Itzelberg „Groß-Gastronomie“ am Itzelberger See noch in der Schwebe

Modernisiert und erweitert werden soll die Gastronomie beim Minigolfplatz. Doch ob überhaupt gebaut werden darf, ist derzeit noch völlig offen. Zunächst mal muss ein Bebauungsplan für das Gebiet die behördlichen Hürden nehmen.
Modernisiert und erweitert werden soll die Gastronomie beim Minigolfplatz. Doch ob überhaupt gebaut werden darf, ist derzeit noch völlig offen. Zunächst mal muss ein Bebauungsplan für das Gebiet die behördlichen Hürden nehmen. © Foto: Gerhard Stock
Itzelberg / Gerhard Stock 08.11.2018
Der Betreiber des Minigolfplatzes am Itzelberger See hält Ängste vor einer „Groß-Gastronomie“ für übertrieben. Wie sehen Königsbronner Kommunalpolitiker die geplante Erweiterung?

Befürchtungen, beim Minigolfplatz am Itzelberger See werde eine ganzjährig geöffnete „Groß-Gastronomie“ etabliert, treiben in Itzelberg besorgte Bürger um und gaben schon Anlass zu einer Anfrage im Gemeinderat. Eugen Oelkuch, Betreiber des Minigolfplatzes, hält jedoch sowohl den Begriff als auch die dahinter stehenden Ängste für maßlos übertrieben. „Ich bin sogar schon gefragt worden, ob ich hier ein Hotel hinstellen möchte“, ärgert sich Oelkuch und betont, dass alles noch in der Schwebe sei.

Ob das seit etwa einem Jahr verfolgte Vorhaben überhaupt realisiert werden könne, hänge von einem Zuschuss ab, um den man sich derzeit bemühe und ohne den auch nicht gebaut werden könne: „Wir sind ja schließlich keine Millionäre.“ Was genau geplant ist, will er jedoch derzeit nicht darstellen – erst, wenn feststehe, dass gebaut werden darf. „Jeder kann doch das Plätzle am See sehen und sich in etwa vorstellen, wie groß oder klein der Anbau ausfallen würde“, lässt er Raum für Spekulationen. Im Prinzip gehe es darum, Familienfeste wetterunabhängig ausrichten zu können.

„Wir hatten schon den Fall, dass es bei einer Hochzeit reingeregnet hat“, so Oelkuch. Immer wieder bewirte man Gruppen und wolle diese künftig zeitgemäß versorgen können. Der jetzige Wirtschaftsbetrieb sei in die Jahre gekommen und entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen. Obendrein stehe familienintern ein Generationswechsel an. Seit er in Rente gegangen sei, so Eugen Oelkuch, packe sein Sohn mit an und „der Tag X“ komme bestimmt.

Verständnis für Anlieger-Nöte

„Größtes Verständnis“ äußert der bisher saisonabhängig wirtschaftende Gastronom für die Nöte von Anliegern der Uferstraße, die dem Verkehrsdruck ausgesetzt sind. „Für die Häuser dort ist das sicher eine Katastrophe, doch was kann ich ändern?“ Auch bei ganzjährigem Betrieb bedeute das nicht, dass dann „täglich 300 Autos mehr hier parken“. Der zur Verfügung stehende Platz sei einfach begrenzt.

Für problematisch hält Oelkuch Überlegungen, den hinteren Teil der Uferstraße komplett zu sperren, denn „dann müssen wir beim Café Seeblick parken und dann ist dort alles dicht“. Wenn schon sperren, so meint er, dann bereits im Bereich der Alleestraße oder gar Kapellenstraße.

Gemeinderat Joachim Wötzel vom Unabhängigen Wählerblock, sieht das Oelkuch-Vorhaben kritisch. Das Umfeld dürfe nicht weiter belastet werden, da bisher schon „alles an der Grenze“ sei. Im Blick auf die Verkehrs- und Parkprobleme kann er sich als Lösung vorstellen, die Uferstraße ab den Brugger-Garagen mittels versenkbarer Pfosten für den Durchgangsverkehr zu sperren und für die Bewohner der vier Häuser dahinter ersatzweise Fertiggaragen im vorderen Bereich zu schaffen. Dafür müsse man eben Fläche vorm alten Rathaus in Anspruch nehmen.

Die Mehrheit des UWB, so schätzt Wötzel, stehe der Erweiterung am Itzelberger See ablehnend gegenüber, auch wenn in Königsbronn hoher Bedarf an Gastronomie herrsche und man derzeit keinen größeren Raum für Versammlungen mehr buchen könne.

Naturschutz beachten

Den Mangel an gastronomischen Anlaufstellen gibt auch Christl Schäfer von der Fraktion Unabhängige und Bündnis 90/Die Grünen zu bedenken, aktuell vor dem Hintergrund, dass nun auch das Café Seeblick für drei Wochen bis zum 28. November geschlossen habe. Andererseits gelte es, den Naturschutz am See und vor allem die Belange der Anlieger zu berücksichtigen. Zuerst, so Schäfer, müssten die Parkprobleme in der Uferstraße gelöst werden, und sei es durch eine Sperrung ab dem „Seeblick“. Erst danach könne man sich guten Gewissens mit der Minigolf-Gastronomie befassen.

Einerseits, so Hermann-Josef Boch von der CDU-Fraktion, wolle und brauche man in Königsbronn dringend Gastronomie, andererseits müsse in Itzelberg dringend das Verkehrsproblem in der Uferstraße gelöst werden, und sei es durch eine Sperrung mittels Pollern, die für die Anlieger durchlässig gestaltet werde. Zudem müsse darauf hingewirkt werden, dass die See- und Minigolfplatzbesucher schon bei C.F. Maier parken könnten. Ein guter Weg sei hier bereits vorhanden, dieser aber möglicherweise noch zu wenig bekannt. Bei der Erweiterung gehe es sicher nicht um die Schaffung eines großen Tanzsaals, sondern vielmehr darum, Gäste nicht im Regen sitzen lassen zu müssen.

Plädoyer für Gesamtlösung

Dass alles noch ganz am Anfang steht, gibt Engelbert Frey von der SPD-Fraktion zu bedenken. Eine Diskussion über die Erweiterung habe noch nicht stattgefunden, geschweige denn sei etwas beschlossen worden. Im Zuge des anstehenden Bebauungsplanverfahrens kämen alle wichtigen Fragen auf den Tisch. Das Oelkuch-Vorhaben könne man aber nicht isoliert betrachten, in jedem Fall müsse für Itzelberg eine Gesamtlösung her, in die man auch die Toilettensituation und den Kiosk auf der anderen Seeseite mit einbeziehen müsse.

Bisher, so Frey, sei es nicht gelungen, die mit der Blechlawine verbundenen Parkprobleme in den Griff zu bekommen, so dass es einen neuen Ansatz brauche, zum Beispiel in Form einer Sperrung der Uferstraße. Mit Blick auf die ausgedünnte Gastronomielandschaft in Königsbronn müsse man sehr froh darüber sein, wenn heutzutage „überhaupt jemand etwas auf die Beine stellen will“.

Anlieger wünschen sich ein effektives Verkehrskonzept

Falschparker sind das größte Problem an der Uferstraße beim Itzelberger See. Aufgrund der beengten Verhältnisse geht das zu Lasten der Anlieger, die oft Schwierigkeiten haben, auf ihr Grundstück zu gelangen.

Die Gemeinde ahndet Verstöße zwar konsequent, doch nützt das aufgrund des großen Andrangs in der Hauptsaison wenig. „Ist der eine mit seinem Strafzettel weg, kommt schon der nächste und blockiert die Ausfahrt“, sagt ein Anlieger.

Größter Wunsch der Anlieger ist ein „ordentliches Verkehrskonzept, das auch funktioniert“. Die bisherige Beschilderung etwa sei zu klein und unauffällig. Hanspeter Rieger aus der Uferstraße 13 beispielsweise hofft auf den Gemeinderat und sieht die größte Chance für einen Durchbruch beim nun anstehenden Verfahren zur Erstellung eines Bebauungsplans.

Der geplanten Erweiterung der Gastronomie am Minigolfplatz steht Rieger trotz vielem Ärger und Aufwand relativ neutral gegenüber: „Ich sehe ein, dass jemand seinen Lebensunterhalt verdienen möchte. Mir persönlich wäre jedoch das Risiko zu groß, dass es letztlich doch bei einem reinen Sommerbetrieb bleibt.“

Eine Überlegung wert findet er, im Café Seeblick anzuklopfen und eventuelle Nachfolgemöglichkeiten zu prüfen. Die Idee von der Sperrung der Uferstraße hält Rieger im Blick auf die Anliegerprobleme „persönlich für gut“, im Blick auf das Oelkuch-Vorhaben jedoch für schwierig.

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