Kreis Göppingen Zukunft selbst gestalten

Der DGB-Ortsvorsitzende Jürgen Peters aus Geislingen spricht bei der Mai-Kundgebung über seine Erfahrungen mit dem Arbeitskampf in der WMF.
Der DGB-Ortsvorsitzende Jürgen Peters aus Geislingen spricht bei der Mai-Kundgebung über seine Erfahrungen mit dem Arbeitskampf in der WMF. © Foto: Staufenpress
Kreis Göppingen / ANNEROSE FISCHER-BUCHER 02.05.2015
Gerechtigkeit gibt es nur mit Mitbestimmung: Das war am Freitag das Fazit der traditionellen Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf dem Göppinger Schillerplatz.

Bei regnerischem Wetter waren etwa 250 Teilnehmer zur traditionellen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Tag der Arbeit auf den Göppinger Schillerplatz gekommen.

DGB-Ortsvorsitzender Jürgen Peters aus Geislingen begrüßte die Anwesenden und dankte den SPD-Abgeordneten Heike Baehrens, Sascha Binder und Peter Hofelich sowie Jörg Matthias Fritz (Grüne) für die politische Unterstützung der Forderung zum Mindestlohn. Am Beispiel der WMF erklärte er, dass es sich lohne zu kämpfen, denn durch die Aktionen der Arbeitnehmer sei es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen gekommen.

Grußworte von Norbert Köngeter, der für die katholische und evangelische Arbeitnehmerbewegung sprach, und von Stefanie Anger vom Verein "Kreis Göppingen nazifrei" folgten. Gerechtigkeit sei nur durch Mitbestimmung möglich und jeder Demokrat sollte Nazigegner sein. Martin Purschke, erster Bevollmächtigter der IG Metall Göppingen-Geislingen, verwies auf die Erfolge bei der Altersteilzeit. Man müsse immer wieder die Reihen schließen und kämpfen.

An zwei Göppinger Beispielen, Geschmay und Schuler-Guss, die geschlossen worden seien, beklagte er das mangelnde Engagement der Stadt Göppingen: "Für die Tigerente hat man sich engagiert, aber bei den Arbeitsplätzen hat OB Guido Till keine klare Kante gezeigt."

Von der IG-Metall-Vorstandsverwaltung in Frankfurt war Heinz Fritsche gekommen. Scharfe Angriffe richtete er an die Arbeitgeber im Zusammenhang mit dem Mindestlohn, der Rente mit 63 und den Werkverträgen, die eine Neuregelung bräuchten. "Den Arbeitnehmern ist kein Argument zu blöd", sagte er. Schlimm sei, dass die Arbeitgeber damit durchkämen. "Wer schlapp macht, wird aussortiert", sagte Fritsche.

Auf die Frage, wie er zu dieser Aussage stehe, sagte Staatssekretär Peter Hofelich (SPD): "Das ist sehr zugespitzt, aber ich finde schon, dass speziell über psychische Berufskrankheiten mehr gesprochen werden muss."

Für den ehemaligen DGB-Kreisvorsitzenden Klaus Wiesenborn sind im Moment die prekären Arbeitsverhältnisse das drängendste Problem. Mit dem Lied "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" endete die Kundgebung.

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