Baustelle Windräder beginnen zu wachsen

Lauterstein / DIRK HÜLSER 23.03.2016
Auf der Baustelle des Windparks Lauterstein herrscht Hochbetrieb. Nun hat der Bau des ersten Turms begonnen, er soll Anfang Juni ans Netz gehen.

Kilometer um Kilometer geht es über eine schlammige Schotter- und Lehmpiste durch den Wald oberhalb von Weißenstein. Immer wieder weisen Schilder den Weg zu einzelnen Baustellen, manche liegen auch direkt an der Strecke – insgesamt sind es 16 Stück. Und fast überall sind Arbeiter in hektischer Betriebsamkeit unterwegs. Hier entsteht der größte Windpark des Landes, jetzt wurde mit dem Bau des ersten Turms begonnen.

Ohne Unterlass läuft Beton aus dem Rohr der Pumpe und füllt das riesige Fundament am Standort WK21. Insgesamt laufen 500 Kubikmeter Beton hinein, erläutert Projektleiter Benjamin Boy vom Bauherren WPD Onshore. Am Ende hat das Bauwerk einen Durchmesser von 20 Metern und ist drei Meter mächtig, eine Woche dauern die Arbeiten. Während hier betoniert wird, sind andere Fundamente bereits fertig, bei WK18 wird schon begonnen, die ersten Betonteile für den eigentlichen Rotormasten zu montieren, andernorts fehlt das Fundament noch. Doch die Betonpumpe arbeitet die Standorte nach und nach ab. „Jede Woche wird ein Fundament fertig“, sagt Boy. „Jetzt, wo das mal angefangen hat, geht es relativ zügig.“

Zu Verzögerungen kam es, weil an mehr Standorten als gedacht tiefe Pfahlgründungen für die Masten gebaut werden mussten. 15 der 16 Windräder bekommen durch die zwischen 10 und 30 Meter tief im Erdreich verankerten Betonpfähle einen sicheren Stand. „Das dauert bei einem Fundament drei Wochen“, erklärt Boy.

Zwei Wochen dauert es schließlich, bis der Mast steht – zumindest der untere, 80 Meter hohe Teil aus Beton. Damit alle Standorte zeitnah mit dem Maschinenhaus und den Rotoren bestückt werden können, beginnen diese abschließenden Arbeiten in der zweiten Maiwoche. Boy rechnet damit, dass die erste Anlage, WK18, Anfang Juni in Betrieb geht. Das letzte der 16 Windräder soll sich dann ab Oktober drehen.

„Es ist auf jeden Fall spannend hier“, sagt WPD-Bauleiter Roland Janßen und lacht. Er meint, dass zurzeit zwischen 60 und 80 Arbeiter im Wald an den verschiedenen Standorten beschäftigt sind. „In den Hochzeiten werden es dann mindestens 100 sein“, sagt er.

Am Waldrand stehen zwei Tieflader, die Fahrer warten darauf, dass ihre Fracht abgeladen wird: riesige Betonfertigteile für die Türme. Auf dem geschotterten Platz lagern schon unzählige der halbkreisförmigen Teile. Wenn jetzt alles weiter nach Plan läuft, werden sie bald gebraucht.

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