Gammelshausen Zeichen stehen gut für eine alte Scheuer

Bürgermeister Daniel Kohl weist auf die Scheuer. Das Bauwerk soll ein Geschäft und Café beherbergen.
Bürgermeister Daniel Kohl weist auf die Scheuer. Das Bauwerk soll ein Geschäft und Café beherbergen. © Foto: Staufenpress
INGE CZEMMEL 19.02.2016
Die Chancen stehen gut, dass eine große Scheuer mitten im Ort bald ein Blumengeschäft und ein Café beherbergt. Bald soll die Entscheidung fallen.

"Ich spreche von einem echten Glücksfall für Gammelshausen", meinte Bürgermeister Daniel Kohl strahlend. "Wenn das Projekt so verwirklicht wird, bedeutet es eine Belebung des Ortes sowie eine immense Stärkung der Infrastruktur und ist zudem ein Beispiel für vorbildliche Innenentwicklung mit Außenwirkung." Susanne Fischer und Jos Verdel, die in der Göppinger Innenstadt ein Blumengeschäft betreiben, hatten mit Architekt Jürgen Eckhoff im Gemeinderat ihr Konzept für die Sanierung und Nutzung der mächtigen Scheuer im Herzen von Gammelshausen vorgestellt.

Das Gebäude, das auf den ersten Blick wie ein Haus aussieht, in Wirklichkeit aber eine typische Holzscheuer ist, ging im Dezember 2014 beim Erwerb des Flurstücks 55/1 mit ins Eigentum der Gemeinde über. Zunächst war ein Abbruch ins Auge gefasst worden, doch dann sprach sich der Gemeinderat im September 2015 dafür aus, einen öffentlichen Aufruf an Sanierungswillige zu starten und einen Liebhaber zu suchen. Im November konnte Daniel Kohl dem Gemeinderat vier Sanierungskonzepte vorstellen, doch nach Festlegung von zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen blieb nur noch eines übrig.

Ein Blumengeschäft mit Café, das zu einer Art Begegnungsstätte werden soll, stellen sich Susanne Fischer und Jos Verdel vor. Mit Gartencafé, Gartenobjekten, einer Kleinkunstbühne und einem Platz für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. "Wir wollen Workshops anbieten und können uns saisonale Märkte, Veranstaltungen, eine Vermarktungsplattform für örtliche Erzeuger und vieles mehr vorstellen", erklärte Susanne Fischer und machte deutlich: "Wir sind offen für Ideen und möchten das Ganze mit Leben füllen." Im Obergeschoss sind Wohnräume geplant.

Dem Dorfmittelpunkt ein Gesicht mit Charakter geben - für Architekt Jürgen Eckhoff ist dies eine reizvolle Aufgabe. Er möchte mit einem architektonischen Knüller einen Blickfang schaffen und atmosphärisch Akzente setzen. "Die Idee und die Architektur müssen zur Einheit werden", erklärte er bei der Vorstellung des ersten Entwurfs, in dem Altes mit Modernem, Transparentem verbunden wird. Einige Gemeinderäte äußerten sich sowohl zur Idee als auch zur Architektur positiv. Obwohl der Gemeinderat beschlussfähig gewesen wäre, wurde, da einige Räte fehlten, der Beschluss auf die nächste Sitzung verschoben. Bürgermeister Kohl ist zuversichtlich und meint: "Das kann man eigentlich gar nicht ablehnen." Der Verkauf des Grundstücks und der alten Scheuer wird Gammelshausens Kasse um rund 160 000 Euro aufbessern.