Königsbronner Gespräche „Königsbronner Gespräche“ sollen wie gehabt fortgeführt werden

Volles Haus gab's bei den Königsbronner Gesprächen bisher eigentlich immer. Geht's nach Roderich Kiesewetter, soll das auch 2018 wieder der Fall sein. Dieses Jahr geht es hauptsächlich um das Thema Cybersicherheit.
Volles Haus gab's bei den Königsbronner Gesprächen bisher eigentlich immer. Geht's nach Roderich Kiesewetter, soll das auch 2018 wieder der Fall sein. Dieses Jahr geht es hauptsächlich um das Thema Cybersicherheit. © Foto: Archiv/Markus Brandhuber
Königsbronn / Carolin Wöhrle 09.01.2018
Roderich Kiesewetter erklärt, was für 2018 und in Zukunft geplant ist. Derweil sind sich Reservisten- und Bundeswehrverband uneins darüber, wer für die Absage 2017 verantwortlich ist.

Nachdem die Veranstaltung 2017 recht kurzfristig abgesagt worden war, geht es in diesem Jahr weiter mit den Königsbronner Gesprächen: Am Samstag, 14. April, ab 10 Uhr wird der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl als Hauptredner erwartet. Titel: „Wie verletzbar ist unsere Gesellschaft? Sicherheit der Bürger im Lichte aktueller Herausforderungen“

Das Sicherheitsforum an sich findet dieses Mal in verkürzter Version nur an einem Tag statt. Geht es nach dem CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter, der gemeinsam mit dem Bundeswehrverband wieder als Organisator dabei ist, soll es dabei aber nicht bleiben: „Das hat heuer tatsächlich nur mit den Kosten zu tun“, erklärt er. „Mein Ziel ist aber schon, den Gesprächen so viel Raum zu geben, wie sie benötigen.“

„Gespräche sind werbefrei“

Auch, was das Konzept der Königsbronner Gespräche anbelangt, soll an Bewährtem festgehalten werden: „Die Veranstaltung soll auf jeden Fall weitergehen, wie wir sie einst angelegt hatten: Es geht um Sicherheit, aber eben längst nicht nur um Verteidigung und schon gar nicht um Rüstung.“ Kiesewetter spricht damit einen Vorwurf an, der ihm seit Beginn der Veranstaltung von verschiedenen Seiten gemacht worden war.

Teils heftige Proteste unter anderem der Antifa begleiteten die Königsbronner Gespräche von Beginn an. „Es ärgert mich immer, wenn behauptet wird, da säßen Rüstungsfirmen mit im Boot“, so Kiesewetter weiter. „Die Königsbronner Gespräche sind werbefrei, ich habe noch nie Angebote von Firmen angenommen, obwohl es durchaus schon welche gab.“

Auch thematisch und organisatorisch will man den Vorwürfen in diesem Jahr entgegentreten: Mit dabei unter den Organisatoren ist die Konrad-Adenauer-Stiftung: „Einmal mehr ein ziviler Partner“, betont Kiesewetter.

Beim Hauptthema in diesem Jahr geht es vor allem um Cybersicherheit und Zivilschutz. Dazu passend wurde der IT-Experte Sandro Gaycken eingeladen. Er war einst Hacker beim Chaos-Computer-Club und ist Direktor des Digital Society Institute an der European School of Management and Technology in Berlin.

Er ist zudem Berater der Bundesregierung und der Nato in Fragen der IT und Geheimhaltung.

Reservisten erklären Absage neu

Derweil sieht sich der Deutsche Reservistenverband veranlasst, noch einmal klarzustellen, warum die Veranstaltung 2017 aus seiner Sicht tatsächlich abgesagt werden musste. Ursprünglich war die Absage damit begründet worden, dass im Jahr der Bundestagswahl die gewünschten Referenten nicht zu haben gewesen seien.

Jetzt präzisiert der Verband: „Wenige Wochen vor den Königsbronner Gesprächen 2017 teilte der Geschäftsführer der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung, Dr. Martin Rudloff (Anm. d. Red.: Dr. Michael Rudloff), dem Reservistenverband schriftlich mit, dass die Karl-Theodor-Molinari-Stiftung und damit der Deutsche Bundeswehrverband von der Organisation zurücktreten“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Entgegen der Berichterstattung der vergangenen Wochen in den lokalen Medien des Ostalb-Kreises sagte der Reservistenverband die Königsbronner Gespräche 2017 nicht einfach ab. Er war vielmehr gezwungen, sie abzusagen.“ Warum? Weil man, so heißt es weiter, so kurzfristig weder den dadurch wegfallenden „fünfstelligen Betrag“ habe ersetzen noch die zusätzlichen Referenten für die Diskussionsrunden habe organisieren können.

Bundeswehrverband dementiert

Auf Nachfrage dementiert der Sprecher des Deutschen Bundeswehrverbandes, Jan Meyer, diese Version: „Die Gründe, die zur Absage der Königsbronner Gespräche 2017 geführt haben, lagen eindeutig nicht bei der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung und damit auch nicht beim Deutschen Bundeswehrverband.“ Man halte es allerdings auch nicht für zielführend, sich im Nachhinein an „öffentlichen Schuldzuweisungen“ zu beteiligen.

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