Kreis Heidenheim 18 Millionen Euro für neues Musik-Bildungszentrum

Der oberste Blasmusiker des Landes, Präsident Rudolf Köberle (rechts), stellte auf der Kreisversammlung des Blasmusikverbandes die Pläne für das Bildungszentrum für Musik vor. Zuhörer waren (von links): Landrat Thomas Reinhardt, Niederstotzingens Bürgermeister Marcus Bremer und im Hintergrund der scheidende Kreisvorsitzende Dr. Josef Habelt.
Der oberste Blasmusiker des Landes, Präsident Rudolf Köberle (rechts), stellte auf der Kreisversammlung des Blasmusikverbandes die Pläne für das Bildungszentrum für Musik vor. Zuhörer waren (von links): Landrat Thomas Reinhardt, Niederstotzingens Bürgermeister Marcus Bremer und im Hintergrund der scheidende Kreisvorsitzende Dr. Josef Habelt. © Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Kreis Heidenheim / Klaus-Dieter Kirschner 14.03.2018
Der Vorsitzende des Blasmusikverbands Habelt hört aus gesundheitlichen Gründen auf. Präsident Köberle stellte in Niederstotzingen Pläne für ein Musikzentrum vor.

Nach 35 Jahren als Kreisvorsitzender und vor allem aus gesundheitlichen Gründen hat sich der Vorsitzende des Kreisblasmusikverbandes, Dr. Josef Habelt, zum Rückzug entschlossen. Auf der Verbandsversammlung des Dachverbands von 25 Musikvereinen kündigte Habelt seinen Abschied an und dass bis zur regulären Vorstandsneuwahl der Stellvertreter Reinhard Böhm die Geschäfte im Wesentlichen übernimmt.

Die Jugendkapelle des Musikvereins Stadtkapelle Niederstotzingen unter Leitung von Stefan Kling gab der Versammlung in der Niederstotzinger „Krone“ musikalischen Glanz und feiert in diesem Jahr die Gründung vor 50 Jahren. Eigens dazu mobilisiert die Stadtkapelle über 50 ehemalige Jungmusiker zu einem Projektorchester.

Zu Gast waren zudem der Präsident des Landesblasmusikverbandes (BVBW), Minister a. D. Rudolf Köberle, Landrat Thomas Reinhardt und Niederstotzingens Bürgermeister Marcus Bremer. Ersterer stellte das im Bau begonnene Musikzentrum des Blasmusikverbandes in Plochingen vor.

Steigende Baukosten

Mehr als 18 Millionen Euro würden hier in eine supermoderne Bildungsstätte investiert, die unter anderem die Mitgliedsvereine im BVBW sowie die Chöre des Schwäbischen Chorverbandes nutzen wollten. Sich abzeichnende Steigerungen bei den Baukosten gegenüber den Kostenvoranschlägen führte Köberle vor allem darauf zurück, dass es mehrjährige Planungen gewesen seien, man europaweit ausschreiben müsse und überdies das Bauhandwerk sehr gut mit Aufträgen versorgt sei. Köberle würdigte die musikalische Arbeit im Kreisverband Heidenheim. Ihm fühlt er sich besonders verbunden, wurde er doch vor 20 Jahren auf der Landesversammlung in der Steinheimer Albuchhalle erstmals als Präsident und damit zum Nachfolger von Gerhard Weiser gewählt.

Bürgermeister Bremer unterstrich in seiner Rede, dass im Grunde die Wiege der Blasmusik am Vogelherd stand. Dort seien ja in Form von Flöten-Fragmenten die ersten Musikinstrumente gefunden worden. Die Musik sei in Niederstotzingen zu Hause, die Stadtkapelle Leistungsträger nicht bloß beim Lindenfest. Beachtlich seien die Anstrengungen in der musikalischen Ausbildung der Jugend.

Der Musikvereinsvorsitzende Wolfgang Finsinger betonte diese Anstrengungen in der musikalischen Jugendarbeit. Sie mache viel Mühe, aber auch viel Freude, und nicht bloß das jährliche Herbstkonzert der aktiven Kapelle zeige die Früchte der Arbeit.

Landrat Thomas Reinhardt zeigte sich dankbar für die Arbeit der Musikvereine in Stadt und Land, erinnerte sich an den bravourösen Auftritt des Kreisjugendorchesters beim Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Ehrenamtstag in Heidenheim.

In der Folge hörten die Delegierten neun unterschiedlich lange Berichte der Amtsträger. Angefangen vom Vorsitzenden Dr. Habelt über den Kreisdirigenten Jan Jäger bis zum EDV-Beauftragten Thomas Berger.

U18-Mitgliederzahl fast halbiert

Mit der Mitgliederentwicklung zeigte sich Habelt nicht zufrieden. Im Jahre 2000 hatte der Kreisverband 870 Musiker unter 18 Jahren und 856 Musiker über 18 Jahren. Außerdem waren 5312 passive Mitglieder in der Kartei. Ins Jahr 2018 startete der Kreisverband mit 463 Musikern unter 18, 956 Musikern über 18 und noch 3043 Förderern.

Stellvertretender Kreisvorsitzender Reinhard Böhm regte deshalb einen Workshop an, bei dem Experten den Musikvereinen sagen werden, wie man wieder mehr Jugendliche für die Musik gewinnen könne. Schatzmeister Peter Keck hatte den Finanzbericht mit einem Minus in einer Größenordnung von über 6500 Euro bei einem Gesamtvolumen von 68 636 Euro abgeschlossen. Der Neuaufbau des Kreisjugendorchesters habe eben doch einige Investitionen erfordert.

Gastgeber der nächsten Kreisversammlung im Jahr 2019 ist der Musikverein Gussenstadt, der dann auch ein Kreismusikfest ausrichten wird.

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