Zwischenruf Marcus Zecha zum Konzert von Wendrsonn in Uhingen ZWISCHENRUF von Marcus Zecha

Kreis Göppingen / Marcus Zecha 13.02.2019

Zahlen lügen nicht. Oder doch? Fast könnte man es meinen, wenn der renitente Dampfplauderer Mario Barth Weltrekorde in der Kategorie „Live-Comedian mit den meisten Zuschauern“ (70 000) aufstellt oder der mittelbegabte Volksschlagerpopsänger Andreas Gabalier vor einem Millionenpublikum jodelt.

Aber Fakten sind Fakten: Die Band Wendrsonn hat es mit ihrer Swabian Rhapsody „Da ben i dahoim“ 2017 auf Platz 42 der SWR1-Hitparade geschafft, 2018 gar auf Platz 38 – der Türöffner für das große Konzert jetzt am Freitag in der Filstalmetropole Uhingen. Gut, das Uditorium ist etwas kleiner als das Berliner Olympiastadion, aber dafür hat die Gruppe in der SWR-Liste den Tophit der Beatles (Let it be, Platz 45) klar distanziert, und die spielten mal vor 55 600 Zuschauern in New York (Weltrekord in der Kategorie „Beatles-Livekonzert mit den meisten Zuschauern“).

Nur: Warum ist das Konzert von Wendrsonn dann nicht längst ausverkauft? Wo sind die begeisterten Fans der Rems-Murr-Täler, die sich im Oktober beim SWR die Finger wund gewählt haben? Alle ausgepowert? In Reha? Nein, sie schöpfen nur Kraft für die nächste SWR1-Hitparade. Oder sie üben Schlachtgesänge fürs nächste Mal ein, nach dem Motto: „Wir zie-hen dem Ga-ba-lier die Leder-hosen aus…“ Und die Chancen fürs Ausziehen stehen gut: 2018 lag der Volksrockandroller mit dem Hit „Amoi seg‘ ma uns wieder“ 20 Plätze hinter den Schwaben!

Das nährt die These von Fußballtrainer-Legende Adi Preißler, der einst sagte: „Grau is‘ im Leben alle Theorie – aber entscheidend is‘ aufm Platz.“ In dem Fall darf man hinzufügen: „Entscheidend ist aufm 38. Platz!“ Die nächste SWR-Hitparade kann kommen, die Wendr-sonn-Fans sind gewappnet.

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