Bad Ditzenbach Zunächst "nur" Zettel anstelle der Knöllchen

Falsch geparkte Autos, wie hier in Gosbach, sind für Fußgänger ein Ärgernis. Künftig sollen die Fahrer mit Zetteln darauf hingewiesen werden. Foto: Jürgen Wahr
Falsch geparkte Autos, wie hier in Gosbach, sind für Fußgänger ein Ärgernis. Künftig sollen die Fahrer mit Zetteln darauf hingewiesen werden. Foto: Jürgen Wahr
JÜRGEN WAHR 09.03.2013
Falschparker werden auf ihren Fauxpas mit Zetteln an den Windschutzscheiben aufmerksam gemacht. Das hat der Bad Ditzenbacher Rat beschlossen.

Wie kann man am besten den Falschparkern beikommen? Diese Frage hat in der Bad Ditzenbacher Ratssitzung am Donnerstagabend zu einer intensiven Diskussion geführt. Vor allem in der Teilgemeinde Gosbach sei es schlimm, berichtete Eva Schober. Dort sei auf dem Bürgersteig wegen parkender Fahrzeuge zu Fuß kaum ein Durchkommen mehr möglich, und mit einem Kinderwagen müsse auf die Straße ausgewichen werden.

Wie Bürgermeister Gerhard Ueding erklärte, hat die Gemeindeverwaltung aufgrund der immer wieder eingehenden Hinweise aus der Bevölkerung und auf Anregung des Gremiums dieses leidige Thema nun rechtlich näher beleuchtet. Wolle man die Autofahrer wegen verbotenem Parken mit einem Bußgeld belangen, müsse man einen mit entsprechenden Befugnissen ausgestattenen Vollzugsdienst einrichten, beschrieb Ueding die rechtliche Seite der Problematik. Die betreffende Amtsperson sei dann nach dem Landes-Polizeigesetz Teil der Ortspolizeibehörde, erklärte der Schultes weiter.

Vor etlichen Jahren stellte sich in Bad Ditzenbach laut Ueding schon einmal dieselbe Situation dar. Deswegen hatte die Gemeinde 1996 in Kooperation mit Deggingen und Wiesensteig einen solchen Dienst eingerichtet, der bereits im Folgejahr wieder aufgegeben wurde. Damals seien in erster Linie an Einwohner der Gemeinde Verwarnungen ausgesprochen worden, was zu erheblichen Protesten geführt habe, erinnerte sich der Bürgermeister. Auch Geschäftsleute kritisierten aus Rücksicht für ihre Kundschaft dieses Durchgreifen. Letztlich habe auch der hohe und kostspielige Verwaltungsaufwand, der von der Kernverwaltung ohne zusätzliches Personal nicht mehr zu bewältigen gewesen sei, dazu geführt, diesen Dienst aufzugeben.

Unter etlichen Beiträgen, die aus der Mitte des Gemeinderats kamen, folgte das Gremium letztlich dem Vorschlag von Andreas Späth. Dieser regte an, dass Angehörige der Verwaltung in regelmäßigen Abständen Hinweiszettel an die Windschutzscheiben der falsch geparkten Fahrzeuge heften sollen. Nach den Sommerferien soll dann das Ergebnis dieser "Verkehrserziehung" vorliegen. Dann will sich der Gemeinderat wieder mit dem Thema befassen.