Kreis Göppingen Zecken-Alarm im Grünen

Kreis Göppingen / SWP 03.04.2018
Die Zeckenzeit beginnt. Von April bis Ok­­to­ber sind die Parasiten, die FSME und Borreliose übertragen, am aktivsten.

Sobald der Frühling Einzug hält, lauern sie wieder in Wald, Wiese oder Garten und warten auf ihre Blutmahlzeit: Zecken, die zur Klasse der Spinnentiere gehören, genauer: zur Unterklasse der Milben. Sobald die Temperaturen konstant über die acht Grad klettern, werden die Parasiten aktiv.

Ein Biss kann schwerwiegende Folgen haben: Zecken übertragen gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine durch Viren hervorgerufene Entzündung des Gehirns, oder Borreliose, ausgelöst durch Bakterien der Gattung Borrelia. Das Robert-Koch-Institut, die zentrale Forschungseinrichtung zu Infektionskrankheiten in Deutschland, weist den Landkreis Göppingen sogar als FSME-Risikogebiet aus. Darauf weist die AOK Neckar-Fils hin. Bei Borreliose gibt es keine regionalen Schwerpunkte, Menschen können sich in ganz Deutschland durch Zeckenbisse damit infizieren.

Ein Gefühl wie bei Sommergrippe

Laut einer Auswertung der Krankenkasse unter ihren Versicherten gab es im Kreis Göppingen im Jahr 2016 insgesamt 285 Borreliose-Fälle, von den Infektionen waren vor allem Frauen betroffen. Im Jahr davor hatten sich 284 Versicherte behandeln lassen. „Anzeichen für eine Borreliose kann eine ringförmige Hautrötung um den Zeckenbiss und an anderen Körperstellen sein, die sogenannte Wanderröte. Doch nur bei etwa jedem zweiten Erkrankten tritt die Wanderröte auf“, erläutert AOK-Arzt Simon Dally: „Deshalb ist es wichtig, auch dann den Arzt aufzusuchen, wenn innerhalb von etwa sechs Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Beschwerden wie zum Beispiel Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit auftreten.“ Gegen Borreliose-Bakterien gibt es keine Impfung. Die Behandlung dieser, von Bakterien übertragenen Krankheit, ist aber durch Antibiotika möglich und heilt meist komplett aus.

Bei FSME kann die Inkubationszeit mehrere Wochen betragen. Allerdings bricht nach einem Zeckenbiss die Krankheit nur etwa bei jedem Dritten aus. Wie bei Borreliose beginnt FSME mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Schwindel. Für die meisten ist die Infektion damit überstanden, in einem von 100 Fällen greift sie danach Hirn und Rückenmark an. Die Krankheit lässt sich nicht ursächlich bekämpfen, behandelt werden nur die Symp­tome. Allerdings ist eine Impfung möglich.

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