Konzert des Trina-Orchesters erlebten sie, was jugendliche Musiker heute zu bieten in der Lage sind. Über 100 Musiker auf der Bühne, sieben Dirigenten und drei Musikschulleiter hatten ein „Best of“ dieser zweiten Staffel des musikalischen Zusammenschlusses von Gerstetten mit seinen Partnerstädten Cebazat und Pilisvörösvar zusammengestellt, das sich gewaschen hatte.

Und dabei blieben den Beteiligten nur vier Tage Probenzeit, und das in einer Blechhalle bei Schloss Weikersheim, wo durchschnittliche Temperaturen von rund 40 Grad herrschten, umso mehr begeisterte das vielseitige Programm, das mit Herausforderungen und Anspruch nicht geizte.

Da wäre beispielsweise gleich vorneweg die „Candide Suite“ mit ihren viel Jazz-Anleihen von Leonard Bernstein zu nennen, die das Publikum gleich zu Beginn hören und staunen ließ. Noch mehr an Takt- und Rhythmuswechsel bieten die „Bulgarian Dances“ von Franco Cesarini, ein Stück, das vor Schwierigkeiten und Hürden nur so strotzt – und auch das wurde hervorragend gemeistert.

Auch Swing ist kein Problem für die Jugendlichen, wie sich im Benny-Goodman-Medley zeigte. Sehr ergreifend und berührend gelang die Filmmusik „The Story of Anne Frank“, die pure Leidenschaft verströmte „La chanson d'orphée“ aus „Orfeu negro“, temperamentvoll gingen die „Slawischen Tänze“ von Antonin Dvořák über die Bühne.

Mit „Images of a city“ hatte am Tag zuvor Jan Jäger, einer der Dirigenten des Abends und Macher der Aktion Trina-Orchester, seine Masterprüfung an der Musikhochschule Würzburg abgelegt, und es spricht für das gesamte Projekt, dass er dies mit eben diesem Trina-Orchester statt eines Studentenorchesters tun durfte. Dass er zu Recht bestanden hat, daran dürften nach der Darbietung des monumentalen und doch sehr eleganten Werks in der Kliffhalle keinerlei Zweifel bestehen.

Auf Big-Band-Pfaden wandelte das Orchester bei „High Voltage“, und mit Bizets „Carmen“ gelang auch der Ausflug in die Opernwelt. Die Filmmusik „The Incredibles“ mit all ihrer Schrägheit beeindruckte ebenfalls – der Titel bezeichnet auch die Musiker selbst, so wie sie mit ihrer Vielseitigkeit und ihrem Können das Publikum für sich einnahmen. Die „Trinesianer“, wie sie sich selbst nennen, moderierten den Abend auch selbst auf Deutsch, Französisch und Ungarisch, ein weiterer Beweis dafür, dass die Idee der besonderen Verbindung dreier Städte, Länder und Musikschulen hervorragend umgesetzt wurde.

Ein besonderes Bonbon wurde mit dem Michael-Jackson-Medley gereicht: Ausschließlich mit Schlaginstrumenten und Bodypercussion interpretierten die Nachwuchsmusiker die Hits „Billie Jean“, „Smooth Criminal“ und „Thriller“ - und den Moonwalk gab es obendrein.

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