Wahl Kandidatenvorstellung in Birenbach

Frank Ansorge (l.) will Bürgermeister von Birenbach bleiben. Sein Herausforderer Andreas Krupop will es werden. Beide Bewerber haben sich am Donnerstag vorgestellt.
Frank Ansorge (l.) will Bürgermeister von Birenbach bleiben. Sein Herausforderer Andreas Krupop will es werden. Beide Bewerber haben sich am Donnerstag vorgestellt. © Foto: Werner Schmidt
Birenbach / Werner Schmidt 08.06.2018
Rund 150 Birenbacher verfolgten am Donnerstagabend die Vorstellung der zwei Bewerber für die Bürgermeisterwahl.

Sie fühlen sich beide in Birenbach wohl, obwohl nur einer von ihnen dort auch wohnt: Die beiden Bewerber für das Bürgermeisteramt in Birenbach, Amtsinhaber Frank Ansorge und Herausforderer Andreas Krupop, legten bei ihrer Vorstellung am Donnerstagabend jeweils das Bekenntnis zum Ort ab.

Krupop, 31 Jahre alt, Industriemechaniker von Beruf, zog vor sieben Jahren nach Birenbach: „Eine Top-Gemeinde“ habe er kennen gelernt – mit einigen Schwächen, die er als Bürgermeister gerne verändern wolle, erklärte der Bewerber. Beruflich hat der bislang „Unbekannte mit dem langen Bart“, wie er nach Bekanntwerden seiner Kandidatur im Ort auch genannt worden sei, weit über den regionalen Tellerrand hinausgeschaut. In den USA sei er beruflich häufig gewesen, in China habe er insgesamt vier Jahre gelebt und auch jetzt sei er beruflich noch viel im asiatischen Raum unterwegs. Und da habe er auch gelernt, dass durchaus Dinge machbar seien, wenn man nur motiviert genug sei.

Er traue sich zu, auch das Amt des Verwaltungschefs auszufüllen, sagte Krupop den rund 150 Birenbachern im Gemeindesaal. Wenngleich, auch das gab er in deutlichem Schwäbisch freimütig zu, seine Verwaltungserfahrungen sich bisher auf das An- und Abmelden von Autos im Landratsamt beschränkten. Aber er sei lernbereit und lernwillig.

Knapp am Fettnapf vorbei schrammte der 31-Jährige mit seiner Aussage, ihm fehlten die Vereins- und Dorffeste in Birenbach, die er von Faurndau her kenne und schätze, wo er aufgewachsen sei. Nach Kritik aus dem Publikum gestand er: „Dass ich die Feste in Birenbach verpasst habe, ist schade und vielleicht auch auf meine berufliche Tätigkeit zurückzuführen.“ Er wolle ein Bürgermeister für alle und zu jeder Zeit sein. Daher könne er sich sehr gut eine monatliche Abendsprechstunde oder auch eine Frühsprechstunde vorstellen: „Ich stehe um 4.30 Uhr auf.“ Von 6 Uhr an könnten dann die Besucher kommen: „Ich wäre da.“

Der amtierende Rathauschef Frank Ansorge, der für seine zweite Amtszeit kandidiert,  hatte aufgrund seiner Kenntnis um Birenbach in mancherlei Hinsicht die besseren Argumente. Zum Beispiel, als es mal wieder um die Aussegnungshalle auf dem Friedhof ging. Zu wenig Sitzgelegenheiten wurden bemängelt, ebenso wie die nicht funktionierende Technik. Kritik, die Ansorge teils entkräften konnte.

Ansorge will bleiben

Mit der Frage, ob er sich denn im Fall einer Wiederwahl nach kurzer Zeit erneut in anderen Orten umsehen werde, ging er recht locker um. 2015 hatte sich der Birenbacher Bürgermeister in Bad Ditzenbach beworben, da hatte er grade Mal fünf Amtsjahre in Birenbach hinter sich gebracht. Auf diese Frage habe er gewartet, gestand Ansorge. Damals habe er sich in Birenbach weder wohl noch wertgeschätzt gefühlt, gab er freimütig zu. Jetzt aber „bin ich hier angekommen, ich fühle mich hier wohl. Wenn Sie mich wieder wählen, bleibe ich hier“, versprach er. Den Wohnsitz nach Birenbach zu verlegen, falle ihm jedoch schwer. Er habe auf der Schwäbischen Alb sein Haus, seine Kinder seien dort verwurzelt und vor allem lebten seine inzwischen fast 80-jährigen Eltern dort. So könne er ihnen zur Seite stehen, würde es nötig.

Man müsse die Infrastruktur im Ort zu halten, blickte Ansorge in Birenbachs Zukunft. Nachdem mit dem Netto-Markt die Lebensmittelversorgung sichergestellt sei, wolle man versuchen, die Poststelle zu erhalten. Allerdings habe man auf die Sparkasse keinen Einfluss: „Wir müssen sehen, dass die älteren Menschen bleiben.“ Die Alterspyramide von Birenbach schiebe einen Bauch vor sich her. Wenn man sich nicht um die Rahmenbedingungen für die älteren Einwohner kümmere, werde man bis 2010 rund 130 Einwohner verlieren, warnte Ansorge. Man müsse aber auch an den Stellschrauben drehen, um die Bevölkerungszahl zu erhöhen und er bat darum: „Gehen Sie am 17. Juni zur Wahl.“

Birenbacher wählen am 17. Juni

Termin: Die Bürgermeisterwahl in Birenbach ist am Sonntag, 17. Juni.

Kandidaten: Zwei Bewerber stellen sich zur Wahl. Neben Amtsinhaber Frank Ansorge, der sich für seine zweite Amtszeit bewirbt, tritt der Birenbacher Andreas Krupop an.

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