Bauen Zwei neue Baugebiete in Böhmenkirch

Böhmenkirch / Thomas Hehn 18.05.2018

Lange schien die bauliche Entwicklung der Gemeinde Böhmenkirch blockiert. Allein im Hauptort gibt es zwar rund 100 unbebaute Bauplätze, die aber nicht genutzt werden können, weil die privaten Eigentümer sie nicht  verkaufen. Da die Region diese Baulücken im Flächenbedarfsplan der Gemeinde anrechnet, hatte die Kommune bislang keine Chance, neue Baugebiete auszuweisen. Dass aber Bedarf  besteht, zeigt das erst im vergangenen Jahr  erschlossene Baugebiet am Holderbusch, das bis auf zwei Bauplätze bereits komplett verkauft ist.

Eine von der Bundesregierung zur Behebung der allgemeinen Wohnungsnot beschlossene Änderung des Baugesetzbuches ermöglicht es Böhmenkirch nun, die stringenten Vorgaben der Region zu umgehen. Nach Paragraf 13b können Baugebiete im Außenbereich im beschleunigten Verfahren ohne Bedarfsnachweis ausgewiesen werden. Auch die sonst wegen der Eingriffe in die Umwelt erforderlichen  Ausgleichsmaßnahmen entfallen und zum Artenschutz reicht eine Kurzprüfung. Einzige Bedingung: Das Verfahren zur Aufstellung des jeweiligen Bebauungsplans muss bis zum 31. Dezember 2019 eingeleitet und der Satzungsbeschluss bis zum 31. Dezember 2021 gefasst sein.

So lange wollen die Böhmenkircher nicht warten: Bei seiner Sitzung am Mittwoch lagen dem Gemeinderat gleich zwei Bebauungspläne auf dem Tisch: In Böhmenkirch sollen im  Gebiet „Heide“  am südwestlichen Ortsrand im Anschluss an das Wohngebiet „Klosterstraße“  auf einer Fläche von 1,9 Hektar insgesamt 27 Bauplätze erschlossen werden. Auf zwei rund 1000 Quadratmeter großen Plätzen am Talweg können auch Mehrfamilienhäuser errichtet werden.  Die übrigen Plätze sind zwischen 600 und 700 Quadratmeter groß. Wie Bürgermeister Matthias Nägele berichtete, gibt es für die 27 Plätze bereits 17 Bewerbungen.

Nachdem die Gemeinde vor Kurzem ihren letzten Bauplatz in Steinenkirch verkauft hat, soll auch der Teilort wieder ein Baugebiet bekommen. Mit dem Bebauungsplan „Sinnwang“ will man am nordwestlichen Ortsrand in einem ersten Schritt zunächst 15 Bauplätze schaffen. Für diese 15 ebenfalls zwischen 600 und 700 Quadratmeter großen Plätze in Steinenkirch gibt es bereits elf konkrete Bewerbungen.  In einem zweiten Bauabschnitt könnte das Gebiet „Sinnwang“ später noch um weitere elf Bauplätze vergrößert werden.

Läuft das beschleunigte Verfahren tatsächlich so schnell, wie Verwaltung und Gemeinderat hoffen, sollen die ersten Häuslesbauer schon im Frühjahr 2020 loslegen können.