Fleinheim 35-jähriger Fleinheimer sucht Traumfrau bei „Bauer sucht Frau“

Der Fleinheimer Bio-Bauer Marco Mailänder will mit der RTL-Show „Bauer sucht Frau“ eine Partnerin fürs Leben finden.
Der Fleinheimer Bio-Bauer Marco Mailänder will mit der RTL-Show „Bauer sucht Frau“ eine Partnerin fürs Leben finden. © Foto: Christian Thumm
Fleinheim / Joelle Reimer 18.10.2018
Der 35-jährige Marco Mailänder aus Fleinheim sucht im Fernsehen seine Traumfrau. Im Interview erzählt der Bio-Bauer, warum ihm das als Landwirt bisher nicht leicht gefallen ist.

Eine Portion Herzschmerz, gemischt mit etwas Mitleid, und ein klein bisschen Fremdschämen gehört auch dazu: Die RTL-Sendung „Bauer sucht Frau“ geht im Herbst in die nächste Runde. Mit dabei: Der 35-jährige Marco Mailänder, der in Fleinheim einen Bio-Bauernhof mit 34 Milchkühen und etlichen Kälbern betreibt. Den Hof hat er vor zehn Jahren von seinem Großonkel geerbt, nun lebt er dort mit seiner Oma, seiner Mutter, seiner Großtante und seinem Bruder. Im Interview spricht er über den Alltag als Landwirt, über fehlende Zeit für die Partnersuche und darüber, was ihm beim Dreh der „Kandidatenvorstellung“ besonders schwer gefallen ist.

Bei „Bauer sucht Frau“ wollen Bauern die große Liebe finden. Sie auch?

Marco Mailänder: Ja, klar . . . In meinem Alter wird es jetzt dann schon Zeit dafür. (lacht)

Mal im Ernst. Sie bezeichnen sich selbst als zurückhaltend. Wie kommt man dann auf die Idee, bei einer Fernseh-Dating-Show mitzumachen?

Mailänder: Wir schauen „Bauer sucht Frau“ eigentlich schon immer. Das ist bei uns im Dorf so, wie wenn andere zum Fußball gehen. Meine Kumpels sagen schon jahrelang, ich solle da doch mitmachen.

Und dieses Jahr haben Sie sich einfach mal beworben?

Nein. Zwei Freunde haben mich angemeldet. Ich wusste aber davon und habe zugestimmt. Ich habe gesagt: Wenn ihr mich anmeldet, okay – dann mache ich mit.

Sie sind also schon länger alleine?

Zweieinhalb Jahre . . .

. . . was ja jetzt keine Ewigkeit ist . . .

Nein, klar. Aber es ist halt immer viel Arbeit hier. Und ich gehe auch nicht mehr so oft weg, nehme nicht mehr jede Party mit . . . Wenn, dann mag ich eher das gemütliche Zusammensitzen.

Und da wird es schwierig, jemand Neues kennenzulernen.

Genau. Ein Stadtmensch bin ich eigentlich nicht – in Heidenheim trifft man mich also fast nie. Und Fleinheim ist nicht gerade riesig.

Mit 35 Jahren sind Sie einer der jüngsten Kandidaten. Fällt es Landwirten tatsächlich schwerer, jemanden kennenzulernen?

Ja, ich denke schon. Samstag und Sonntag sind eben oft ganz normale Arbeitstage, da bleibt nicht viel Freizeit – und nicht viel Gelegenheit für Bekanntschaften.

Sie sind rund um die Uhr beschäftigt und an Ihren Ort gebunden, oder?

Natürlich. Ich habe es aber zum Glück dadurch etwas einfacher, dass ich einen Melkroboter habe. So bin ich nicht an fixe Zeiten gebunden. Dann kann man morgens auch mal ausschlafen oder übers Wochenende verreisen . . .

. . . vielleicht mit Ihrer künftigen Traumfrau. Wie ist das jetzt für Sie: Warten Sie einfach mal ab, was auf Sie zukommt?

Genau. Das war generell so, bei allen Etappen, die man bei „Bauer sucht Frau“ durchlaufen muss.

Erzählen Sie mal: Wie läuft das ab?

Angefangen hat es mit der Bewerbung im Frühjahr. Dann hat sich RTL bei mir gemeldet. Die wollten nähere Infos über mich, dann kamen sie zum Probe-Dreh.

Um zu testen, wie fernsehtauglich Sie sind?

(Lacht) Nein! Ein paar Tage später sind sie angerückt und haben im Prinzip dasselbe gedreht, was kürzlich im Fernsehen gekommen ist – eine erste Vorstellung von mir. Das wurde den Programmmachern gezeigt, und dann haben sie mich letztlich wirklich ausgewählt.

Ihre erste Reaktion?

Ich dachte, ich bin bei „Verstehen Sie Spaß“. Ich konnte es überhaupt nicht glauben.

Sicher weiß bereits das ganze Dorf Bescheid, oder?

Ja, klar – ich war das Dorfgespräch schlechthin. Manche waren natürlich neugierig und haben gleich beim Probe-Dreh vorbeigeschaut.

Was sagt Ihre Familie dazu, was sagen Ihre Freunde?

Meine Freunde stehen voll hinter mir. Meine Mutter war erstmal geschockt. Sie hat gesagt: „Du wirst doch auch hier noch eine finden!“ – aber inzwischen hat sich, glaube ich, meine Familie daran gewöhnt.

Dating im Fernsehen – warum nicht übers Internet? Facebook, Partnerbörsen, Tinder?

Das habe ich auch mal versucht. Es gibt sogar extra Portale für Landwirte. Ich habe da auch einige Frauen kennengelernt, aber es hat einfach noch nicht gepasst. Oft ist auch die Entfernung sehr weit . . .

Das kann aber doch bei „Bauer sucht Frau“ auch passieren . . .

Schon, ja. Das Schöne ist aber, dass man gleich die Hofwoche hat, in der man sich näher kennenlernen kann. Mal sehen, ob das bei mir dann den Ausschlag gibt. Und wenn's grundsätzlich passt, ist die Entfernung egal.

Wie geht's jetzt weiter?

Jetzt können sich die Mädels bewerben. Ich darf dann zwei auswählen, die mir gefallen, und sie auf das Scheunenfest einladen. Je nachdem, wie es läuft, könnte ich danach in der Hofwoche auch beide mit nach Fleinheim nehmen.

Viele stellen sich das Landleben idyllisch, ja fast schon romantisch vor. Ihr Alltag sieht sicher oft anders aus. Wie sollte Ihre Traumfrau denn sein, damit sie in diesen Alltag passt?

Spontan. Anpassungsfähig. Aufgeschlossen. Das ist ja eben oft das Problem: Dass die Frau nicht versteht, wenn ich später heimkomme, weil ich noch etwas fertig machen muss. Dass ich mich auch nach dem Wetter richten muss. Denn wenn das am Wochenende passt, arbeite ich am Wochenende.

Schätzfrage: Wie viele Einsendungen bekommen Sie?

(Lacht) Keine Ahnung! Das weiß ich nicht, und ich habe auch nicht nachgefragt. Meine Kumpels sagen zwar, ich bekomme sicher genug Zusendungen, aber ich lass es einfach mal auf mich zukommen.

Hand aufs Herz: Die großen Gefühle vor der Kamera, kann das funktionieren?

Teilweise. Die Dreharbeiten fielen mir zum Beispiel leicht, das war alles sehr natürlich und ich durfte viel mitbestimmen. Dadurch wirkt alles ganz locker und gar nicht steif. Aber klar, wenn dann eine Frau da ist und Gefühle im Spiel sind – ich weiß es nicht. Ich habe ja selbst noch nie mitgemacht. Andererseits läuft die Kamera ja auch nicht den ganzen Tag . . .

Inka Bause, die Moderatorin: Ist sie so, wie man sie aus dem Fernsehen kennt?

Ja. Ganz locker, ganz natürlich. Zwischendurch mal ein Witz – sie macht es einem leicht, sich vor der Kamera wohlzufühlen. Das Schwierigste beim Dreh war für mich, Hochdeutsch zu sprechen.

Sie mussten Hochdeutsch sprechen?

Nein! Aber meine Freunde haben schon gewettet, ob ich wohl einen Untertitel bekommen werde. Ich habe mich angestrengt – und hab's zum Glück ohne geschafft!

Hier kann man sich die ganze Folge vom Montag, 15. Oktober nochmal anschauen.

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