Gussenstadt Seit 30 Jahren fürs Brauwesen aktiv

Beim 30. Geburtstag der Erzeugergemeinschaft waren vertreten: Geschäftsführer Christoph Kumpf, Martin Grath (Grüne), Margit Stumpp (Grüne) Landwirtschaftsmister Peter Hauk, Roderich Kiesewetter (CDU),,Landrat Thomas Reinhardt, Hermann Färber (CDU), Vorstand Manfred Hoffie und Ulrich Kumpf (von links).
Beim 30. Geburtstag der Erzeugergemeinschaft waren vertreten: Geschäftsführer Christoph Kumpf, Martin Grath (Grüne), Margit Stumpp (Grüne) Landwirtschaftsmister Peter Hauk, Roderich Kiesewetter (CDU),,Landrat Thomas Reinhardt, Hermann Färber (CDU), Vorstand Manfred Hoffie und Ulrich Kumpf (von links). © Foto: bi
Gussenstadt / Ulrich Bischoff 10.08.2018
Die Gussenstadter Erzeugergemeinschaft für Braugerste und Brauweizen besteht seit 30 Jahren.

Seit dreißig Jahren befasst sich die Erzeugergemeinschaft Braugerste mit dem sensiblen Anbau der speziell fürs Bier gezüchteten Gerstensorten. Der Geburtsort für die 1988 aus der Taufe gehobene Erzeugergemeinschaft war der Landgasthof Hirsch in Gussenstadt. Dorthin hatte Manfred Hoffie, der Sohn des einstigen Mitbegründers Hans Hoffie, seine bäuerlichen Kollegen eingeladen um mit diesen, zusammen mit politischer Prominenz, das damals bedeutsame Ereignis zu feiern.

Hoffies Partner war Wilhelm Kumpf, der Inhaber der Geislinger Kaiser Brauerei, der mit dem Sortenmischmasch der angelieferten Gerstenkörner nicht zufrieden war. Kumpf setzte auf geschmacklich hochwertige Qualitätsbiere, als Voraussetzung für die Malzfähigkeit und Keimenergie der Gerste. 22 Landwirte erkannten den Trend, schlossen sich zur der Erzeugergemeinschaft Braugerste zusammen und profitierten nach sorgfältiger Aussaat und maßvoller Düngung von dem Aufgeld, das ihnen Kumpf für ihre Gerste bot.

Das Beispiel habe sich in der Region bewährt

Heute hat sich das „tolle Beispiel für die lebhafte Pioniertätigkeit in unserer Region“ bewährt. So sah es Landrat Thomas Reinhardt und sprach von Tatkraft und guten Argumenten. Manfred Hoffie erinnerte an die Gründerjahre und an die damalige Sorge der Landwirte der Braugerstenmarkt könnte wegbrechen. Er brach nicht weg „und Opa wäre stolz“, ließ der Enkel des einstigen Pioniers, der junge Braumeister Christoph Kumpf vernehmen. Er hat mit Sudhaus und Brauerei die Nachfolge seines Vaters Hans-Friedrich Kumpf angetreten und weiß um den Geschmack seiner Kunden, die ähnlich wie beim Wein auch beim Bier vermehrt auf Qualität setzen.

„Ein Produkt mit Gesicht“

Für Landwirtschaftsminister Peter Hauk, dem prominentesten Redner des Jubiläumstages, wird Bier zwar weltweit getrunken, etwas Besonderes aber sei es, wenn das Produkt aus der Region komme und der Mensch ihm ein Gesicht gebe. Dann dürfe der Preis auch etwas höher sein. Baden-Württemberg sei nicht nur ein Wein-, sondern auch ein Bierland.

Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen befasste sich Hauk eingehend mit dem Klimawandel, deren Leidtragende die Landwirte seien. Mit einem weiteren Anstieg der Wetterextreme sei zu rechnen, „heute aber haben wir, im Gegensatz zu den 1950er Jahren die Mittel, diesen entgegen zu wirken“. Zugunsten der bedrohten Landwirtschaft gelte es Risikorücklagen zu bilden.

Ehe es zur Ehrung der 18 heimischen Landwirte kam, die der Erzeugergemeinschaft aktuell angehören, würdigte Christa Duller in Versreimen die einstige Pioniertat und überreichte Minister Peter Hauk einen Korb mit regionalen Köstlichkeiten.

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