Herbrechtingen Der 29-jährige Dennis Picknik will Bürgermeister werden

Dennis Picknik ist der vierte Kandidat, der sich um das Amt des Bürgermeisters in Herbrechtingen bewirbt.
Dennis Picknik ist der vierte Kandidat, der sich um das Amt des Bürgermeisters in Herbrechtingen bewirbt. © Foto: Sabrina Balzer
Herbrechtingen / Elena Kretschmer 23.01.2019
Als tief verwurzelter Herbrechtinger rechnet sich der 29-jährige Dennis Picknik durchaus eine Chance auf das Amt des Stadtoberhauptes aus. Im Rathaus ist er kein Unbekannter.

Meine Familie war kurz geschockt, als ich ihr die Neuigkeiten ganz beiläufig beim Mittagessen aufgetischt habe“, erinnert sich Dennis Picknik. Schließlich erfährt man nicht alle Tage, dass der (Enkel-)Sohn sich um die Stelle des Bürgermeisters in Herbrechtingen beworben hat. Am Ende sei die Resonanz aber sehr positiv ausgefallen, „weil sie wissen, dass ich ein offener Mensch bin, der auch umsetzt, was er angefangen hat. Sie trauen es mir auf jeden Fall zu.“

Der 29-Jährige ist überzeugt, dass er sich gut vorbereitet hat und auch die fachliche und soziale Kompetenz für das Amt mitbringt. Außerdem ist er in seiner Heimatstadt tief verwurzelt: „Ich bin in Herbrechtingen geboren, zur Schule gegangen, wohne hier, obwohl ich in Ulm arbeite, und habe viel Familie hier.“ Der Name Picknik sei vielen geläufig, was ihn seine Kandidatur besonders gut abwägen ließ. „Aber ich riskiere es, auch wenn es vielleicht in die Hose geht.“

Augenzwinkernd räumt er ein, während der Schulzeit nicht der Fleißigste gewesen zu sein – „da habe ich mich mehr auf meine Hobbys und den Sport konzentriert“. Doch nach seinem Hauptschulabschluss absolvierte Picknik seine erste Ausbildung bei BSH in Giengen, blieb danach noch ein Jahr. „Aber da ich gerne mit Menschen arbeite, war das Fließband nicht das richtige Umfeld.“ Also schaute er sich nach einem neuen Ausbildungsplatz um.

„Die Verwaltung hat mich schon immer interessiert. Deshalb habe ich 2010 ein Praktikum bei der Stadt Herbrechtingen gemacht.“ Dabei gewann Picknik einen Einblick in die verschiedenen Verwaltungsbereiche – Finanzen, Grundstücke, Familie, Sport, Bildung und Kultur – und bewarb sich dort schließlich auch für die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. „Leider hat das nicht geklappt.“

Letztendlich machte er in Ulm die Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann und bildete sich nebenberuflich stetig weiter. „Heute bin ich dort als Personalberater tätig, kümmere mich ums Recruiting, mache das Reporting, bin für den Arbeitsschutz zuständig und habe noch eine Weiterbildung zum Social Media Manager gemacht.“

Fit und breit aufgestellt

Als Quereinsteiger sieht sich Picknik nicht, denn „die freie Wirtschaft ist zwar variabler, aber im Grunde funktioniert das auch wie in der Verwaltung“. Statt eines Haushaltsplans gebe es eben beispielsweise eine Jahreskalkulation. „Was das angeht, bin ich fit und breit aufgestellt“, sagt Picknik bestimmt.

Für ihn ist die Kandidatur „eine einmalige Chance“, in große Fußstapfen zu treten: „Oskar Mozer, Peter Kiefner und Dr.Bernd Sipple hatten jeweils drei Amtszeiten. Wenn man sein Amt gut macht, belohnen die Bürger das auch.“ Die Eigenschaften, Sipples Geschicke adäquat weiterzuführen, habe er: „Bürgernah, stressresistent, innovativ, kommunikativ, verbindlich, immer auf das Wohl der Stadt bedacht, mit Verhandlungsgeschick, Visionen, Aufgeschlossenheit. Und ich denke, ich habe auch die positive Ausstrahlung, um Bürger für Projekte zu begeistern.“ Konkret möchte Picknik die Sanierung des Bibrisschulzentrums vorantreiben, ebenso den Breitbandausbau und die Digitalisierung. „Hier kann man den Bürgerservice in Zukunft sicherlich auch entlasten.“

Was die ärztliche Versorgung angeht, sieht er den Schlüssel darin, aktiv auf die Ärzte zuzugehen und bei Bedarf umzudenken: „Wenn es keine Nachfolger gibt, könnte man an einem Ärztehaus mit einem Teilzeitmodell arbeiten.“ Zudem liegen dem ledigen, parteilosen 29-Jährigen der Ausbau der Kita-Plätze und Schulkinderbetreuung am Herzen, speziell auch das Volksbegehren für gebührenfreie Kitas.

In Sachen öffentlicher Nahverkehr schwebt ihm vor, für Schichtarbeiter bessere Anbindungen zu schaffen und dafür auch mit Firmen ins Gespräch zu kommen. Generell möchte er eine größere Bürgerbeteiligung, vor allem was Projekte wie den Herbrechtinger Bahnhof oder die Ratsstuben betrifft. „Wir können Ideen sammeln und so vielleicht eine Lösung finden.“

Es gebe viele spannende Projekte, denen Picknik sich gerne widmen würde. Derzeit ist er mit dem Wahlkampf beschäftigt, hat Flyer in Auftrag gegeben, will Plakatwerbung machen und eine Internetseite erstellen. Und er wirkt zuversichtlich: „Ich hoffe, dass ich als einer der Favoriten ins Rennen gehe.“

Kandidatenvorstellung

Termine für eine offizielle Vorstellung der Kandidaten gibt es bereits. Wie Dennis Picknik weiß, findet der erste am 8. März in der Oskar-Mozer-Halle in Herbrechtingen statt. Am 11. März geht es dann weiter in der Alten Turnhalle in Bolheim sowie am 13. März in der Bissinger Mehrzweckhalle. Genaue Uhrzeiten werden noch bekannt gegeben.

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