Vier Tage nach dem Absturz einer sechssitzigen Piper PA-24-260 Comanche auf dem Sonnenberg in Rechberghausen gibt es Anzeichen für einen technischen Defekt an der Maschine vor dem Absturz. Dagegen hat die am Mittwoch vorgenommene Obduktion des Piloten Wolfgang Dallach keine Anhaltspunkte für eine bei ihm vorhandene gesundheitliche Ursache für den Absturz ergeben.

Horst Baur, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm, bestätigte am Donnerstag Hinweise, dass der Pilot aus dem Cockpit per Handy den Flugplatz in Heubach angerufen hatte. In dem Telefonat soll er den Ausfall der Bordelektrik der 45 Jahre alten Maschine gemeldet haben. Der Polizeisprecher bestätigte lediglich, dass es solche Hinweise gebe. Über den Zeitpunkt des Telefonats sagte er ebenso wenig wie über weitere Inhalte des Notrufs. Den Hinweisen werde nachgegangen, so Baur.

Ausfall der Bordelektrik nicht die einzige Unfallursache

Das Flugzeug war zuvor vom nur etwa 15 Kilometer Luftlinie entfernten Verkehrslandeplatz Heubach gestartet. Im Cockpit saßen der bekannte 63-jährige ehemalige Kunstflug-Meister und erfolgreiche Flugzeug-Konstukteur Wolfgang Dallach und dessen 49-jährige Lebensgefährtin. Die Maschine war über Wäschenbeuren und Birenbach geflogen. Dort war das Flugzeug wegen der ungewöhnlich geringen Flughöhe aufgefallen. In Rechberghausen stürzte die acht Meter lange Maschine am Rande der Felder zwischen Häusern und Garagen ab und zerbrach in unzählige Teile. Die Trümmer werden derzeit von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen genauer unter die Lupe genommen.

Ein Ausfall der Bordelektrik komme als alleinige Unfallursache jedoch kaum in Frage, sagte der Berufspilot Michael Baer, der gleichzeitig Pressereferent der Fliegergruppe Donzdorf ist. Elektrische und elektronische Bauteile spielten bei einem solchen Flugzeug nicht die entscheidende Rolle. So würden sämtliche beweglichen Flächen, die zum Steuern benötigt werden – beispielsweise Höhenruder oder Seitenruder – mit Seilzügen oder Stangen mechanisch betätigt, sagte Baer. Der Höhenmesser arbeite mit Luftdruck. Die Motorüberwachung werde konventionell gesteuert.

Viel war in den vergangenen Tagen darüber diskutiert worden, dass ein Spitzenpilot wie Wolfgang Dallach nur durch einem medizinischen Notfall derart die Kontrolle über sein Fluggerät verlieren könne. Die Staatsanwaltschaft in Ulm veröffentlichte am Donnerstag jedoch erste Ergebnisse der Obduktion: „Die Obduktion  ergab keine Anhaltspunkte für eine vorhandene gesundheitliche Ursache für den Absturz. Danach ist vielmehr davon auszugehen, dass der Pilot beim Aufprallgeschehen zu Tode kam. Gleichwohl sind die gerichtsmedizinischen Untersuchungen noch nicht abgeschlossen.“
 

Das Flugzeugunglück weckt bei manchem älteren Bewohner Rechberghausens Erinnerungen an einen anderen Flugzeugabsturz vor 57 Jahren.