Hilfe Zahl der Armen im Landkreis steigt

Neben Hartz IV (SGB II) werden auch Grundsicherungsleistungen, Hilfen zur Gesundheit und zur Pflege sowie Eingliederungshilfen gezahlt.
Neben Hartz IV (SGB II) werden auch Grundsicherungsleistungen, Hilfen zur Gesundheit und zur Pflege sowie Eingliederungshilfen gezahlt. © Foto: dpa
Kreis Göppingen / SUSANNE HERRMANN 15.07.2015
Immer mehr Menschen sind auf Unterstützung aus den Sozialtöpfen des Bundes angewiesen. 263 Menschen im Kreis Göppingen bezogen Anfang 2014 laufende Hilfe zum Lebensunterhalt, 50 mehr als ein Jahr zuvor.

Sozialtöpfe des Bundes gibt es mehrere: Neben Hartz IV (SGB II) werden unter anderem Grundsicherungsleistungen, Hilfen zur Gesundheit und zur Pflege sowie Eingliederungshilfen gezahlt. Wer da noch durch die Maschen rutscht, den bewahrt die "laufende Hilfe zum Lebensunterhalt" (HZL), sprich: "Sozialhilfe im engeren Sinne", wie das im Amtsdeutsch heißt, als unterste Ebene des sozialen Netzes vor dem Absturz. 263 Menschen im Kreis Göppingen waren Anfang 2014 auf diese HZL-Leistung angewiesen, 50 mehr als ein Jahr zuvor.

Wie die Statistik verrät, erhielten zum Stichtag 31. Dezember 2013 landesweit 15.160 Kinder, Männer und Frauen diese Sozialleistung (Vorjahr: 14.190), bundesweit waren es 370.275 (Vorjahr: 342.640). Die Hilfe zum Lebensunterhalt hilft Menschen, die weder Anspruch auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) noch auf Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung haben. Auch Minderjährige unter 15 Jahren, die nicht im Haushalt der Eltern, sondern bei Verwandten leben, sind anspruchsberechtigt, wenn Einkünfte fehlen. Ebenso Bewohner in stationären Einrichtungen der Pflege, der Altenhilfe oder der Eingliederungshilfe für Behinderte, deren eigenes Einkommen und Vermögen nicht ausreicht, die Kosten der Unterkunft zu zahlen. Im Kreis Göppingen lebten 24 Prozent der Hilfe-Empfänger in einer Einrichtung wie einem Wohn- oder Pflegeheim, also 63 der 263 Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt.

Gemessen an bundesweit insgesamt rund 2,7 Millionen Sozialleistungsempfängern im Jahr 2013 spielen die HZL-Empfänger mit etwas mehr als 370.000 eine vergleichsweise kleine Rolle und doch stehen sie symbolisch für die Zunahme der Hilfebedürftigen. Denn bundes- und landesweit sind immer mehr Bürger auf diese spezielle Sozialleistung angewiesen, weil sie sonst durch die Maschen des sozialen Netzes fallen würden. Und im Kreis Göppingen? Gegenüber dem Vorjahr mit 213 kletterte hier die gesamte Empfängerzahl um 50 oder 23,5 Prozent. Geht man ein weiteres Jahr zurück, lag die Empfängerzahl damals bei 242 (Dezember 2011) und weitere zwölf Monate zuvor bei 354 (Dezember 2010).

Nach Altersgruppen gestaffelt, entfielen hier zuletzt 60 Empfänger auf die unter 18-Jährigen. Weitere 184 waren im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 65 Jahren und 19 hatten den 65. Geburtstag bereits hinter sich. Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit waren 46 unter denen, denen geholfen wurde. Das waren 17,5 Prozent (Bund: 6,4 Prozent).

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