Verkehr Schneechaos auf den Straßen: Eine Bilanz

Kreis Göppingen / Kristina Betz und Nadine Vogt 11.01.2019
Autofahrer litten am Mittwoch und Donnerstag unter langen Staus, gesperrten Steigen und schneeglatten Straßen. Pendler mussten wesentlich mehr Zeit einplanen.

Hundert Meter in einer halben Stunde. Die Schneeflocken bleiben kleben, an Außenspiegel und Scheibenwischer. Die beiden Furchen, die Lastwagenräder wenige Minuten zuvor auf der Geislinger Hauptstraße hinterlassen haben, sind mittlerweile zugeschneit. Ein Polizeiauto fährt mit Blaulicht vorbei. Die Autos reihen sich aneinander, die Bremslichter leuchten rot. Lastwagenfahrer steigen aus, reden, rauchen. Sie warten ab. Denn mehr können sie in diesen Stunden nicht machen.

Auf der B 10 ging am Mittwochabend lange Zeit nichts mehr. Die Steige war zu. Zumindest für diejenigen, die von unten nach oben, von Geislingen Richtung Ulm wollten. Das Radio verrät: Umdrehen ist keine Option. Kilometerlanger Stau auf der A 8, andere Straßen sind durch Glätte und Schneemassen ebenfalls nicht befahrbar. Eine Bilanz:

  • Vor allem auf der A 8 zwischen Aichelberg und Hohenstadt musste die Polizei am Mittwochabend und in der Nacht die Autobahn immer wieder sperren, weil Lastwagen die Fahrbahn versperrten und abgeschleppt werden mussten oder weil der Winterdienst die Fahrbahn wieder freischaufeln musste. Ab 16 Uhr gab es die erste Vollsperrung ab Mühlhausen in Richtung München, berichtet Holger Fink, Pressesprecher der Polizei Ulm. Auf der Autobahn kam es laut Polizei am Abend auch zu einer Vielzahl von kleineren Unfällen, wenn etwa Autos ineinander gerutscht waren. Zeitweise war von 35 Kilometern Stau die Rede. Rettungsdienste und Hilfskräfte kümmerten sich um die liegengebliebenen Autofahrer, verteilten Tee und Decken. Viele Menschen mussten die Nacht auf der A 8 in ihren Autos verbringen. Wie die Polizei meldet, starb auf der Autobahn bei Dornstadt eine 54-Jährige Frau, die ebenfalls mit ihrem Auto im Stau stand. Die Polizei schließt Fremdverschulden aus. Es wird vermutet, dass sie gesundheitliche Probleme hatte. Ein Notarzt konnte sie nicht reanimieren.

  • Auch am Donnerstagmorgen sorgte der Winter für Behinderungen auf den Straßen. Auf der Autobahn 8 löste sich der lange Stau der vorigen Nacht erst langsam wieder auf. Wegen des starken Schneefalls kam es dort weiterhin zu Staus und stockendem Verkehr. Ebenso wie auf der Bundesstraße 10, auf der am Mittwochabend kein Vorankommen mehr war. Viereinhalb Stunden dauerte dort der Weg von Göppingen nach Ulm.

  • Am Donnerstagvormittag besserte sich die Situation für die Autofahrer auf der A8 nur langsam. „Zwischen Elchingen und Ulm müssen Autofahrer immer noch mit Glätte rechnen“, sagte Polizeipressesprecher Fink am Morgen. Zwischen der Anschlussstelle Mühlhausen und Gruibingen staute es sich noch auf etwa zwei Kilometern.

  • Auch in Richtung Stuttgart mussten Pendler am Donnerstagmorgen viel Geduld mitbringen. In Fahrtrichtung Stuttgart hatte sich auf der B 10 bei Plochingen ein Auffahrunfall mit insgesamt vier beteiligten Fahrzeugen ereignet. Ab 7.30 Uhr bildete sich ein langer Rückstau, da die rechte Spur sowie der Standstreifen in Folge des Unfalls gesperrt werden mussten. Bei dem Unfall verkeilte sich ein Taxi unter dem Anhänger eines Transporters. Es wurden zwei Personen leicht verletzt und es entstand ein Sachschaden von insgesamt etwa 37 000 Euro. Gegen 9.45 Uhr war die Strecke wieder frei, informierte die Polizei Reutlingen.

  • Besonders betroffen vom Schneechaos war Geislingen. Auf der B 10 durch die Stadt staute es sich sowohl am Mittwoch, als auch am Donnerstag immer wieder. Zwischen Geislingen und Göppingen habe den ganzen Donnerstag über dichter Verkehr geherrscht, berichtet Pressesprecher Fink. Auch zwischen Kuchen und Süßen stand der Verkehr. In der Gegenrichtung stockte der Verkehr immer wieder zwischen Gingen und Kuchen auf etwa fünf Kilometern. Am Mittwochabend war die Geislinger Steige zeitweise in Richtung Amstetten dicht. Querstehende Lkws verhinderten ein Weiterkommen, Autofahrer standen dort über zwei Stunden. Erst gegen 21.30 Uhr löste sich der Stau auf. Die Steige war matschig, aber befahrbar.

  • In Deggingen hatte eine Autofahrerin am Donnerstag um kurz vor 6 Uhr auf schneeglatter Straße die Kontrolle über ihr Auto verloren. Sie rutschte in eine Kreuzung und kollidierte mit einem zweiten Fahrzeug. Es entstand ein Sachschaden von 4000 Euro, verletzt wurde niemand.

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