Wer in die Fasnetszunft Vulkania in Aichelberg aufgenommen werden will, muss die Maskentaufe bestehen. Am Samstag stellten sich auf dem Dorfplatz die vier Jung-Vulkanier Marie, Diana, Pascal und Philipp der Herausforderung, die sogar manchen Beobachter ekelte. Bei der Taufzeremonie, die von den letztjährigen Absolventen einfallsreich organisiert war, galt es, neben einem Quiz rund um die Narrenzunft, Kohle in den qualmenden Schlund eines aufgestellten Vulkans durch eine verdunkelte Brille zu werfen und abschließend die exakten Namen von vier Musikstücken zu erraten.

Das Gemeine an der Sache war: Egal, ob der Vulkan getroffen oder die Fragen richtig oder falsch beantwortet wurden, die Konsequenz war die selbe. Als Belohnung oder Strafe musste nämlich ein Glas mit gequirltem Wackelpudding, Sauerkirsche und Erdbeere, Sardinen, Erdnussriegel und einer gegarten Thüringer Knackwurst verspeist werden, anschließend ein Schnapsglas mit Zitronenwürze, Essig, Sardinensaft mit Sonnenblumenöl, Salatdressing und Wasser getrunken und zu guter Letzt ein aus Nutella, süßem Senf, Parmesankäse und Sardinenpaste geformtes Quarkbällchen verspeist werden.

Mit großem Applaus bedacht wurden die vier Täuflinge, die nach Abschluss der Zeremonie endlich ihre Masken aufsetzen durften, von den zahlreich anwesenden Gästen, unter ihnen Aichelbergs Bürgermeister Martin Eisele, und den befreundeten Zünften aus dem Kreis, Leimbergweibla Gosbach, Heininger Kirschkernspucker, Gansloser Hommelhenker, Drei Musketiere und Kuchener Gsälzhafner.

Vollzogen wurde die abschließende Narrentaufe höchstpersönlich von Zunftmeisterin Petra Buchfink und der zweiten Vorsitzenden Kathrin Dürr, die am Aichelberger Dorfbrunnen mit der Schöpfkelle Wasser unter lautem „Dr Berg nauf! Nauf! Nauf!“ über die Köpfe der vier Neu-Vulkanier rinnen ließ. „Aus dem Vulkan bist du gekommen, mit der Glut steigst du hinauf, die Lava ist geronnen, dies ist deine Tauf! Sei ewig Vulkanier“, lautete der Taufspruch, den die vier Jung-Vulkanier wahrscheinlich niemals vergessen werden.