Deggingen/Bukarest Zwei Degginger mit Gasgranaten beschossen

Deggingen/Bukarest / swp/rh 15.08.2018

Tausende Demonstranten zeigten am Freitag auf dem Platz des Sieges in Bukarest ihren Unmut gegen die Regierung – dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die mehr als 400 Verletzte forderten, wie am Montag zu lesen war:

Auch unter Beschuss mit Gasgranaten waren Birgit und Jürgen Raizner aus Deggingen im Landkreis Göppingen.  Sie teilten unserer Redaktion ihre Erfahrungen mit.

Jürgen Raizner ist Geschäftsführer der Steinbeis Transfer Management Gesellschaft in Bukarest. Sein Büro liegt nur 300 Meter vom Platz des Sieges entfernt. Sich unter die Menge zu mischen, hilft dem Osteuropaexperten, die Lage im Land besser zu verstehen. Demonstrationen sind nichts Neues.

Wolken von Tränengas

Die jetzt selbst erfahrene Brutalität der Bukarester Polizei gegen die Demonstranten ist auch für Raizner neu. „Familien mit Kindern, alte Leute – schon am frühen Abend standen sie in Wolken von Tränengas. Die ziellosen Schüsse in die Menge dienten wohl der Einschüchterung“, schreibt der Degginger. Zusammen mit seiner Frau zog er sich kurz zurück, bis das Brennen in Augen und Atemwegen verging.

Die meisten Demonstranten blieben oder kehrten zum Siegesplatz zurück. Am späten Abend folgte dann die zweite Angriffswelle und mit massiver Gewaltanwendung durch Sondereinheiten der Polizei wurde der Platz geräumt.

Jürgen Raizner: „Der aktuelle Protest der Demonstranten richtet sich gegen die Korruption in Rumänien. Die regierenden Sozialdemokraten versuchen die Strafverfolgung zu verhindern. Der Gang auf die Straße ist letzte Hoffnung verzweifelter Bürger, in Rumänien eine Veränderung herbeizuführen. Also kamen am Samstag noch mehr Demonstranten. Wasserwerfer waren diesmal nicht zu sehen.“

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