Fortsetzung 2018 wird es wieder „Königsbronner Gespräche“ geben

Königsbronn / Carolin Wöhrle 13.12.2017
Nachdem der Reservistenverband für 2017 abgesagt hatte, sorgt Roderich Kiesewetter zusammen mit dem Bundeswehrverband für die sechste Auflage des Kongresses.

Die Königsbronner Gespräche werden 2018 fortgesetzt – in anderer Form und unter neuer, wenngleich bekannter Flagge: Nicht der Deutsche Reservistenverband wird – wie bisher – 2018 als Hauptorganisator auftreten, sondern der Deutsche Bundeswehrverband, und zwar gemeinsam mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter.

Der Veranstaltungsort bleibt derselbe: die Hammerschmiede in Königsbronn. Auch das Konzept des Kongresses knüpft an die bisherigen Veranstaltungen an: Es wird einen Hauptvortrag geben, dieses Mal von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl. Danach werden in drei Panels sicherheitspolitische Fragen gemeinsam mit dem Publikum diskutiert.

Die Neuauflage der Königsbronner Gespräche wird allerdings nur an einem und nicht wie bisher an zwei Tagen stattfinden: am Samstag, 14. April, ab 10 Uhr.

Rücktritt und Absage 2017

Ob es überhaupt eine sechste Auflage geben würde, war bislang völlig offen.

Zur Erinnerung: 2012 hatte Roderich Kiesewetter, damals noch Vorsitzender des Reservistenverbandes, die Veranstaltung ins Leben gerufen und alljährlich hochkarätige Politiker, darunter die Verteidigungsminister Ursula von der Leyen und Thomas de Maizière, nach Königsbronn geholt. 2016 dann der Bruch zwischen Kiesewetter und dem Reservistenverband: Nach dem Sicherheitspolitischen Forum in Berlin, ebenfalls vom Reservistenverband veranstaltet, war Kiesewetter als Vorsitzender zurückgetreten. Der Auslöser: Bei einem Empfang für geladene Gäste vor dem Kanzleramt war allein für die Bewirtung ein Betrag von rund 20 000 Euro ausgegeben worden. Kiesewetter, wenngleich er nichts von den horrenden Kosten gewusst haben wollte, geriet in die Kritik und zog seine Konsequenzen.

„Von der Mitte der Gesellschaft wegbewegt“

Die Gespräche sollten dennoch weitergehen – unter dem neuen Titel „Sicherheitspolitisches Forum Süd“. Im Februar dieses Jahres wurden sie für 2017 aber kurzfristig abgesagt. Offizielle Begründung des Reservistenverbands: Aufgrund des Bundestagswahlkampfes habe man die gewünschten Referenten nicht bekommen.

Im vergangenen September dann legte Kiesewetter nach: Er warf dem Verband in einem HZ-Interview vor, sich in der Flüchtlingskrise zu sehr von „der Mitte der Gesellschaft wegbewegt“ zu haben: „Ich wollte nicht das moderne, freundliche Gesicht eines rückwärtsgewandten Verbands sein“, sagte Kiesewetter damals.

Nun also die Wende: Roderich Kiesewetter sorgt gemeinsam mit dem Deutschen Bundeswehrverband für die Fortsetzung der Königsbronner Gespräche.

Wie kam es dazu? Kiesewetter selbst war gestern telefonisch nicht erreichbar. Julian Ostendorf, Mitarbeiter in Kiesewetters Berliner Büro, ist allerdings mit der Organisation des Kongresses betraut und erklärt: „Herr Kiesewetter hat die Königsbronner Gespräche nicht maßgeblich als Vorsitzender des Reservistenverbandes ins Leben gerufen, sondern als Bundestagsabgeordneter.“

Reservisten mit eigenem Forum

Daher sei ihm auch weiterhin viel daran gelegen, das Format in bewährter Weise fortzusetzen. Und so sei man auf die übrigen Kooperationspartner wie etwa die Bundesakademie für Sicherheitspolitik zugegangen und habe sie mit ins Boot geholt.

„Natürlich steht es dem Reservistenverband völlig frei, ein eigenes Forum zu veranstalten“, so Ostendorf: „Wir haben davon keine Kenntnis.“

Der Reservistenverband wiederum teilt mit, dass er durchaus vorhat, das „Sicherheitspolitische Forum Süd“ zu veranstalten – und zwar im jährlichen Wechsel mit dem Berliner Forum. „Derzeit werden die Rahmenbedingungen geprüft und ein Konzept erarbeitet“, lässt die Pressestelle wissen. Das erste Sicherheitspolitische Forum Süd soll dann 2019 stattfinden. Wo, ist derzeit noch unklar.