Kreis Göppingen Windkraft: Ja, bitte!

Kreis Göppingen / Kristina Betz 14.10.2017

Das Thema Windkraft nimmt aktuell vor allem im Schurwald wieder Fahrt auf. Ein Windpark bei Wangen steht vor der möglichen Genehmigung, ein weiterer im angrenzenden Goldboden wird gebaut.

Die Pfähle stehen bereits, doch die Gegner kämpfen weiter. Mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde soll geprüft werden, ob beim zuständigen Landrats­amt Rems-Murr alles mit rechten Dingen zugeht. Im Falle des geplanten GP-03 im Schurwald reichten Gegner ein Denkmal- und ein Artenschutzgutachten ein. Mängel im Verfahren und den zugrunde liegenden Gutachten werden angeprangert.

Und es stimmt, wie so oft gab es Patzer, die die Skepsis und Kritik der Gegner nur befeuern. Die die Behörden und das Vorhaben der Energiewende angreifbar machen. Die Pflicht der Behörden ist gerade beim Thema Windkraft, sauber, einwandfrei und transparent zu arbeiten.

Großer Streitpunkt auch: Die Rentabilität der Anlagen. Die sei im Schurwald so niedrig, sie rechtfertige nicht die Beeinträchtigung, die durch die Anlagen entstünden, so die Gegner. Eine Nachricht der vergangenen Tage befeuert die Diskussion: Kein einziges Projekt aus dem Land bekam den Zuschlag im Vergabeverfahren für die EEG-Subventionen.

Baden-Württemberg wird vermutlich kein Vorzeige-Windkraft-Land werden. Und der Schurwald keine Windkraft-Region. Doch wo Wind weht, ist Energiegewinnung möglich. Auch wenn es nur ein laues Lüftchen ist. Auch der Schurwald muss dazu beitragen, dass wir in 20 Jahren in einem sauberen, umweltfreundlicheren, sicheren Land leben – in einem Land, in dem in der Kulisse eines Klosters Windräder rotieren und in dem möglicherweise weniger Rotmilane über den Goldboden fliegen, aber das sich nicht von schmutziger Kohle und riskanter Atomkraft abhängig macht.

Dennoch müssen die Sorgen der Gegner ernst genommen werden. Es geht nicht um ein paar Wutbürger, sondern um
einen Teil der Bürgerschaft, der sich übergangen fühlt. Wer nicht selbst betroffen ist, hat leicht reden, die Opferbereitschaft der Betroffenen für ein höheres Gut einzufordern. Transparenz, korrekte Verfahren, eine hohe Kommunikationsbereitschaft und Verständnis für die Belange der Gegner, die nicht bloß Gegner, sondern in erster Linie Bürger sind, sind eine Grundlage, um glaubwürdig Akzeptanz für neue Windparks einfordern zu können.

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