Kinder Wohlfühlen für 1,5 Millionen Euro

Eltern und Kinder sind begeistert: Seit März wird Gingens Nachwuchs im neuen Kindergarten betreut. Wie begehrt die Plätze sind, bestätigt eine Tatsache: Bis zum Jahr 2020 sind alle zehn Ganztagesplätze belegt.
Eltern und Kinder sind begeistert: Seit März wird Gingens Nachwuchs im neuen Kindergarten betreut. Wie begehrt die Plätze sind, bestätigt eine Tatsache: Bis zum Jahr 2020 sind alle zehn Ganztagesplätze belegt. © Foto: Schwabenpress
Gingen / Von Günter Hofer 02.05.2018

Etwa drei Stunden lang wurden am Samstag die Türen beim neuen Kindergarten Hohenstein  in Gingen geöffnet. Die Bevölkerung war zum „Tag der offenen Tür“ geladen und der „Schnappernachwuchs“ präsentierte voller Stolz sein neues und 1,5 Millionen Euro teures Domizil zwischen Schule und Hohensteinhalle.

Durch die Auflösung der Hauptschule in Gingen und den damit verbundenen Schulhaus-Teilabriss wurde Platz geschaffen für einen neuen Kindergarten. Der ist neu direkt über die Schulmensa an die Hohensteinschule angedockt und wurde von den Kindern bereits im März in Betrieb genommen. Bürgermeister Marius Hick meinte bei seiner Begrüßung, dass es sich bei dem Kindergartenprojekt in Höhe von 1,5 Millionen Euro für die Gemeinde Gingen um eine in die Zukunft gerichtete Investition handelt.

Platz für 50 Kinder

Die neue Räumlichkeit ist derzeit für zwei Kindergruppen ausgelegt und mit 35 Kindern belegt. Ab September, die Genehmigung liegt bereits vor, darf auf 50 Kinder aufgestockt werden. Gingen kann darüber stolz sein, denn überall werden Kindergartenplätze knapp, wie beispielsweise in Bad Ditzenbach. „Gingen“, so Hick, „kann durch die Kindertagesstätte Hohenstein bei Bedarf schnell reagieren und Unterbringungsplatz bieten“. Der Bürgermeister betonte auch, dass in der neuen Einrichtung zehn Ganztagesplätze bereits bis zum Jahr 2020 fest belegt seien.

Dem zeitlichen Abriss von Bürgermeister Marius Hick war zu entnehmen, dass bereits im September 2013 der katholische Kindergarten St. Barbara in die Hände der Gemeinde übergegangen war. Zuvor hatte die Kirche die Trägerschaft aufgegeben. Eine Renovierung und Sanierung an alter Stelle kam finanziell nicht in Frage. Im selben Jahr gab es einen Wettbewerb für ein neues Bildungszentrum in Gingen, an dem acht renommierte Architekten teilgenommen hatten. Im Sommer 2013 wurde der Siegerentwurf der Arbeitsgemeinschaft Behringer-Popovic-Stadelmayer im Gemeinderat vorgestellt und prämiert.

Ungeduldige Eltern

Spatenstich des An- und Neubaus Hohensteinschule mit dem Kindergarten war am 12. Januar 2015. Seitdem wird mit den Hufen gescharrt, verriet Hick: „Wann dürfen wir endlich rein?“, habe er oft gehört. Die Eltern waren oft ungeduldiger als die Kinder. Ein wenig Geduld müssen die Kinder trotz ihrem Einzug noch aufbringen.

Die Außenspielanlage, die komplett mit einem Zaun eingefasst sein wird, kann voraussichtlich erst nach den Sommerferien in Beschlag genommen werden.

Im Zuge seiner Ausführungen würdigte der Bürgermeister besonders Annette Ginger. Die ehemalige Leiterin vom Kindergarten Sankt Barbara hatte wertvolle Beiträge zum Neubau und der Konzeption der Kita Hohenstein geleistet. Allerdings konnte sie den Tag der offenen Tür nicht mehr erleben. Eine Schweigeminute wäre ihr nicht angemessen, meinte Marius Hick. Er bat hingegen um einen herzlichen Applaus.

Info Das eigentliche Vorhaben der Gemeinde, Schule und Kindertagesstätte gemeinsam in Betrieb zu nehmen und beides in einem Zug der Bevölkerung vorzustellen, wurde wegen baulicher Verzögerung (wir berichteten) zerschlagen. Der neu geschaffene Gemeinschaftsraum mit Schul-Mensa soll nun am Kinderfestwochenende (30. Juni) eingeweiht und vorgestellt werden. Die Kindertagesstätte Hohenstein wird dann auch nochmals ihre Türen zum Besuch öffnen.

Schlafraum und Fußbodenheizung

Aus zwei Betreuungsräumen mit je einem Nebenraum (jeweils 50 Quadratmeter) besteht der neue Kindergarten. Zudem verfügt der Neubau über eine Schmutzschleuse für den Weg in den Garten und einen großen mittig integrierten Eingangs- und Essensbereich mit Küchenzeile.

Angegliedert ist ein Schlafraum mit zehn „Mini-Betten“, dem kindgerechten Sanitärraum und dem Werkraum. Es gibt zudem ein gemeinsames Elternsprechzimmer (Schule und Kindergarten) und gleich neben dem Eingangsbereich das Büro der Kindergartenleitung. Für Wärme sorgt in allen Bereichen der  Kita Hohenstein eine Fußbodenheizung.

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