Investition Zell hat die Qual der Wahl

Jürgen Schäfer 31.07.2018

Beides sind richtig gute Entwürfe.“ So bewertet der Zeller Bürgermeister Werner Link, was die Architekten Jürgen Autenrieth und Erpo Wittlinger dem Gemeinderat vorstellten. An der Gemeindehalle, wo es schon eine Kinderkrippe mit obenliegendem Gymnastikraum gibt, soll ein Neubau für weitere zwei Gruppen angedockt werden. So hat sich der Gemeinderat in seiner Klausurtagung verständigt. Die Zusammenlegung an einem Standort ist ein noch neuer Gedanke, den Hauptamtsleiterin Petra Grus eingebracht hat.

Der Entwurf von Autenrieth: Er will ebenerdig bleiben, mit nur einem Geschoss, und zieht seinen Baukörper bis nahe an die Göppinger Straße, wo er auch den Eingang legt. Damit schaffe man einen Parallelbau zur Schule und belasse es bei einem Stich, der die „campusartige Freifläche“ vor der Gemeindehalle  noch mit einem Maximum erhalte. „Er würde sich ganz gut einfügen, weil die Schule auch so angeordnet ist“, sagt Autenrieth. „Es sind zwei Flügel, die sich zur Straße öffnen.“ Man könnte diesen „Flügel“ auch noch Richtung Friedhof schieben, was dem Schultes lieb wäre. Denn: „Jeder Eingriff in die Grünfläche tut mir weh.“ Autenrieth würde auch die Parkplätze, die er an der Göppinger Straße schafft, nach Osten zum Friedhof orientieren. Link: „Mir gefällt der Entwurf städtebaulich gut.“

Das Gelände fällt von der Straße zur Gemeindehalle ab. „Das kriegen wir nicht auf eine Ebene“, sagt Autenrieth. Deswegen braucht er eine Rampe zur Straße. Man kommt dann von dort ins Gebäude, am Eingang mit Vordach liegen die „öffentlichen“ Räume, wo die Kommunikation mit den Eltern stattfindet, wo man Kinderwagen abstellen kann, sodann der Heizraum und ein möglicher Raum für Sprachförderung. Mit Glasfronten öffnen sich die Gruppenräume nach Nordwesten, zum Grünen und Richtung Schulhof, dort ist auch der Außenspielplatz. Am Verbindungsgang zur jetzigen Krippe lägen Küche und Mensa, sie ließen sich für alle Gruppen nutzen.  Umgekehrt hat die jetzige Krippe schon einen Bewegungsraum für alle. Weitere Synergien: Wenn mittags weniger Kinder kämen, könne man die Gruppen flexibel organisieren, sagt Autenrieth. „Sehr gut“ findet das Annemarie Haußer-Ulbricht  (Bürgerforum), auch für den Fall, dass viele krank seien. „Man kann hin und her schieben.“ Eine Option hätte das Bauwerk im Gesamten auch: Man könnte es später aufstocken. Autenrieth hat schon eine Ecke für den Aufzug reserviert.

Braucht man die Erschließung zur Göppinger Straße und die Parkplätze? Eltern können auch zu Fuß kommen, man spare dann Fläche, schlug Eberhard Binder (Bürgerforum) vor. Einige kommen halt doch mit dem Auto, wendet der Schultes ein. Und der Schulparkplatz komme an Grenzen.  „Stellplätze brauchen Sie“, sagt Autenrieth, die seien Vorschrift und auch notwendig.

Über die Kosten sagt der Architekt noch nichts. Bürgermeister Link schätzt sie auf zweieinhalb bis drei Millionen. Für günstiger hält er den Entwurf von Architekt Erpo Wittlinger, den Wittlinger selbst auf zwei Millionen Euro taxiert – „Stand heute“. Der Schultes geht hier von zwei bis zweieinhalb Millionen aus. Eine halbe Million Euro Differenz steht somit mal im Raum.

Wittlinger geht einen völlig anderen Weg: Sein Gebäude ist zweigeschossig,  wie die jetzige Krippe mit Gymnastikraum auch, und schiebt sich mit der Erweiterung nicht so weit hinein in das Grün. Denn: Vorgabe sei es, flächensparend zu bauen und den Grünzug möglichst zu erhalten.  Zwischen Anbau und Erweiterung legt er einen Spielhof. Aufgabe sei es auch, aus drei Krippen eine Einheit zu schaffen.

Seine zwei neuen Kinderkrippen liegen auf zwei Ebenen, er stattet sie auch autonom aus. Jede hat eine Küche und auch eine Spielterrasse. Großzügige Verglasungen und Oberlichter sollen für helle Räume sorgen, Wittlinger will viel mit Holz arbeiten. Er schlägt einen großzügigen Freibereich im Grün vor den Terrassen vor, mit kleinem Wall und hügelig, als optische und auch akustische Abschirmung.

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