Heldenfingen 24-Stunden-Wanderung: ein Mammutmarsch durchs Lonetal

Wanderführer Manfred Stampf (rechts) hat die etwa 70 Kilometer lange Strecke für die 24-Stunden-Wanderung ausgearbeitet und mehrfach abgelaufen. SAV-Ortsgruppen-Vorsitzender Klaus Steinat kümmert sich um die Verpflegung der Teilnehmer.
Wanderführer Manfred Stampf (rechts) hat die etwa 70 Kilometer lange Strecke für die 24-Stunden-Wanderung ausgearbeitet und mehrfach abgelaufen. SAV-Ortsgruppen-Vorsitzender Klaus Steinat kümmert sich um die Verpflegung der Teilnehmer. © Foto: Karin Lorenz/Archiv
Heldenfingen / Christine Weinschenk 19.06.2018
„Soweit die Füße tragen“ ist das Motto einer 24-Stunden-Wanderung der SAV-Ortsgruppe Heldenfingen am 27. Juli.

Wandern von 17 Uhr bis 17 Uhr. Für Bewegungsmuffel erzeugt allein der Gedanke schon Blasen an den Füßen. Andere spornt die Vorstellung an. So ging es auch Wanderführer Manfred Stampf, bevor er im Jahr 2003 zum ersten Mal an so einer Mammutwanderung teilnahm. „Ich wollte mir einfach bestätigen, dass ich das schaffe“, fasst er seine Motivation zusammen. Er schaffte es und konnte offensichtlich nicht mehr genug davon bekommen. Bereits 16 Mal nahm der 63-Jährige an 24-Stunden-Wanderungen in Südtirol teil – und mehrfach auch schon an 36-Stunden-Märschen. Auch im Alltag ist er gut zu Fuß. Seit 18 Jahren unternimmt er sechs Tage pro Woche eine kleine Nachtwanderung, denn er trägt jeden Morgen die HZ in Heldenfingen aus. „Das ist ein Hobby für mich. Ich brauche ohnehin wenig Schlaf.“

Im vergangnen Jahr wurde er dann gefragt, ob man so ein 24-Stunden-Wander-Event nicht auch im Landkreis veranstalten könnte. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Heldenfingen des Schwäbischen Albvereins, Klaus Steinat, war auf ihn zugekommen. „Er meinte einfach, dass man in Zeiten des Mitgliederschwunds, den Leuten etwas Besonderes bieten müsse.“

„Das große Glücksgefühl“

Gesagt getan. 13 Teilnehmer gingen an den Start – und alle haben die 24 Stunden geschafft. Und das, obwohl offenbar nicht alle gut trainiert waren. „Es waren auch Leute dabei, die vielleicht einmal pro Jahr zehn Kilometer wandern“, so Stampf. Leichte Blessuren und Blasen müsse man dann zwar in Kauf nehmen, aber das stehe in keinem Verhältnis zum Glücksgefühl, das sich einstelle, wenn man die 24 Stunden bezwungen habe. Und man laufe ja auch nicht allein. Die Gemeinschaft sei bei so einer Extremwanderung das wichtigste. „Nach zwölf Stunden kann man schon mal in ein Motivationsloch fallen, wenn einen die Müdigkeit überfällt, aber die anderen helfen einem da raus. Und beim Wandern wird immer Rücksicht auf die Schwächeren genommen.“ Es gehe darum, die eigenen Grenzen auszuloten und auch zu verschieben.

Mehrheitlich Frauen

Die Teilnehmer im vergangenen Jahr waren zwischen 40 und 75 Jahren alt – mehrheitlich Frauen. „Alle waren danach voller Adrenalin und stolz auf sich selbst. Bei so einer Wanderung wächst man über sich hinaus.“ Mitmachen könne im Prinzip jeder, der gut zu Fuß sei. Gegen Blasen empfiehlt Stumpf gut eingelaufenes Schuhwerk.

Und weil die Resonanz im vergangenen Jahr recht gut war und sich 24-Stunden-Wanderungen offenbar immer größerer Beliebtheit erfreuen (auch vom SV Bolheim werden sie ausgerichtet), gibt es in diesem Jahr erneut einen Mammutmarsch der SAV-Ortsgruppe Heldenfingen. Am Freitag, 27. Juli, startet man um 17 Uhr die etwa 70 Kilometer lange Strecke bei der Kliffhalle in Heldenfingen.

Die Tour führt durchs Hungerbrunnental und Gassental nach Sontbergen und von dort ins Lonetal über Lindenau nach Bissingen und zum Ausgangspunkt zurück. „Der überwiegende Teil der Tour führt durch das Lonetal, die Wanderung ist damit fast eine reine Flachetappe“, sagt Stampf. Jeder Teilnehmer sollte mit leichtem Gepäck wandern. Unterwegs wird es mobile Verpflegungsstationen geben. Die Wanderung findet bei jedem Wetter statt – außer bei Starkregen. Eine Stirnlampe ist nicht unbedingt notwendig. „Wir haben den Termin in die Vollmondphase gelegt, so dass man auch etwas von der schönen Landschaft sieht“, sagt Stampf. Dann bleibt nur noch, den Teilnehmern eine wolkenlose Nacht zu wünschen und natürlich: „Gut Schuh!“

Achtstündige Nachtwanderung

Wer unsicher ist, ob er eine 24-Stunden-Wanderung durchsteht, für den bietet die Ortsgruppe Heldenfingen des Schwäbischen Albvereins zur Einstimmung auch eine achtstündige Nachtwanderung an. Sie findet am kommenden Samstag, 23. Juni, statt. Treffpunkt ist um 22 Uhr am Heldenfinger Kliff. 25 Kilometer sollen zurückgelegt werden.

Es geht Richtung Anhausen, Wangenhof, Reutenen, Talhof über Küpfendorf, Erpfenhausen und zurück zum Ausgangspunkt.Weitere Infos zur Nachtwanderung und zur 24-Stunden-Wanderung gibt es bei Manfred Stampf unter Tel. 07323.7683 oder ab 18 Uhr unter 07323.9524966. Bei beiden Veranstaltungen sind auch Nichtmitglieder willkommen.

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