Dischingen / Patrick Vetter  Uhr
Die 23. Auflage von „Rock am Härtsfeldsee“ startet am Freitag, 28. Juni.

So früh waren die Tickets für Rock am Härtsfeldsee bisher noch nie vergriffen. Schon Ende April konnten die Festivalorganisatoren auf der Homepage verkünden: „Ihr seid der Wahnsinn: ausverkauft.“ Am Freitag, 28. Juni, und Samstag, 29. Juni, organisiert der Verein „Jugend Dischingen“ die 23. Ausgabe des Festivals. „Das Programm wurde sehr positiv aufgenommen. Normalerweise sind erst im Juni die letzten Karten weg“, sagt Ralf Eberhardt, der Pressesprecher der Veranstalter.

8000 Karten, an jedem Festivaltag 4000, sind also weg. Rund 90 Prozent Prozent seien dieses Mal online gekauft worden, auch weil viele direkt ein aktuelles T-Shirt mitbestellt haben. Das habe sich die vergangenen Jahre verändert. Rund 3500 der Besucher sind an beiden Tagen da – der Großteil von ihnen campt auf dem Festivalgelände. „Das macht uns auch aus. Die meisten Leute kommen wegen dem Flair. Da ist es eigentlich gar nicht so wichtig, wer letztendlich spielt“, erklärt Eberhardt.

Trotz allem wartet das diesjährige Line-up Up wieder mit einigen Höhepunkten für die Festivalbesucher auf. „Im vergangenen Jahr lief ‚Alestorm‘ auf allen Festivals hoch und runter. Und ‚U.D.O.‘ kennen alle älteren Fans“, beschreibt Eberhardt die Hauptattraktionen des Festivalfreitags als absolute Publikumsmagneten. „Da wird das Zelt voll sein. Sonst ist es aber so, dass das Publikum sich je nach Band durchwechselt“, erklärt der Mitorganisator. Komplettiert wird der Freitag von den „Apokalyptischen Reitern“ aus Weimar und „Mr. Irish Bastard“. „Onkel Tom“ alias Tom Angelripper ist eigentlich Sänger und Bassist der Thrash-Metal-Band „Sodom“. Er wird sich am Freitag mit seinen Bandkollegen ein Duell auf der Bühne liefern, das es so noch nicht gab.

„In Extremo“ als Höhepunkt

„In Extremo“ wird der Headliner des zweiten Festivaltages. Die siebenköpfige deutsche Band macht Mittelalterrock und ist für die Härtsfeldsee-Rocker nach ihrem Auftritt 2006 ein alter Bekannter. Vorher stehen „Kissin Dynamite“ mit Hits von ihrem neuen Album und „Sonata Arctica“ vor dem aufgeheizten Publikum. Außerdem spielen noch „End of Green“, die schon öfter am See waren, die „Drunken Swallows“ mit ihrem Punkrock und die Lokalmatadoren von „Parasite Inc“.

„Mit dem Programm hatten wir dieses Jahr großes Glück“, ist Eberhardt zufrieden. Welche Bands spielen, hänge von mehreren Faktoren ab: Da es immer mehr Festivals gibt, gibt es auch immer mehr Überschneidungen – zeitlich wie räumlich. Festivalveranstalter machen Verträge mit Bands, die ihnen nicht erlauben, in einem gewissen Umkreis nochmal ein Festival in derselben gleichen Saison zu spielen. Außerdem werden die Gagen immer höher: „Das ist für kleine Festivals wie uns echt schwierig.“

Am Wochenende vor dem Festival wird dann aufgebaut. Neben 100 Vereinshelfern Vereinshelfern und Freunden sind auch der Feuerwehrverein Balmertshofen, das DRK und Security wieder dabei. „Bei einer Pyrotechnik-Show von ‚In Extremo‘ wird die Feuerwehr wieder im Einsatz sein“, verrät Eberhardt. Insgesamt ist aber alles Routine: „Alles wird gemacht wie vergangenes Jahr. Nur ein Container mit mehr Damentoiletten kommt dazu.“

Auch wenn der Kartenverkauf gut lief, größer wird das Festival nicht: „Das geht auf dem Platz aus Naturschutzgründen und ganz einfach wegen fehlender Manpower nicht.“ Das Motto bleibt: „Kurze Wege, günstige Preise und familiäre Stimmung.“