Neujahrsempfang in Salach: Nur kurz hält sich Bürgermeister Julian Stipp in der Stauferlandhalle mit einem Rückblick auf das Jahr 2018 auf, dann geht der Blick nach vorn. Nicht nur auf 2019, sondern viel weiter.

Unterstützung für den Weitblick hat er sich im Heidelberger Institut für Zukunftsforschung geholt und Eike Wenzel eingeladen. „Wie wir morgen leben werden“ heißt Wenzels Ausflug in die Zukunft, und es wird sich einiges verändern. Für die kommenden 30 bis 50 Jahre hat er „Megatrends“ ausgemacht, die als „Veränderungsbeschleuniger“ die Gesellschaft umkrempeln werden.

Gesundheit, Globalisierung, Migration, Mobilität, Digitalisierung sind einige dieser Trends, auch der demografische Wandel. Die Lebensweise der Menschen verändert sich.

Das klassische, in drei Phasen unterteilte Leben – erst Kindheit, Jugend und Ausbildung, dann Berufsleben und Familie, dann Ruhestand – führen schon heute viele Menschen nicht mehr.

Die Bumerang-Kids kommen

Wenzel hat stattdessen sechs Lebensphasen ausgemacht, darin drei „Jobphasen“ mit verschiedenen Tätigkeiten. Und: nach der ersten „Jobphase“ kommen immer mehr Kinder erstmal zurück ins Elternhaus, die „Bumerang-Kids“ gibt es in allen entwickelten Industrieländern, sagt Wenzel.

Und wenn dann die Kinder endgültig aus dem Haus sind und die Eltern Mitte 50, dann starten die nochmal durch, an Ruhestand denken immer weniger.

„Auch die Scheidungsrate in dem Alter steigt, sagen die Statistiker“ und Wenzel nennt einen Grund: „Frauen denken öfter über ihre Zukunft nach. Sie wissen, dass sie noch 25 gesunde, fitte Jahre vor sich haben. Und die wollen sie nicht immer mit dem Typen verbringen, der mit der Jogginghose auf der Couch sitzt.

Für die Gemeinde Salach heißt das: die demografischen Veränderungen im Blick behalten. Bürgermeister Julian Stipp dazu ganz zeitgemäß: „Wenn es mit der Wiederwahl bei der nächsten Bürgermeisterwahl nicht klappt, zieh ich wieder daheim ein.“

Schachenmayr-Areal als Zukunftsprojekt

Ändern muss sich in Zukunft auch die Architektur. Neben Wenzel hat auch der Intendant der Internationalen Bauausstellung (IBA) in der Stadtregion Stuttgart den Weg in die Stauferlandhalle gefunden. Andreas Hofer berichtete über die Ideen der IBA, die 2027 in und um Stuttgart stattfindet.

Vor allem die Städte hat er im Blick, dort müssen sich viel ändern. Vom Energiefresser müssten sie sich wandeln zum Energieerzeuger, neue Häuser müssen sich selbst versorgen. Und Leben und Arbeiten werde auch baulich wieder zusammenrücken.

Das kann auch in Salach stattfinden, das Schachenmayr-Areal ist das Zukunftsprojekt der Gemeinde, dem Stipp vieles andere unterordnet.