Heidenheim Der rebllische Spirit kam bei den „Morrisons“ zu kurz

„The Morrisons“ gaben im Brenzpark Lieder der „Doors“ zum Besten.
„The Morrisons“ gaben im Brenzpark Lieder der „Doors“ zum Besten. © Foto: Hans-Peter Leitenberger
Heidenheim / Hans-Peter Leitenberger 06.08.2018
Die „Morrisons“ spielten als „Doors“-Coverband im Brenzpark – konnten dabei jedoch nicht zu hundert Prozent überzeugen.

Die „einzige akustische Doors-Coverband weltweit“ – so die Behauptung der „Morrisons“, die am heißen Sonntagnachmittag im Brenzpark gespielt haben.

Mit der Band bot der Verein „Sommer im Park“ erneut ein musikalisches Schmankerl mit Musik der „Doors“, einer US-Band, die im Januar 1967 mit „Light my Fire“ den Einzug des Psychedelic-Rock ins eher bluesig gefärbte Rock-Geschehen markant und mit durchschlagendem Erfolg einleitete. Sänger Jim Morrison starb 1971 in Paris, und Organist Ray Manzarek 2013 in einer Klinik in Rosenheim.

Großes Klangspektrum

Das Mini-Harmonium von Pia Geiger hatte am Sonntag ein beachtliches Klangspektrum und Inga Rincke holte Psychedelisches aus ihren Drums und dem Rainmaker. Ralf Scheunert und Rochus Honold lieferten etwa eine „Reise durch die Seelenküche der Doors“. „Soul Kitchen“ hatte den Charme der cannabisgetränkten Spätsechziger, „Break On Through“ das leicht Rockige dieser Ära.

Manches klang jedoch etwas zu brav, und ab und an vermisste man die rebellische Kraft, die die „Doors“ damals in die schon etwas etablierte Bluesrock-Szene geschleudert hatten. Das lang erwartete „Light My Fire“ erklang etwas verfremdet, aber Inga Rinckes fulminantes Drum-Solo versöhnte dann wieder.

Zu brav, zu akustisch

Es erschien durchaus angebracht, mit „The Tea Party“, einer kanadischen Formation aus den Neunzigern, Klänge im Geiste der „Doors“ zu bringen – manches klang jedoch zu „akustisch“. Doch „Strange Days“ holte das Jahr 1967 wieder zurück. Da lag der rebellische Geist der „Doors“ wieder offen wie bei „Queen oft he Highway“ aus dem Jahre 1970.

Pia Geigers Harmonium beeindruckte mit rockigen Figuren und man dachte unwillkürlich an Ray Manzareks genial gespieltes Instrument. Man hätte sich dennoch mehr Stücke von den „Doors“ gewünscht, wenn auch „The Tea Party“ ein besonderes Hörerlebnis bot.

Engagiert und mit dem rauchigen Sound erklang „Universal Mind“, wo der „Freedom Man“ sich freute, der Menschheit die Freiheit zu bringen. Den rund 150 Besuchern jedenfalls gefiel der Ausflug in die psychedelischen Spät-Sechziger und es war erfrischend, einmal wieder den Spirit der „Doors“ zu erleben.

„The Doors“: eine kurze Bandgeschichte

Die US-amerikanische Rockband kann zu den erfolgreichsten Bands der 1960er Jahre gezählt werden. Gegründet wurde die Band 1965 von Jim Morrison und Ray Manzarek in Kalifornien. Nachdem Morrison 1971 in Paris starb, löste sich die Band im April 1973 auf. „The Doors“ zählen mit mehr als 80 Millionen verkauften Tonträgern zu den Interpreten mit den meisten verkauften Tonträgern weltweit.

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