Hattenhofen Wohlfühlpfad für nackte Füße

SABINE ACKERMANN 05.07.2012
Richtig was los war jüngst im Seniorenzentrum Hattenhofen. Bürgermeister Jochen Reutter und DRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Sparhuber weihten mit Unterstützung der Kiga-Kinder den Barfußpfad ein

Ein fröhliches "Hallo" von den Kindergartenkindern, jede Menge Gäste und als Geschenk quasi ein Barfußpfad - diesen Geburtstag wird Ingeborg Reyher wahrscheinlich nicht so schnell vergessen. "Der kommt ein bissle spät. Aber früher bin ich immer gern barfuß übers Gras gelaufen", erinnert sich die Bewohnerin des DRK-Seniorenzentrums Hattenhofen. Ein freudiger Zufall für die 89-jährige Seniorin, dass just an ihrem Ehrentag der kleine, aber feine Barfußweg offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde.

Spontan hätte der Gemeinderat zugesagt, den finanziellen Part aus dem Spendentopf der Hermann- und-Hilde-Walter-Stiftung zu übernehmen, verrät Bürgermeister Jochen Reutter in seinem Grußwort. "Nach einem Barfußpfad direkt vor der Haustüre eines Seniorenzentrums muss man lange suchen. Mit dieser Attraktion im Ort gewinnt Hattenhofen weiterhin an Fahrt", betont der Schultes. Auch Alexander Sparhuber freute sich über die gesundheitsfördernde Bereicherung der Anlage. "Die Idee hatten wir, die Kosten von rund 2500 Euro übernahm die Hermann-und- Hilde-Walter-Stiftung", so der DRK-Kreisgeschäftsführer. Die gemeinnützige Stiftung dient insbesondere der Förderung der Alten- und Krankenpflege, von sozialen Dienstleistungen, kulturellen Veranstaltungen und hilft überdies bei sozialen Notfällen in der Gemeinde Hattenhofen.

Vielleicht war es den meisten Anwesenden ein wenig zu frisch, doch für das Begrüßungskomitee, darunter Klaus Rau, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Nürtingen-Kirchheim hieß es ohne Gnade: Ausziehen. Freilich waren damit nur Schuhe und Strümpfe gemeint. "Sehr vitalisierend und anregend", lautete das Urteil von Heimleiterin Iris Mehl, die bei der "Erstbegehung" gleich ihre Kollegin, Hausleiterin Karoline Bunke mitnahm. "Wunderbar, eine wirklich gute Idee" lobte Gretel Rasper den Sinnesweg. Gerne hätte die erste Bewohnerin im Bereich betreutes Wohnen, die mit Holzschnitzel, Sand, Splitt, unterschiedlich großen Steinen und Holzbrettern unterteilte Strecke selbst ausprobiert, doch ein entzündeter Zehennagel hielt sie "noch" davon ab.

"Beim Begehen dieses Barfußpfades werden besonders intensiv verschiedene Reize über die Fußsohle wahrgenommen. Damit wecken sie bei Bewohnern mit beeinträchtigter Wahrnehmung oder dementiell Erkrankten wichtige Erinnerungen an die frühere Kindheit", erklärt die ehrenamtliche Mitarbeiterin Marlies Barteit-Klopp. Natürlich dürfen sich auch die Besucher des Seniorenzentrums eine natürliche "Fuß-Reflexzonen-Massage" gönnen. Nur zu, laut den Jüngsten vom Kindergarten "stupft es nur ein klein wenig".