Bad Überkingen Zu viel Fremdwasser im Kanalnetz

Fremwasser dringt in die Kanalisation ein. In Bad Überkingen ist dies ein Problem, das allmählich überhand nimmt. Foto: Ruhrverband
Fremwasser dringt in die Kanalisation ein. In Bad Überkingen ist dies ein Problem, das allmählich überhand nimmt. Foto: Ruhrverband
Bad Überkingen / RALF HEISELE 19.03.2014
Der Bad Überkinger Kanalisationsplan ist vom Landratsamt genehmigt worden. Er sieht in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen vor.

Um die Abwasserproblematik besser in den Griff zu bekommen, hat der Bad Überkinger Gemeinderat schon vor vier Jahren einen Kanalisationsplan auf den Weg gebracht. Wie der zuständige Ingenieur Helmut Kolb in der jüngsten Ratssitzung erläuterte, mussten etliche Gespräche geführt werden, bis der Plan schließlich vom Landratsamt genehmigt wurde. Unter anderem musste eine Regelung für die beiden Geislinger Ortsteile Aufhausen und Türkheim gefunden werden, die ihr Abwasser durch das Bad Überkinger Kanalnetz in die Geislinger Kläranlage führen.

Die beiden Ortsteile einbezogen, hat Kolb die Abflussmengen in Bad Überkingen ermittelt. Vor allem der hohe Anteil an Fremdwasser bereitet ihm Bauchweh. Fremdwasser ist Regen-, Grund- und Schichtwasser, das in die Kanäle eindringt und zusammen mit dem Abwasser zur Kläranlage gefördert wird. Das kommt die Gemeinde teuer zu stehen, weil sie für jeden Liter bezahlen muss, der am Messschacht gezählt wird. So kommen bei Regen im Schnitt 400 Liter in der Sekunde an und bei Trockenheit 180.

Um das Fremdwasser "abzukoppeln" und somit weniger Wasser zur Kläranlage zu führen, sind umfangreiche Arbeiten im Kanalisationsplan vorgesehen. Zum einen muss das Regenüberlaufbecken (RÜB) in der Reichenbacher Straße in Unterböhringen für 400 000 Euro vergrößert werden. Noch mehr kostet der notwendige Bau eines neuen RÜB im Bereich der Zufahrt zum Brunnenbetrieb in Bad Überkingen. Daran könnten durch einen noch zu verlegenden Kanal dann der Frauenberg und das Gebiet "Im Grund" angeschlossen werden. Die Kosten hierfür schätzt der Planer auf 640 000 Euro. Beide Maßnahmen sollen mittelfristig angegangen werden und würden die Kosten fürs Abwasser um 15 bis 20 Cent je Kubikmeter steigen lassen.

Für dieses Jahr ist quasi als Einstieg der Umbau zweier RÜB für 130 000 Euro vorgesehen und im kommenden Jahr soll ein weiteres technisch aufgerüstet werden - Kostenpunkt: 75 000 Euro.

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